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Entsetzen in Israel nach Lynchmord

Von ap, dpa
Aktualisiert am 19.10.2015Lesedauer: 3 Min.
Angeschossen, verprügelt und getreten: Der verletzte Eritreer wurde noch ins Krankenhaus gebracht, wo er starb.
Angeschossen, verprügelt und getreten: Der verletzte Eritreer wurde noch ins Krankenhaus gebracht, wo er starb. (Quelle: ap-bilder)
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Bei Israels Bürgern liegen die Nerven blank, weil es seit Wochen Messerangriffe auf Passanten gibt. Doch jetzt wurde ein junger Mann aus Eritrea versehentlich für einen Angreifer gehalten und gelyncht. Das Land ist über sich selbst erschrocken.

Auf dem Busbahnhof der südisraelischen Stadt Beerscheba hatte am Sonntag ein mit Messer und Schusswaffe bewaffneter Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft einen 19-jährigen Soldaten getötet und neun Passanten verletzt. Der Verdacht und die Wut der Menge richtete sich aber auch gegen den Eritreer, wie israelische Regierungs- und Behördensprecher am Montag sagten.


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Der eigentliche Angreifer, ein arabischer Israeli aus dem südisraelischen Beduinenort Hura, wurde von Sicherheitskräften erschossen. Ein Sicherheitsmann schoss auch den Eritreer an. Aufgebrachte Passanten gingen auf ihn los und schlugen und traten auch dann noch auf ihn ein, als er blutüberströmt und wehrlos am Boden lag. Das zeigten Aufnahmen von Überwachungskameras.

Der Migrant erlag am Abend seinen Verletzungen, wie ein Krankenhausarzt im israelischen Rundfunk mitteilte. "Es ist schrecklich", sagte Außenamtssprecher Emmanuel Nahschon. "Es zeigt Ihnen, in welch schrecklicher Lage wir uns befinden."

Angriffe häufen sich

Seit einem Monat gibt es auf öffentlichen Plätzen in Israel Messerangriffe von Palästinensern oder arabischen Israelis auf Passanten. Die Täter waren bis dahin meist unauffällig und gehörten keiner militanten Gruppe an. Das wahllose und unberechenbare Zuschlagen dieser "einsamen Wölfe" hat unter vielen Israelis für Panik gesorgt.

Aber das ist nach Einschätzung von Menschenrechtlern wohl nicht der einzige Grund, der zum Lynchtod des Erirtreers führte. Die Zeitung "Jediot Ahronot" erschien am Montag mit der Schlagzeile: "Nur wegen seiner Hautfarbe." Viele afrikanische Migranten - Israel hat allein 34.000 Eritreer aufgenommen - beklagen sich über Rassismus und Diskriminierung. Ein rechtsgerichteter Parlamentsabgeordneter hat sie als Krebsgeschwür bezeichnet.

"Der Tod eines Asylbewerbers durch die Hände von Sicherheitskräften und einem wütenden Mob ist eine tragische, aber absehbare Folge eines Klimas, in dem israelische Politiker Bürger ermutigen, das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen", sagt die Human-Rights-Watch-Aktivistin Sari Bashi.

"Ich hörte, dass er ein Terrorist sei"

Die israelische Polizei ermittle gegen die Israelis, die sich an der Gewalt gegen den Eritreer beteiligten und ihn "aggressiv schlugen" und traten, "als er am Boden lag und keine Gefahr darstellte", teilte eine Polizeisprecherin mit.

Einer der israelischen Passanten, die auf den Eritreer einschlug, bedauerte im Militärsender seine Tat. "Ich hörte von anderen, dass er ein Terrorist sei", sagte der Mann. "Wenn ich gewusst hätte, dass er kein Terrorist ist, glauben Sie mir, ich hätte ihn beschützt wie mich selbst. Ich habe die Nacht nicht gut geschlafen. Ich bin angewidert."

Den Angriffen der sogenannten einsamen Wölfe sind seit September neun Israelis zum Opfer gefallen. 41 Araber - 20 von den Behörden als Angreifer identifiziert - wurden getötet.

Israel friert Plan zu Mauerbau ein - Bürger bewaffnen sich

Derweil hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu einen Plan zum Bau einer Mauer im arabischen Ostteil Jerusalems wieder eingefroren. Israelische Medien berichteten, das Projekt solle zunächst nicht fortgesetzt werden.

Die Polizei hatte am Sonntag am Rande des Viertels Dschabel Mukaber bereits hohe Betonblöcke errichtet. Damit sollte verhindert werden, dass Palästinenser Brandsätze und Steine auf die nahegelegene jüdische Siedlung Armon Hanaziv werfen. Der israelische Rundfunk berichtete zudem, das arabische Viertel Issawijeh solle von einer Mauer umgeben werden.

Rechtsorientierte Minister hatten dies jedoch scharf als Fehler kritisiert, weil es als Beginn einer Teilung Jerusalems ausgelegt werden könnte. Israel beansprucht die ganze Stadt einschließlich des 1967 eroberten Ostteils als seine Hauptstadt. Die Palästinenser sehen hingegen in Ost-Jerusalem die Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Wegen der vielen Anschläge hatte Israels Polizeiminister Gilad Erdan angekündigt, er wolle den Prozess zum Erwerb eines Waffenscheins erleichtern und beschleunigen. Das zuständige Ministerium für innere Sicherheit sei allerdings nicht in der Lage, den vielen Anträgen nachzukommen, berichtete der Armeesender.

Religiöser Konfliktpunkt Jerusalem

Als ein Auslöser der Gewaltwelle gelten Streitigkeiten um den Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) in der Jerusalemer Altstadt, die Israel 1967 erobert und später annektiert hatte. Die Stätte ist Juden wie Muslimen heilig. Der Konflikt dreht sich um die Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Plateau des Tempelbergs, wo einst der von den Römern zerstörte zweite jüdische Tempel stand und wo sich heute die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom befinden.

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