Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

Türkei: Präsident Erdogan will Fethullah Gülen-Anhänger gnadenlos verfolgen

Verbale Aufrüstung  

Erdogan will "Virus" und "Metastasen" aus Staat vertreiben

18.07.2016, 13:37 Uhr | AP, dpa, AFP

Türkei: Präsident Erdogan will Fethullah Gülen-Anhänger gnadenlos verfolgen. Der türkische Präsident Erdogan betet in Istanbul bei der Beerdigung von Opfern des Putschversuchs. (Quelle: dpa)

Der türkische Präsident Erdogan betet in Istanbul bei der Beerdigung von Opfern des Putschversuchs. (Quelle: dpa)

Die "Säuberungen" in der Türkei nach dem gescheiterten Putsch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan gehen weiter. Bei einer Begräbnisfeier für Opfer des  Aufstands kündigte Erdogan ein gnadenloses Vorgehen gegen Unterstützer seines Erzfeindes, des islamischen Geistlichen Fethullah Gülen an. 

"Liebe Brüder, ist das genug?", fragte er vor jubelnden Anhängern im Istanbuler Bezirk Fatih mit Blick auf Tausende Festnahmen in Militär und Justiz. "In allen Behörden des Staates wird der Säuberungsprozess von diesen Viren fortgesetzt. Denn dieser Körper, meine Brüder, hat Metastasen produziert. Leider haben sie wie ein Krebsvirus den ganzen Staat befallen." 

Mitglieder der Gülen-Gruppe im Militär, die die Streitkräfte "ruiniert" habe, seien festgenommen worden. Es handele sich um Soldaten aller Ränge. Insgesamt gab es bisher rund 6000 Festnahmen bei Militär und Justiz.

Schuldiger steht für Erdogan fest

Erdogan macht Anhänger des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Dieser streitet das ab. Der Prediger war einst ein enger Verbündeter von Erdogan und ist inzwischen Staatsfeind. Erdogan sagte, die Türkei werde die Auslieferung beantragen. US-Außenminister John Kerry hatte eine Prüfung zugesagt, wenn ein Auslieferungsersuchen gestellt werde.

Auf erneute Forderungen der Menge nach der Todesstrafe sagte Erdogan: "In Demokratien kann man die Forderung des Volkes nicht ignorieren." Die entsprechenden Behörden würden das entscheiden. Schon am Samstag hatte Erdogan gesagt, dass eine Diskussion über die Einführung der Todesstrafe Sache des Parlaments sei. Am Sonntag mahnte er jedoch auch: "Wir sind keine Rächer". Der größte Rächer sei Gott.

Volk soll weiter auf Straße gehen

Erdogan rief das Volk erneut dazu auf, am Abend auf die Straße zu gehen. "Ihr seid es, die die Plätze füllen sollen. Es darf keine Lockerung geben." Schon am Samstag waren Zehntausende in der Türkei einem Aufruf der Regierung gefolgt, öffentliche Plätze nicht möglichen weiteren Putschisten zu überlassen.

Die Bundesregierung forderte die Regierung in Ankara nach der Verhaftungswelle auf, auf demokratische Rechte für alle und Minderheitenschutz zu achten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) pochte darauf, bei der Bestrafung der Umstürzler rechtsstaatliche Verfahren einzuhalten. Justizminister Heiko Maas (SPD) warnte die Türkei vor "Rache und Willkür". 

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Entdecken Sie Ihren Denim-Look!
bei TOM TAILOR
Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal