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Kuala Lumpur: Mutmaßlichen Kim-Attentäterinnen droht Todesstrafe

Giftanschlag in Kuala Lumpur  

Mutmaßlichen Kim-Attentäterinnen droht Todesstrafe

28.02.2017, 13:47 Uhr | dpa , AFP

Kuala Lumpur: Mutmaßlichen Kim-Attentäterinnen droht Todesstrafe. Die Indonesierin Siti Aisyah (links) und die Vietnamesin Doan Thi Huong stehen unter Mordverdacht. (Quelle: Reuters)

Die Indonesierin Siti Aisyah (links) und die Vietnamesin Doan Thi Huong stehen unter Mordverdacht. (Quelle: Reuters)

Nach dem mutmaßlichen Giftanschlag auf den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Malaysia droht den beiden mutmaßlichen Attentäterinnen die Hinrichtung. Die Justiz in Malaysia kündigte an, gegen die Frauen aus Vietnam und Indonesien Mordanklage zu erheben. Darauf steht in dem südostasiatischen Land die Todesstrafe.

Den beiden Frauen im Alter von 25 und 29 Jahren wird zur Last gelegt, Kims älteren Halbbruder Kim Jong Nam am 13. Februar auf dem Flughafen von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur vergiftet zu haben. Dabei sollen sie das Nervengift VX benutzt haben, das von den Vereinten Nationen als Massenvernichtungsmittel eingestuft wird. Die Indonesierin behauptet, ihr sei weisgemacht worden, dass es sich lediglich um eine Art Spaß-Attacke für eine Fernsehshow handeln solle.

Steckt Nordkorea hinter dem Attentat?

Kim, der ältere Bruder des nordkoreanischen Machthabers, war am 13. Februar in Kuala Lumpur angegriffen worden und kurz darauf gestorben. Videoaufnahmen vom Flughafen zeigten, wie Kim von zwei Frauen angegriffen wurde, die ihm offenbar ein Tuch ins Gesicht drückten. Nach dem Angriff wandte sich Kim an das Flughafenpersonal. Nach Polizeiangaben starb er unter Krämpfen noch bevor er das Krankenhaus erreichte.

Südkorea verdächtigt das Nachbarland, hinter dem Attentat auf den bei der nordkoreanischen Führung in Ungnade gefallenen Kim Jong Nam zu stecken.

Wurden die Täterinnen hereingelegt? 

Die beiden verdächtigen Frauen gaben an, nicht gewusst zu haben, dass sie in ein Mordkomplott verwickelt wurden. Stattdessen gingen sie nach eigenen Angaben davon aus, bei einem Streich für eine Fernsehshow mitzuspielen. Die Polizei hatte nach dem Attentat außer der Indonesierin und der Vietnamesin auch einen 46-jährigen Nordkoreaner festgenommen. Generalstaatsanwalt Apandi sagte nun, es hänge von den noch laufenden Polizeiermittlungen ab, ob auch er vor Gericht gestellt werde.

Die Stiefmutter der Vietnamesin forderte einen fairen Gerichtsprozess. Sie glaube, dass ihrer Stieftochter die Schuld in die Schuhe geschoben werden solle, sagte sie in dem Dorf Quan Phuong. "Ich glaube nicht, dass sie mutig genug ist, um so etwas zu tun." 

Nordkorea ignoriert die Ermittlungen 

Nordkorea hat bislang weder die Identität des Getöteten noch die Ergebnisse der Autopsie und die Polizeiermittlungen anerkannt. Der nordkoreanische Diplomat Ri Tong Il sagte, er sei vor Ort, um die "Herausgabe der Leiche des nordkoreanischen Bürgers" zu diskutieren. Die nordkoreanische Delegation werde sich auch für die Freilassung des inhaftierten Nordkoreaners einsetzen, sagte er.

Malaysia weigerte sich bislang, die sterblichen Überreste von Kim herauszugeben. Gesundheitsminister S. Subramaniam sagte dazu, zunächst müsse der Tote von Angehörigen identifiziert werden und dann werde die Leiche Verwandten übergeben.

Die eigentlich relativ entspannten Beziehungen zwischen Nordkorea und Malaysia verschlechterten sich seit dem Angriff auf Kim rapide. Malaysia kündigte an, zwei malaysische Firmen mit engen Verbindungen zu dem nordkoreanischen Unternehmen Glocom zu schließen, das der UNO zufolge vom Geheimdienst betrieben wird und Militärausrüstung verkauft. 

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