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Rohingya: UN-Sicherheitsrat berät über Gewalt in Myanmar

Krise um die Rohingya  

UN-Sicherheitsrat berät über Gewalt in Myanmar

12.09.2017, 09:55 Uhr | rtr, dpa

Rohingya: UN-Sicherheitsrat berät über Gewalt in Myanmar. Die Gewalt in Myanmar wird nun auch Thema vor dem UN-Sicherheitsrat. (Quelle: AP/dpa/Bernat Armangue)

Die Gewalt in Myanmar wird nun auch Thema vor dem UN-Sicherheitsrat. (Quelle: Bernat Armangue/AP/dpa)

Der UN-Sicherheitsrat wird sich mit der Eskalation der Gewalt in Myanmar befassen. Die Sitzung hinter verschlossenen Türen komme auf Antrag Großbritanniens und Schwedens zustande, sagte der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft am Montag zu Journalisten.

Diplomaten zufolge findet das Treffen voraussichtlich am Mittwoch statt. Für die muslimische Minderheit der Rohingya habe sich die Lage deutlich verschlechtert, fügte Rycroft hinzu. Binnen zweier Wochen flohen mittlerweile mehr als 300.000 Rohingya aus Myanmar ins benachbarte Bangladesch.

Die Vereinten Nationen und die deutsche Bundesregierung hatten zuvor das Vorgehen Myanmars gegen die Rohingya scharf verurteilt. "Die Situation scheint aus einem Lehrbuch für 'ethnische Säuberungen' zu stammen", sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zeid Ra'ad al-Hussein, am Montag.

Er rief die Regierung Myanmars auf, die "brutale Militäroperation" zu beenden. Auch die Bundesregierung appellierte an die Führung in dem südostasiatischen Land, ihrer Verantwortung für alle Bevölkerungsgruppen gerecht zu werden.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat sich ebenfalls über die anhaltende Gewalt in Myanmar beunruhigt gezeigt. Das Weiße Haus sei «zutiefst besorgt» über die Krise in dem südostasiatischen Land, sagte Sprecherin Sarah Sanders am Montag in Washington. Man verurteile die Angriffe und die darauffolgende Gewalt.

"Massive Vertreibung und Schikanierung"

Am Montagabend erklärte sie zudem in einer Mitteilung, die Berichte über Menschenrechtsverletzungen seien alarmierend. Die "massive Vertreibung und Schikanierung" von Angehörigen der Rohingya und anderer Minderheiten zeigten, dass die Sicherheitskräfte Myanmars nicht die Zivilgesellschaft schützten. Sie müssten sich an das Gesetz zu halten und die Gewalt zu stoppen, forderte Sanders.

Seit Ende August sind mindestens 313 000 Angehörige der unterdrückten muslimischen Minderheit der Rohingya aus Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen, ein Drittel der Bevölkerungsgruppe.

"Staatenlose" Minderheit

Die Gewaltwelle hatte am 25. August mit Angriffen einer Rohingya-Rebellengruppe auf Polizei- und Militärposten in dem Bundesstaat Rakhine begonnen. Die Armee antwortete nach eigenen Angaben mit einer "Räumungsoperation". 

Geflüchtete berichteten, dass ihre Häuser niedergebrannt und Familienangehörige erschossen worden seien. Die Rohingya sind staatenlos, seit das mehrheitlich buddhistische damalige Birma ihnen 1982 die Staatsbürgerschaft aberkannte.

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