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Eskaliert der Konflikt zwischen Indien und Pakistan?

Von dpa
Aktualisiert am 26.02.2019Lesedauer: 2 Min.
Ein Kampfflugzeug der indischen Luftwaffe: Seit der UnabhĂ€ngigkeit des frĂŒheren Britisch-Indien und seiner Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen beide LĂ€nder die Region Kaschmir fĂŒr sich.
Ein Kampfflugzeug der indischen Luftwaffe: Seit der UnabhĂ€ngigkeit des frĂŒheren Britisch-Indien und seiner Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen beide LĂ€nder die Region Kaschmir fĂŒr sich. (Quelle: Prabhat Kumar Verma/ZUMA Wire/dpa-bilder)
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Die Spannungen zwischen den AtommÀchten spitzt sich zu. Nun hat Indien nach eigenen Angaben auf pakistanischem Gebiet zugeschlagen. Pakistan droht mit Vergeltung.

Indien hat nach eigenen Angaben ein Terroristencamp im pakistanischen Teil Kaschmirs angegriffen. Dabei sei in der Nacht eine sehr große Anzahl Angehöriger der islamistischen Terrorgruppe Jaish-e-Mohammed getötet worden, darunter auch einige AnfĂŒhrer, teilte das Außenministerium in der Hauptstadt Neu Delhi mit. Die seit Jahren in Indien aktive Gruppe hatte den Anschlag am 14. Februar im indischen Teil Kaschmirs fĂŒr sich reklamiert, bei dem 40 Angehörige einer indischen paramilitĂ€rischen Polizeitruppe getötet worden waren.

Der pakistanische Außenminister, Shah Mehsood Qureshi, sprach nach einer Sondersitzung im Außenministerium von einer Verletzung der De-facto-Grenze durch Indien. "Ich wĂŒrde es eine schwerwiegende Aggression nennen", sagte er. "Pakistan behĂ€lt sich das Recht auf Selbstverteidigung und eine angemessene Reaktion vor." Pakistans MinisterprĂ€sident Imran Khan habe eine Dringlichkeitssitzung einberufen, sagte Qureshi weiter.

Der pakistanische Armeesprecher Asif Ghafoor hatte zuvor auf Twitter mitgeteilt, die indische Luftwaffe habe Pakistans Luftraum verletzt. Pakistanische Kampfflieger hĂ€tten rechtzeitig und effektiv darauf reagiert. Das habe dazu gefĂŒhrt, dass die indischen Flieger hastig ihre "Nutzlast" abgeworfen hĂ€tten. Es habe keine Verluste oder SchĂ€den gegeben.

Erster Luftangriff seit Jahren

Seit Jahren hatte es keine Luftangriffe zwischen den verfeindeten AtommĂ€chten gegeben. Auf einen Angriff auf einen MilitĂ€rstĂŒtzpunkt im indischen Teil Kaschmirs mit 19 toten Soldaten hatte Indien im September 2016 nach eigenen Angaben mit einem "chirurgischen Schlag" von Bodentruppen auf pakistanischer Seite der Kontrolllinie geantwortet.

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Das indische Außenministerium sprach von einer "nicht-militĂ€rischen PrĂ€ventivaktion" und bestĂ€tigte nicht, dass die Luftwaffe diese ausgefĂŒhrt hatte. Es habe glaubwĂŒrdige Informationen gegeben, dass Jaish-e-Mohammed weitere AnschlĂ€ge in Indien plante, hieß es aus Neu Delhi. Daraufhin sei das grĂ¶ĂŸte Ausbildungslager der Gruppe im Ort Balakot angegriffen worden. Balakot liegt in der NĂ€he der sogenannten Kontrolllinie, die die jeweils von Indien und Pakistan beherrschten Teile Kaschmirs voneinander trennt.

Indien habe Pakistan wiederholt aufgefordert, etwas gegen die Terrorgruppe zu unternehmen, damit Dschihadisten nicht mehr in Pakistan ausgebildet und bewaffnet wĂŒrden, hieß es weiter. Das Nachbarland habe aber keine konkreten Schritte ergriffen.

Spannungen haben nach Anschlag zugenommen

Indien hatte Pakistan fĂŒr den Anschlag vor knapp zwei Wochen verantwortlich gemacht und eine "gebĂŒhrende Antwort" angekĂŒndigt. Die Regierung in Islamabad hatte den Vorwurf zurĂŒckgewiesen. Khan hatte Vergeltung fĂŒr den Fall eines indischen Angriffs angedroht.


Seit der UnabhĂ€ngigkeit des frĂŒheren Britisch-Indien und seiner Spaltung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen die beiden LĂ€nder das Himalaya-Tal Kaschmir fĂŒr sich. Sie kontrollieren jeweils einen Teil und haben bereits zwei Kriege um das Gebiet gefĂŒhrt. Ein dritter Teil Kaschmirs gehört zu China.

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