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Nordkorea zieht sich von innerkoreanischem Verbindungsbüro zurück

Rückschlag für Korea-Annäherung  

Nordkorea zieht sich von Verbindungsbüro zurück

22.03.2019, 11:27 Uhr | dpa

Nordkorea zieht sich von innerkoreanischem Verbindungsbüro zurück. Chun Hae-sung, Vize-Vereinigungsminister von Südkorea: Nordkorea zieht sich überraschend aus dem gemeinsamen Verbindungsbüro mit Südkorea an der Grenze zurück. (Quelle: dpa/Ahn Young-Joon)

Chun Hae-sung, Vize-Vereinigungsminister von Südkorea: Nordkorea zieht sich überraschend aus dem gemeinsamen Verbindungsbüro mit Südkorea an der Grenze zurück. (Quelle: Ahn Young-Joon/dpa)

Überraschend hat Nordkorea die Kommunikation über das Verbindungsbüro an der innerkoreanischen Grenze abgebrochen. Südkorea bedauert den Schritt.

Seit sechs Monaten unterhalten Süd- und Nordkorea an der gemeinsamen Grenze ein Verbindungsbüro. Es wurde als Symbol des Friedens gepriesen. Doch jetzt wird dieser Kommunikationskanal plötzlich unterbrochen. Und aus Washington ist ein Grollen zu hören.

Die innerkoreanische Annäherung hat einen Rückschlag erlitten. Nordkorea zog sich am Freitag überraschend von einem Verbindungsbüro mit Südkorea nahe der gemeinsamen Grenze zurück. Das Nachbarland habe erklärt, der Schritt erfolge auf Anweisung von höchster Stelle, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Eine Erklärung dafür gab es zunächst nicht. Die Einrichtung des Büros war ein konkretes Ergebnis des ersten Gipfeltreffens des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un im April 2018 gewesen.

Südkorea bedauert den Rückzug

Inwieweit beide Seiten ihre Kommunikation aufrechterhalten oder ob Nordkorea gar den Dialog gänzlich kappen will, war zunächst unklar. Das südkoreanische Ministerium äußerte sein Bedauern über den Rückzug und rief Nordkorea dazu auf, bald zurückzukehren. In Seoul kam der Nationale Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Süd- und Nordkorea hatten ihr erstes ständiges Kommunikationsbüro erst im vergangenen September in der grenznahen nordkoreanischen Stadt Kaesong geöffnet. Zweck des Büros war es unter anderem, sich jederzeit über bilaterale Angelegenheiten und Projekte beraten zu können. Seoul wollte das Büro auch dazu nutzen, um mit Nordkorea über den Abbau von dessen Atomwaffenprogramm zu reden.

Südkoreanische Beamte können im Verbindungsbüro bleiben

Nordkoreas vorläufiger Rückzug erfolgt in einer Phase der Verunsicherung nach dem spektakulären Scheitern des Gipfeltreffens Kims mit US-Präsident Donald Trump Ende Februar in Vietnam. Beide Seiten waren sich in den zentralen Fragen der atomaren Abrüstung des international weitgehend isolierten Nordkoreas und der Gegenleistungen der USA nicht nähergekommen. Die nordkoreanische Vize-Außenministerin Choe Son Hui hatte zuletzt vor ausländischen Journalisten in Pjöngjang weitere Verhandlungen über das Atomwaffenprogramm Nordkoreas infrage gestellt.

Die USA verhängten zudem am Donnerstag erstmals nach dem Gipfel in Hanoi Sanktionen gegen zwei chinesische Reedereien, die der kommunistischen Führung Nordkoreas beim Umgehen der internationalen Sanktionen geholfen haben sollen. Das lässt sich in das Vorgehen Trumps gegen chinesische Unternehmen im Rahmen der Rivalität der beiden Großmächte einreihen, ist aber auch ein klares Signal an Kim.

Nach Angaben des Seouler Vereinigungsministeriums kann Südkorea seine Mitarbeiter in dem Verbindungsbüro in Kaesong aber belassen. Am Wochenende sollen dort 25 südkoreanische Beamte bleiben. Nordkorea wolle den Süden später über weitere praktische Schritte unterrichten, hieß es.
 


Präsident Moon und Kim hatten sich im vergangenen Jahr dreimal getroffen, um die Annäherung voranzubringen. Ihre Wahl für den Ort des Verbindungsbüros fiel auf Kaesong, wo beide Länder bis Anfang 2016 auch einen gemeinsamen Industriepark unterhalten hatten. Beide Länder trieben seit Beginn 2018 ihre Annäherung wieder voran, nachdem sich ein Jahr zuvor die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wegen zahlreicher nordkoreanischer Raketentests und eines weiteren Atomtests deutlich erhöht hatten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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