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UN-Menschenrechtskommissarin Bachelet "schockiert" über Zustände in US-Flüchtlingslagern

Kritik von UN-Vertreterin  

Bachelet "schockiert" über Zustände in US-Flüchtlingslagern

08.07.2019, 16:29 Uhr | AFP

UN-Menschenrechtskommissarin Bachelet "schockiert" über Zustände in US-Flüchtlingslagern. Michelle Bachelet: Die UN-Menschenrechtskommissarin kritisiert die Zustände in den US-Auffanglagern. (Quelle: imago images/Zuma Press)

Michelle Bachelet: Die UN-Menschenrechtskommissarin kritisiert die Zustände in den US-Auffanglagern. (Quelle: Zuma Press/imago images)

Die Menschen bekommen kein Wasser, Kinder schlafen auf dem Boden: Alltag in US-Auffanglagern. Eine UN-Vertreterin zeigt sich entsetzt. Der Präsident will der Presse Zugang zu den Lagern gewähren. 

UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hat sich am Montag "zutiefst schockiert" gezeigt über die Zustände in den umstrittenen Auffanglagern für Flüchtlinge in den USA. Menschenrechtsaktivisten, Ärzte und Anwälte beklagen die Überfüllung und die mangelnde Hygiene in den Lagern. US-Präsident Donald Trump kündigte angesichts der breiten Kritik an, Journalisten den Zugang zu den Einrichtungen zu gewähren.

Ein Bericht aus dem US-Heimatschutzministerium hatte vergangene Woche vor einer "gefährlichen Überbelegung" in mehreren Auffanglagern gewarnt. Auch Kongressabgeordnete der oppositionellen Demokraten erzählten nach Besuchen solcher Einrichtungen von völlig überfüllten Zellen ohne fließend Wasser, in denen Kindern und Erwachsenen der Zugang zu Medikamenten verwehrt wurde und sie wochenlang nicht duschen konnten.

Kinder schlafen auf dem Boden

Als Kinderärztin, Mutter und ehemalige Staatschefin sei sie entsetzt, "dass Kinder gezwungen sind, in überfüllten Einrichtungen auf dem Boden zu schlafen, ohne Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung oder Nahrung und unter schlechten sanitären Bedingungen", teilte Bachelet mit. Die frühere Präsidentin von Chile warnte, selbst wenn Kinder nur kurz und unter guten Bedingungen festgehalten würden, könne dies "schwerwiegende Auswirkungen auf ihre Gesundheit und Entwicklung" haben.

Die "New York Times" hatte am Samstag über eine Grenzschutzstation im texanischen Clint berichtet. Dort würden sich hunderte Kinder in dreckiger Kleidung in von Krankheiten verseuchten Zellen drängen. Der Gestank sei so stark, dass er sich auf die Kleidung der Grenzschutzbeamten übertrage, die Kinder würden ständig weinen, hieß es in dem Artikel.

Presse soll sich Lager ansehen

Präsident Trump nannte die Berichte "Zeitungsenten", räumte aber die Überbelegung ein und kündigte an, einige der Lager Journalisten zugänglich zu machen. "Wir werden Teile der Presse reinlassen, weil sie (die Lager) überfüllt sind, und wir waren diejenigen, die sich über ihre Überfüllung beschwert haben", sagte Trump vor Journalisten in Morristown im US-Bundesstaat New Jersey am Sonntag. "Ich will, dass die Presse reingeht und sie sich ansieht."

Präsident Trump hatte zuvor wenig Mitleid für die Einwanderer in den Einrichtungen gezeigt. Wenn sie unglücklich mit den Bedingungen seien, "sagt ihnen einfach, sie sollen nicht herkommen. Alle Probleme gelöst!"
 

 
Die UN-Menschenrechtskommissarin rief zu Mitgefühl auf. Die Menschen in den Auffanglagern seien vor Gewalt und Hunger geflohen und hätten "auf der Suche nach Schutz und Würde gefährliche Reisen mit ihren Kindern" hinter sich. Jeder Staat habe das Recht, die Umstände der Einreise von Migranten selbst zu bestimmen, aber die "Grenzschutzmaßnahmen müssen ganz klar den Menschenrechtsverpflichtungen des Staates entsprechen", betonte Bachelet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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