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Gaza: Weitere Eskalation zwischen Israel und Islamisten – UN beunruhigt

Vereinte Nationen beunruhigt  

Weitere Eskalation zwischen Israel und Islamisten

13.11.2019, 21:59 Uhr | dpa

Gaza: Weitere Eskalation zwischen Israel und Islamisten – UN beunruhigt. Israelische Soldaten an der Grenze zu Gaza: Seit Beginn der neuen Gewaltwelle wurden 24 Palästinenser durch die Angriffe der Israelis getötet, darunter auch Zivilisten. (Quelle: Reuters/Ammar Awad)

Israelische Soldaten an der Grenze zu Gaza: Seit Beginn der neuen Gewaltwelle wurden 24 Palästinenser durch die Angriffe der Israelis getötet, darunter auch Zivilisten. (Quelle: Ammar Awad/Reuters)

Der Konflikt zwischen Israel und dem Islamischen Dschihad in Gaza eskaliert weiter. Aus den Palästinenser-Gebieten fliegen die Raketen, Israel reagiert mit verstärkten Angriffen auf Dschihadisten in Gaza.

Wieder heulten die Sirenen in Israel: Aus Vergeltung für die Tötung eines ihrer Anführer haben militante Palästinenser am Mittwoch erneut Dutzende Raketen nach Israel abgefeuert. Israels Luftwaffe bombardierte derweil in dem Palästinensergebiet pausenlos Ziele der Extremistengruppe Islamischer Dschihad.

Die Organisation hat schon viele Todesopfer zu beklagen. Doch eine Waffenruhe lehnte die Gruppierung nach der gezielten Tötung ihres Militärchefs Baha Abu Al Ata vorerst ab. "Es kann keine Gespräche über Ruhe geben, während die Straftaten israelischen Besatzung weitergehen", sagte Ahmad al-Mudallal, führender Vertreter der Organisation. Die Vereinten Nationen zeigten sich beunruhigt über die Lage.

14 Tote Palästinenser, darunter drei Zivilisten

Am Mittwoch wurden bei israelischen Angriffen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 14 Palästinenser getötet. Nach palästinensischen Quellen handelte es sich bei den Toten um drei Zivilisten und elf Mitglieder des Islamischen Dschihad. Damit steigt die Zahl der seit Beginn der neuen Gewaltwelle getöteten Palästinenser auf 24.

Die meisten wurden nach israelischen Angaben bei dem Versuch getötet, Raketen auf Israel abzufeuern. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden zudem mehr als 70 weitere Palästinenser verletzt.

Massive Raketenangriffe auf Israel

Am Mittwoch kam es erneut zu massivem Raketenbeschuss auf israelische Ortschaften. Im Grenzgebiet sowie in der Küstenstadt Aschkelon heulten am Morgen Warnsirenen, wie die israelische Armee mitteilte. Die Nachrichtenseite ynet berichtete, die Armee habe zusätzliche Einheiten auch mit schwerem Geschütz ins Grenzgebiet verlegt.

Seit Dienstagmorgen haben militante Palästinenser nach Angaben des Verteidigungsministeriums mehr als 250 Raketen auf Israel abgefeuert. Dutzende davon wurden laut Armee von der Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden. Nach Angaben des Rettungsdienstes erlitten rund 50 Israelis Verletzungen.

Die militanten Palästinenser reagierten mit dem Beschuss auf die gezielte Tötung des Militärchefs Baha Abu Al Ata durch die israelische Luftwaffe. Auch seine Frau kam bei dem Überraschungsangriff in der Nacht zu Dienstag ums Leben.

UN-Nahostgesandte: "absolut inakzeptabel"

Der UN-Nahostgesandte Nikolai Mladenov forderte ein sofortiges Ende des Beschusses israelischer Ortschaften. "Das wahllose Abfeuern von Raketen und Mörsergranaten auf Bevölkerungszentren ist absolut inakzeptabel", sagte er laut einer Mitteilung. Die Vereinten Nationen bemühten sich um eine Deeskalation der Situation.

Aus Sicht israelischer Sicherheitskreise ist die Kernfrage nun, ob die im Gazastreifen herrschende Hamas sich den Attacken anschließen wird. Dann wäre eine noch deutlich größere Eskalation zu befürchten. Der Islamische Dschihad gilt zwar ideologisch als noch radikaler als die Hamas, militärisch aber schwächer. Die Extremistengruppe wird als gefährlicher und destabilisierender Faktor gesehen.

Mischt sich die Extremistenorganisation Hamas ein, könnte der Konflikt weiter eskalieren

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu beschrieb den gezielt getöteten Abu Al Ata als zentralen Drahtzieher vieler Raketenangriffe und Anschläge aus dem Gazastreifen seit letztem Jahr. Dabei agiert der Islamische Dschihad nach Einschätzung Israels häufig auch gegen klare Vorgaben der Hamas.

Auch Ägypten, gemeinsam mit den UN, bemüht sich nach israelischen Medienberichten, die Lage zu beruhigen und vermittelt intensiv hinter den Kulissen.

Islamischer Dschihad soll aus 10.000 Kämpfern bestehen

Der Islamische Dschihad wurde Ende der 1970-er Jahre durch palästinensische Studenten in Ägypten gegründet. Die Organisation wird von Israels Erzfeind Iran finanziert und hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben.

Ebenso wie die Hamas hat sie schon mehrfach blutige Terroranschläge in Israel verübt. Der Islamische Dschihad verfügt laut der Nahost-Expertin Dikla Cohen von der Hebräischen Universität in Jerusalem über rund 10.000 Kämpfer im Gazastreifen. Damit ist sie die zweitstärkste Extremistenorganisation nach der Hamas in dem Küstengebiet.
 

 
Benjamin Netanjahu versicherte am Mittwoch Bewohnern des israelischen Grenzgebietes, man gehe hart gegen die militanten Palästinenser vor: "Terror-Anführer, Kommandeure und Aktivisten wissen, dass sie im Fadenkreuz sind und dass wir jederzeit und an jedem Ort gegen sie vorgehen können."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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