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Hat der saudische Kronprinz Jeff Bezos ausspioniert?

Von t-online, aj

Aktualisiert am 22.01.2020Lesedauer: 2 Min.
Jeff Bezos: Der Unternehmer wurde einem Medienbericht zufolge von Riad ausspioniert.
Jeff Bezos: Der Unternehmer wurde einem Medienbericht zufolge von Riad ausspioniert. (Quelle: imago images)
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Das Handy von Amazon-Chef Jeff Bezos soll durch eine Schadsoftware gehackt worden sein, berichtet eine britische Zeitung. Der Auslöser

Amazon-Chef Jeff Bezos ist offenbar das Opfer eines Hackerangriffs geworden. Sein Mobiltelefon soll im Jahr 2018 durch eine Schadsoftware, die per Whatsapp-Messenger gesendet wurde, mit “hoher Wahrscheinlichkeit“ ausspioniert worden sein. Das gehe es aus den Ergebnissen einer forensischen Untersuchung hervor, wie der britische "Guardian" berichtet.

Doch eine Information des Berichts birgt besonderen Sprengstoff: Die Nachricht soll von dem persönlichen Telefon des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman stammen. Das habe die Zeitung von Zeugen erfahren, die mit der Untersuchung von Bezos‘ Handy vertraut sein sollen.

Bin Salman habe einen freundlichen Austausch mit dem US-MilliardĂ€r auf Whatsapp gehabt, als Bezos eine verschlĂŒsselte Videonachricht mit der Spysoftware erhielt, wie die Zeitung unter Berufung auf die anonymen Quellen berichtet. Demnach soll binnen Stunden ein große Menge an Daten von dem Telefon gesaugt worden sein. Genaue Details darĂŒber, welche Informationen gestohlen wurden, hat die Zeitung bisher nicht bekannt gegeben.

Die saudi-arabische Botschaft reagierte auf den neuen Bericht des "Guardian" mit einem Tweet, in dem es eine Untersuchung forderte. Die Behauptungen der Zeitung seien "absurd". Bezos selbst sagte auf Anfrage des "Guardian" lediglich, er kooperiere derzeit mit den laufenden Ermittlungen der Behörden.

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Informationen werfen neues Licht auf Khashoggi-Mord

Der Bericht dĂŒrfte sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft fĂŒr Wirbel sorgen: Nur fĂŒnf Monate vor dem mutmaßlichen Hackerangriff war der saudische Journalist Jamal Khashoggi in der saudi-arabischen Botschaft in Istanbul ermordet worden. Kronprinz bin Salman geriet damals unter Verdacht, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Jeff Bezos ist seit 2013 EigentĂŒmer der “Washington Post“, eine US-Zeitung, in der Khashoggi regelmĂ€ĂŸig eine Kolumne schrieb, und die sich auch nach seinem Tod kritisch ĂŒber das saudische Königreich Ă€ußerte.

Bezos LiebesaffÀre wurde durch ein Leck bekannt

Zudem veröffentlichte das US-Boulevardmagazin “National Enquirer“ im Januar 2019, also auch nur kurze Zeit nach dem mutmaßlichen Spionage-Vorfall, intime Details ĂŒber Jeff Bezos‘ damalige AffĂ€re mit seiner neuen LebensgefĂ€hrtin. Der reichste Mann der Welt leitete daraufhin eine eigene Untersuchung ein, um herauszufinden, woher das Blatt die privaten Informationen erhalten hatte.

Im MĂ€rz letzten Jahres schrieb dann der Sicherheitschef von Jeff Bezos in einem Artikel fĂŒr das US-Magazin "Daily Beast", die Untersuchung lasse vermuten, dass das saudische Königshaus hinter dem Leck stecken könnte. Bin Salman unterhalte eine “enge Beziehung“ mit David Pecker, dem CEO des Medienunternehmens, dem unter anderem der “National Enquirer“ gehört. Sowohl Saudi-Arabien als auch die Zeitung wiesen die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Der Bruder von Bezos' Geliebter habe die Textnachrichten und Fotos an das Blatt verkauft.

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