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Taliban rechnen mit baldigem Abkommen mit den USA

Von dpa
Aktualisiert am 17.02.2020Lesedauer: 3 Min.
Taliban-K├Ąmpfer in Jalalabad ergeben sich und legen ihre Waffen nieder: Ob die 7-t├Ągige Phase der Gewaltreduzierung erfolgreich sein wird, ist ungewiss.
Taliban-K├Ąmpfer in Jalalabad ergeben sich und legen ihre Waffen nieder: Ob die 7-t├Ągige Phase der Gewaltreduzierung erfolgreich sein wird, ist ungewiss. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)
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In den Konflikt zwischen den USA und den Taliban kommt Bewegung: Noch bis zum Ende des Monats k├Ânnte eine Vereinbarung geschlossen werden, die einen Abzug aller ausl├Ąndischen Truppen vorsieht.

Die militant-islamistischen Taliban sind optimistisch, demn├Ąchst mit den USA ein Abkommen ├╝ber Wege zu Frieden zu unterzeichnen. Eine ├ťbereinkunft werde bis Ende Februar unterschrieben, teilte der Sprecher des politischen B├╝ros der Taliban in Doha, Suhail Schahin, ├╝ber Whatsapp der Deutschen Presse-Agentur mit. Eine Best├Ątigung von US-Seite gab es zun├Ąchst nicht. Die Gewalt im Land dauert weiter an.

Schahin zufolge beinhalte das USA-Taliban-Abkommen, dass alle internationalen Truppen Afghanistan verlassen. Die Taliban w├╝rden ihrerseits sicherstellen, dass von Afghanistan aus kein anderes Land angegriffen werde.

Die eigentlichen Friedensgespr├Ąche werden im Land gef├╝hrt

Zudem sollen nach der Unterzeichnung des Abkommens 5.000 Taliban-Gefangene freigelassen werden. Anschlie├čend sollten innerafghanische Verhandlungen beginnen, sagte Schahin weiter. Dies sind die eigentlichen Friedensgespr├Ąche f├╝r das Land, in denen es um eine Neuverteilung der politischen Macht geht.

Seit Juli 2018 sprechen Vertreter der USA und der Taliban ├╝ber eine politische L├Âsung des mehr als 18 Jahre dauernden Krieges. Am Donnerstag hatte US-Verteidigungsminister Mark Esper in Br├╝ssel erkl├Ąrt, die USA und die Taliban h├Ątten einen "Vorschlag" f├╝r eine siebent├Ągige Reduzierung der Gewalt ausgehandelt.

Reduzierung der Gewalt als Test f├╝r die Taliban

Eine sp├╝rbare Verringerung der Gewalt war zuletzt eine Forderung Washingtons gewesen, um das Abkommen mit den Taliban zu unterzeichnen. Die Reduzierung wird als Test angesehen, dass die Taliban ihre Reihen kontrollieren k├Ânnen. Gelingt dieser Test, soll das Abkommen unterschrieben werden. Laut Esper reichten aus US-Sicht sieben Tage, um beurteilen zu k├Ânnen, wie ernst es den Taliban sei.

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Angaben dazu, wann die Phase der Reduzierung der Gewalt beginnen soll, machte Schahin am Montag nicht. Auch von den USA gibt es dazu noch keine Angaben. Beobachtern zufolge dauert es wohl noch, bis die geplante Gewaltreduzierung durchg├Ąngig vorbereitet ist und alle Details an alle Taliban-Feldkommandeure weitergegeben wurden.

Afghanische Regierung nicht Teil des Deals

Die Kabuler Denkfabrik Afghanistan Analysts Network ging in einer Analyse davon aus, dass die USA ihre Milit├Ąreins├Ątze gegen die Taliban im gleichen Zeitraum reduzieren oder stoppen w├╝rden. Es gibt bisher keine Aussagen dazu, ob die afghanischen Sicherheitskr├Ąfte ÔÇô die Regierung in Kabul war in die USA-Taliban-Verhandlungen nicht involviert ÔÇô ebenso ihre Offensiveins├Ątze herunterfahren oder einstellen werden. Auch dies m├╝sste vorbereitet werden.

Am Montag dauerten die Gefechte in dem Land weiter an. Mindestens 13 Soldaten wurden bei einem Taliban-Angriff in der n├Ârdlichen Provinzhauptstadt Kundus get├Âtet, wie Provinzr├Ąte mitteilten. Vier seien direkt bei dem Angriff auf den Posten umgekommen, weitere neun als Teil einer angeforderten Verst├Ąrkung, die auf dem Weg aus dem Hinterhalt angegriffen wurde.

Pakistan als R├╝ckzugsort f├╝r militante Taliban?

Das afghanische Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, binnen 24 Stunden habe es 20 Offensiveins├Ątze und zehn Luftschl├Ąge in 15 Provinzen des Landes gegeben. Dabei seien mehr als 20 Taliban-K├Ąmpfer get├Âtet worden. Die Angaben des Ministeriums sind nicht unabh├Ąngig ├╝berpr├╝fbar.

Der pakistanische Premierminister Imran Khan wies am Montag erneut den langj├Ąhrigen afghanischen Vorwurf zur├╝ck, Militante im Land zu beherbergen. Pakistan habe alles getan, um den Friedensprozess in Afghanistan zu unterst├╝tzen, sagte Khan bei einer UN-Konferenz in Islambad anl├Ąsslich 40 Jahre afghanischer Fl├╝chtlinge in Pakistan.

Der pakistanische Premierminister Imran Khan spricht bei einem Fl├╝chtlingsgipfel in Islamabad: Es gibt Vorw├╝rfe der Geheimdienst seines Landes unterst├╝tze die Taliban.
Der pakistanische Premierminister Imran Khan spricht bei einem Fl├╝chtlingsgipfel in Islamabad: Es gibt Vorw├╝rfe der Geheimdienst seines Landes unterst├╝tze die Taliban. (Quelle: B.K. Bangash/ap-bilder)

"Es gibt keinen sicheren Hafen in Pakistan", sagte Khan als Antwort auf Bemerkungen des zweiten afghanischen Vizepr├Ąsidenten, Sarwar Danish, dass Pakistan es den Taliban erlaube, K├Ąmpfer aus afghanischen Fl├╝chtlingslagern in Pakistan zu rekrutieren und die Camps zudem als Trainingslager zu nutzen.

Fast drei Millionen afghanische Fl├╝chtlinge in Pakistan

Pakistan wird eine Schl├╝sselrolle im afghanischen Friedensprozess zugerechnet. Dem Land wird nachgesagt, gro├čen Einfluss auf die afghanischen Taliban zu haben und sie ├╝ber die eigenen Geheimdienste zu unterst├╝tzen. Islamabad wies die Vorw├╝rfe stets zur├╝ck.

Khan sagte weiter, rund 2,7 Millionen afghanische Fl├╝chtlinge lebten in Pakistan. Es k├Ânne nicht sichergestellt werden, dass sich unter ihnen nicht auch Militante bef├Ąnden. Seine Regierung tue aber etwas dagegen, unter anderem mit dem Beginn des Baus eines Grenzzauns.

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UN-Generalsekret├Ąr Ant├│nio Guterres, der ebenfalls die Konferenz besuchte, sagte, er sei sehr "ermutigt" von Pakistans starkem Engagement f├╝r Frieden in Afghanistan. Es sei Zeit f├╝r die Afghanen, Frieden zu haben. "Kein Afghane wird uns vergeben, wenn diese Gelegenheit nicht genutzt wird", sagte er.

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