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Belarus: EU droht mit Sanktionen gegen Alexander Lukaschenko


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EU droht mit Sanktionen gegen Alexander Lukaschenko

Von afp
Aktualisiert am 12.10.2020Lesedauer: 3 Min.
Staatschef Alexander Lukaschenko: Er ist seit 26 Jahren an der Macht.
Staatschef Alexander Lukaschenko: Er ist seit 26 Jahren an der Macht. (Quelle: ITAR TASS/imago-images-bilder)
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Die Massenproteste in Belarus werden weiterhin mit Gewalt unterdrückt. Die Europäische Union will deshalb ihre Sanktionen gegen das Land ausweiten. Im Fokus ist jetzt auch der Staatschef.

Wegen der anhaltenden Gewalt gegen Demonstranten in Belarus nimmt die EU nun Staatschef Alexander Lukaschenko persönlich ins Visier. Die EU sei bereit, auch gegen Lukaschenko Sanktionen zu verhängen, erklärten die EU-Außenminister am Montag in Luxemburg. Demnach wird die EU auch die Zusammenarbeit mit der Regierung in Minsk und deren finanzielle Unterstützung weiter einschränken.

Seit der Präsidentschaftswahl vom 9. August sieht sich Lukaschenko Massenprotesten gegenüber. Die Opposition wirft dem seit 26 Jahren regierenden Staatschef Wahlbetrug vor. Die belarussischen Sicherheitskräfte gehen gewaltsam gegen die Demonstranten vor.

EU: Wahl war weder frei noch frei

Die EU hat die Wahlen als weder frei noch fair kritisiert. Lukaschenko fehle damit "jegliche demokratische Legitimität", bekräftigten die Außenminister am Montag. Sie unterstützten erneut die Forderung der Opposition nach Neuwahlen.

Wegen des Konflikts wurden von der EU bisher Sanktionen gegen 40 Verantwortliche verhängt. Unter ihnen sind Innenminister Juri Karaeu, Mitglieder der staatlichen Wahlkommission, des Geheimdienstes KGB sowie der Spezialeinheiten Omon und SOBR. Betroffene wurden mit Einreisesperren belegt und ihre möglichen Konten in der EU eingefroren.

"Gewalt geht weiter"

Die Lage habe sich in den vergangenen Wochen nicht verbessert, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zu Beginn des Ministertreffens. "Die Gewalt geht weiter, die ausgeübt wird vom Lukaschenko-Regime." Er habe deshalb vorgeschlagen, "ein neues Sanktionspaket auf den Weg zu bringen", das auch Lukaschenko einbeziehe.

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Die EU sei "bereit, weitere restriktive Maßnahmen zu ergreifen, darunter gegen Institutionen und hochrangige Beamte, einschließlich A. Lukaschenko", hieß es dann in einer Erklärung der Minister. Ohne eine Kehrtwende Lukaschenkos werde dies nun in den zuständigen EU-Gremien umgesetzt, sagte ein Diplomat. Nach AFP-Informationen sollen auch Familienmitglieder Lukaschenkos und Richter auf die EU-Sanktionsliste gesetzt werden.

Praktisch alle führenden Oppositionellen des Landes sind inzwischen im Exil oder in Haft. Jedes Wochenende gibt es Massendemonstrationen gegen Lukaschenko. Am Sonntag löste die Polizei in Minsk eine Kundgebung mit Blendgranaten und Wasserwerfern auf. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Wjasna nahmen die Behörden rund 600 Menschen fest.

Oppositionelle sollen aus Haft entlassen worden sein

Laut Staatsfernsehen wurden zwei oppositonsnahe Unternehmer aus der Haft entlassen. Demnach verließen der Geschäftsmann Juri Woskresenski und Dmitri Rabzewitsch, Leiter des Minsker Büros eines Softwareunternehmens, am Sonntag das Gefängnis in Minsk.

Die EU-Außenminister forderten Minsk erneut auf, in einen Dialog mit der Zivilgesellschaft zu treten, um eine friedliche Lösung zu erreichen. Sie forderten gleichzeitig die sofortige Freilassung willkürlich festgenommener Demonstranten und politischer Gefangener. Zudem müssten Menschenrechtsverletzungen vollständig aufgeklärt werden.

Gleichzeitig will die EU ihre finanzielle Hilfe für das Land neu ausrichten, damit diese zwar der Bevölkerung und der Zivilgesellschaft zugute kommt, nicht aber den Zentralbehörden, wie es in der Erklärung hieß. Dazu soll auch die Europäische Investitionsbank ihre Politik überarbeiten.

Zypern verhinderte Strafmaßnahmen

Die Anfang des Monats in Kraft gesetzten Sanktionen waren von der EU eigentlich schon im August grundsätzlich beschlossen worden. Zypern verhinderte aber wochenlang, dass die Strafmaßnahmen in Kraft gesetzt wurden.

Grund war, dass das EU-Land gleichzeitig Sanktionen gegen die Türkei wegen des Konflikts um Gas-Bohrungen im Mittelmeer forderte. Erst beim EU-Gipfel Anfang Oktober machte Nikosia den Weg für die Belarus-Sanktionen frei.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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