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Vergeltungsaktion: Russland weist tschechische Diplomaten aus

Vergeltungsaktion aus Moskau  

Russland weist tschechische Diplomaten aus

18.04.2021, 21:34 Uhr | AFP, dpa

Vergeltungsaktion: Russland weist tschechische Diplomaten aus. Russlands Präsident Wladimir Putin: Die Ausweisung russischer Diplomaten aus Tschechien empfindet Moskau als "Provokation". (Quelle: imago images)

Russlands Präsident Wladimir Putin: Die Ausweisung russischer Diplomaten aus Tschechien empfindet Moskau als "Provokation". (Quelle: imago images)

Am Samstag wies Tschechien russische Diplomaten aus, nun folgt die Retourkutsche: Russland verweist 20 Tschechen des Landes. Zuvor soll der Botschafter einbestellt worden sein.

Russland verweist 20 tschechische Diplomaten des Landes. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP am Samstagabend unter Berufung auf russische Nachrichtenagenturen. Laut tschechischer Seite sind es 16 Diplomaten und vier Mitarbeiter ohne Diplomatenstatus. Sie müssen bis Montagabend Russland verlassen. Bei der Kreml-Entscheidung handelt es sich wohl um die angekündigten Vergeltungsmaßnahmen, nachdem am Samstag 18 russische Diplomaten aus Tschechien ausgewiesen worden waren. 

"Wir werden Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, die die Urheber dieser Provokation zwingen, ihre volle Verantwortung für die Zerstörung der Grundlage der normalen Beziehungen zwischen unseren Ländern zu verstehen", hatte das russische Außenministerium zuvor mitgeteilt. Der tschechische Botschafter soll einbestellt worden sein. 

Tschechische Regierung wies 18 Russen aus

Die tschechische Regierung hatte am Samstag angekündigt, wegen der mutmaßlichen Verwicklung Moskaus in die Explosion eines Munitionslagers im Jahr 2014 insgesamt 18 russische Diplomaten auszuweisen. Die Mitarbeiter der Prager Botschaft wurden demnach als Agenten der russischen Geheimdienste enttarnt.

Die tschechische Polizei veröffentlichte zudem Fahndungsfotos von zwei Tatverdächtigen. Die Bilder zeigen zwei Russen, die bereits in Zusammenhang mit einem Nervengift-Anschlag auf den früheren Doppelspion Sergej Skripal in Großbritannien 2018 gesucht werden. Russland weist jede Verwicklung in den Fall Skripal zurück.

Einfluss Washingtons vermutet

Moskau vermutet hinter der Ausweisung den Einfluss Washingtons. "In ihrem Wunsch, den USA vor dem Hintergrund der jüngsten US-Sanktionen gegen Russland zu gefallen, haben die tschechischen Behörden in dieser Hinsicht sogar ihre Herren jenseits des großen Teichs übertroffen", erklärte das Außenministerium.

Die USA hatten am Donnerstag wegen mutmaßlicher russischer Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl vom vergangenen November und dem SolarWinds-Cyberangriff zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt. Außerdem wurde die Ausweisung von zehn russischen Diplomaten aus den USA verkündet.

In der tschechischen Hauptstadt Prag riefen die Enthüllungen Empörung hervor. Rund hundert Menschen demonstrierten am Sonntag vor der russischen Botschaft, sie schwenkten Transparente mit der Aufschrift "Wir sind nicht Russlands Hinterhof" und riefen "Schande". In der Nacht zuvor hatte die Polizei zudem sieben Menschen festgenommen, die die russische Botschaft in Prag mit Ketchup beschmiert hatten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP, dpa

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