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Mehr als 300 Festnahmen bei Protesten in Armenien

Von dpa
18.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Polizeibeamte nehmen einen Demonstranten fest: Die Proteste in Armenien dauern seit Tagen an.
Polizeibeamte nehmen einen Demonstranten fest: Die Proteste in Armenien dauern seit Tagen an. (Quelle: Alexander Patrin/TASS/imago-images-bilder)
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Seit Tagen gehen in Armenien Hunderte Menschen gegen den amtierenden Regierungschef Nikol Paschinjan auf die Stra├če. Die Stimmung bei den Protesten heizt sich zunehmend auf, es kam zu Ausschreitungen.

Bei Protesten in der S├╝dkaukasusrepublik Armenien gegen Regierungschef Nikol Paschinjan sind am Mittwoch mehr als 300 Menschen vor├╝bergehend festgenommen worden. Die Menschen, die an verschiedenen Stellen der armenischen Hauptstadt Eriwan die Stra├čen und Metro-Eing├Ąnge blockierten, fordern seit Tagen den R├╝cktritt Paschinjans.

Die Demonstranten werfen ihm vor, das Land St├╝ck f├╝r St├╝ck zu verkaufen, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur in Eriwan berichtete. Tausende Menschen legten an verschiedenen Stellen der Stadt mit den Protesten den Verkehr lahm. Die Polizei schreitet immer wieder ein, um die Wege freizumachen. Allein am Mittwoch kamen nach offiziellen Angaben 364 Menschen vor├╝bergehend in Gewahrsam.

Nach friedlichen Aktionen leisteten einige Demonstranten nun auch verst├Ąrkt Widerstand. Es habe mehrere Verletzte gegeben, hie├č es. Die Lage sei unter Kontrolle, alle staatlichen Strukturen seien auch nach 20 Tagen Protest intakt, sagte der Vizechef der armenischen Polizei, Ara Fidanjan.

Menschen werfen Paschinjan Niederlage gegen Aserbaidschan vor

Die Proteste richten sich gegen die Politik Paschinjans mit Blick auf die zwischen Armenien und Aserbaidschan umstrittene Region Berg-Karabach. Ein Gro├čteil des zuvor von Armenien kontrollierten Gebiets ist nach einem Krieg beider L├Ąnder im Herbst 2020 an Aserbaidschan gefallen. Das hat eine schwere politische Krise in Armenien ausgel├Âst. Obwohl Paschinjan im vergangenen Jahr Neuwahlen gewinnen konnte, werfen viele Armenier ihm nach wie vor eine Niederlage in dem Krieg vor. Beobachter erwarten, dass es erneut zu vorgezogenen Neuwahlen kommen k├Ânnte.

Armenien strebt nun unter internationaler Vermittlung unter anderem von Russland ein Friedensabkommen mit dem verfeindeten Nachbarland Aserbaidschan an. Bisher wird ein Waffenstillstand zwischen Aserbaidschanern und Armeniern von russischen Soldaten in der Bergregion ├╝berwacht. W├Ąhrend sich Aserbaidschan von der T├╝rkei unterst├╝tzt sieht, verl├Ąsst sich Armenien auf Russland als Schutzmacht. Seit dem Ende der K├Ąmpfe kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen an der Grenze.

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