Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > USA >

Corona-Krise: US-Präsident Donald Trump hat wohl im Weißen Haus gewütet

Sinkende Umfragewerte  

Trump soll im Weißen Haus gewütet haben

01.05.2020, 10:16 Uhr
Corona-Krise: US-Präsident Donald Trump hat wohl im Weißen Haus gewütet. Donald Trump bei einer Besprechung im Weißen Haus: Der US-Präsident soll sich mit seinem Wahlkampfmanager gestritten haben. (Quelle: AP/dpa/Evan Vucci)

Donald Trump bei einer Besprechung im Weißen Haus: Der US-Präsident soll sich mit seinem Wahlkampfmanager gestritten haben. (Quelle: Evan Vucci/AP/dpa)

Corona-Krise, hohe Arbeitslosigkeit, negative Medienberichte: Die US-Wahl 2020 steht vor der Tür – und Präsident Trump hat es derzeit nicht leicht. Das bekommt nun offenbar auch sein Wahlkampfmanager zu spüren. 

Wutanfall im Weißen Haus: US-Präsident Donald Trump hat Medienberichten zufolge seinen Wahlkampfmanager Brad Parscale bei einem Gespräch zu seinen sinkenden Umfragewerten heftig attackiert – und ihm sogar mit einer Klage gedroht. Davon berichtet unter anderem der US-Nachrichtensender CNN

"Ich werde verdammt noch mal nicht gegen Joe Biden verlieren", habe Trump geschrien. Zudem habe der Präsident seinem Wahlkampfmanager in dem hitzigen Gespräch mit einer Klage gedroht. Der Vorfall ereignete sich demnach vergangene Woche Freitag (Ortszeit), vor den Augen von Donald Trumps höchsten politischen Beratern. Parscale hatte Trump per Telefon die Botschaft über seinen Rückstand im Präsidentschaftsrennen überbracht. "Trump wies die Schuld von sich und beschimpfte Parscale wegen der schlechten Umfrageergebnisse", schreibt CNN unter Berufung auf mehrere Insider.

Eine Umfrage von Reuters/Ipsos ergab diese Woche, dass 44 Prozent der registrierten Wähler hinter dem ehemaligen Vizepräsidenten Biden stehen und 40 Prozent hinter Trump. Zudem gaben laut einer Umfrage des Pew Research Centers fast zwei Drittel der Amerikaner an, der Präsident habe zu Beginn der Corona-Epidemie zu langsam auf die Bedrohung durch das Virus reagiert.

Interessieren Sie sich für US-Politik? Unser Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt über seine Arbeit im Weißen Haus und seine Eindrücke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter. Hier können Sie die "Post aus Washington" kostenlos abonnieren, die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Trumps Berater hatten den Präsidenten offenbar vor dem Gespräch mit Parscale gewarnt, dass sein Ton gegenüber der Presse bei seinen täglichen Corona-Briefings bei den Wählern nicht gut ankomme. Trump handelte sich wegen zu viel Eigenlob, verbaler Attacken auf Journalisten und mehrerer umstrittener Aussagen zunehmend Kritik für seine Auftritte ein. Erst bei seiner Pressekonferenz am Tag vor dem Gespräch hatte Trump suggeriert, Desinfektionsmittel per Spritze könnten möglicherweise eine wirksame Behandlung für Coronavirus-Patienten sein. Damit löste er breite Empörung aus.

Desinfektionsmittel gegen Corona: Vor Kameras erklärte US-Präsident Trump seine skurrile Behandlungsidee für Corona-Patienten. (Quelle: t-online.de)

Trump: Wahlkampfmanager macht großartigen Job

Trump selbst bestreitet das Gespräch – und bezeichnete den Bericht von CNN in einer Twitter-Nachricht als "Fake News". "Tatsächlich macht er einen großartigen Job, ich habe ihn niemals angeschrien," schrieb der Präsident in dem Post über seinen Wahlkampfmanager. Weder das Weiße Haus noch das Wahlkampfteam des Präsidenten haben sich bisher offiziell dazu geäußert, wie CNN berichtet. Der Ausraster sei aber ein Zeichen dafür, dass der Druck auf den Präsidenten in der Corona-Krise stetig wachse – vor allem in Hinblick auf die anstehenden Wahlen.



Auch Parscale meldete sich auf Twitter – und richtete seine Botschaft direkt an die "falschen Medien": "Donald Trump hat mich nicht angeschrien", schrieb der Wahlkampfmanager. Seine fast 10-jährige Beziehung zu Trump sei großartig. "Interessant wie mehrere Medien die gleiche falsche Geschichte verbreiten", so Parscale. Die Informationen kämen von "verbitterten Quellen" , die eindeutig das Ziel verfolgten, dem Präsidenten zu schaden. 



Schon in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch (Ortszeit) hatte Trump erklärt, er glaube den Umfragen nicht. Die Amerikaner seien schlau. "Und ich glaube nicht, dass sie einen Mann nehmen, der inkompetent ist." Biden sei in den vergangenen 30 Jahren erfolglos gewesen.


Biden war erst jahrzehntelang Senator und dann unter Trumps Vorgänger Barack Obama Vizepräsident. Die Vorwahlen der Demokraten laufen noch, Biden steht bei den Demokraten als Präsidentschaftskandidat allerdings schon fest, nachdem sich der linke Senator Bernie Sanders aus dem Rennen zurückgezogen hat. Im Sommer soll Biden offiziell bei den Demokraten als Gegner für den Republikaner Trump gekürt werden.

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: