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Corona-Krise in den USA: Regierung will Corona-Arbeitsgruppe auflösen

Zeichen des "enormen Fortschritts"  

US-Regierung will Corona-Arbeitsgruppe auflösen

06.05.2020, 07:27 Uhr | dpa

Corona-Krise in den USA: Regierung will Corona-Arbeitsgruppe auflösen. US-Präsident Trump mit seiner Corona-Taskforce: Die Gruppe von US-Experten soll bald aufgelöst werden. (Quelle: Reuters/Leah Millis)

US-Präsident Trump mit seiner Corona-Taskforce: Die Gruppe von US-Experten soll bald aufgelöst werden. (Quelle: Leah Millis/Reuters)

Fast täglich stehen Präsident Trumps Experten mit ihm vor der Kamera, um über Covid-19 zu berichten. Damit soll offenbar bald Schluß sein. Die Infektionszahlen in den USA sind derweil auf über 1,2 Millionen geklettert. 

Die US-Regierung prüft nach Angaben von Vizepräsident Mike Pence die Auflösung der ranghoch besetzten Coronavirus-Arbeitsgruppe im Weißen Haus. Dies könne Ende Mai oder Anfang Juni geschehen und sei ein Zeichen des "enormen Fortschritts" im Kampf gegen das neuartige Coronavirus, sagte Pence am Dienstag. Wenn die von ihm geleitete Gruppe aufgelöst werde, würden die beteiligten Behörden, darunter der Katastrophenschutz (Fema), die Federführung übernehmen, sagte Pence. Zweck der Corona-Arbeitsgruppe ("Task Force") war es unter anderem, die nötigen Behörden der Regierung zu mobilisieren und deren Handeln zu koordinieren.

Bei einem Besuch im südwestlichen Bundesstaat Arizona erklärte Präsident Donald Trump, die Arbeitsgruppe solle von einem neuen Team abgelöst werden, das sich auf die sichere Wiedereröffnung der Wirtschaft konzentriere. "Wir können unser Land nicht für fünf Jahre geschlossen halten", sagte Trump. Die Menschen in Amerika seien "Kämpfer", sagte Trump. Es sei keine perfekte Situation und es würden "manche Menschen" schwer vom Virus betroffen sein. "Aber wir müssen das Land wieder aufmachen, wir müssen es bald aufkriegen", sagte er.

Besuch von Maskenfabrik in Arizona ohne Gesichtsschutz

Ohne Gesichtsmaske besuchte Trump auch die medizinische Maskenfabrik Honeywell. Auf Trumps Tour durch die Produktionshallen ist ein Schild zu sehen, auf dem steht "Achtung: Gesichtsmaske in diesem Bereich erforderlich, Danke!" Im Gegensatz zu den Arbeitern trägt auch Honeywell-Chef Darius Adamczyk wie Trump keine Maske.

In seiner Rede vor Ort betonte er die Notwendigkeit einer schnellen Wiedereröffnung der US-Wirtschaft – trotz des Virus. "Werden einige Menschen von dem Virus betroffen sein? Ja. Werden einige Menschen schwer betroffen sein? Ja. Aber wir müssen unser Land öffnen, und wir müssen es bald öffnen." Auf die Frage, ob er sich gegen das Coronavirus impfen lassen würde, sobald ein Impfstoff entwickelt sei, entgegnete Trump: "Wenn es einen Impfstoff gibt und sie wollten, dass ich der Erste bin, der ihn erhält, dann bin ich der Erste in der Reihe, oder ich wäre der Letzte in der Reihe, oder ich würde ihn überhaupt nicht nehmen, was auch immer das Beste für das Land ist." 

Infektions- und Todeszahlen erwecken keinen guten Eindruck

Trotz der von Pence und Trump reklamierten Erfolge im Kampf gegen den Erreger scheint die Coronavirus-Pandemie in den USA längst nicht unter Kontrolle zu sein. Bislang sind in den USA den Forschern der Universität Johns Hopkins zufolge rund 1,2 Millionen Ansteckungen nachgewiesen worden, rund 70.000 Menschen kamen ums Leben. Einem einflussreichen Modell zufolge, das auch bereits mehrfach von der Regierung herangezogen worden war, könnte die Zahl der Toten bis zum Hochsommer noch auch etwa 134.000 ansteigen.

Der Hintergrund ist, dass immer mehr Bundesstaaten die von ihnen erlassenen Corona-Beschränkungen wieder lockern – zum Teil obwohl es dort weiter eine hohe Zahl Neuansteckungen gibt. Das entspricht dem Wunsch von Präsident Trump, der Druck macht, das Land wieder zu öffnen, um die verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu begrenzen. Trump bewirbt sich im November um eine zweite Amtszeit.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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