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Khashoggi-Mord: Trump soll Saudi-Kronprinzen "Arsch gerettet" haben

Woodward-Buch  

Khashoggi-Mord: Trump gab mit Schutz von Saudi-Kronprinzen an

11.09.2020, 18:03 Uhr | AFP, aj

Khashoggi-Mord: Trump soll Saudi-Kronprinzen "Arsch gerettet" haben. Donald Trump mit Mohammed bin Salman im Weißen Haus: "Ich habe seinen Arsch gerettet", soll der US-Präsident über den saudischen Kronprinzen gesagt haben. (Quelle: Archivbild/ imago images)

Donald Trump mit Mohammed bin Salman im Weißen Haus: "Ich habe seinen Arsch gerettet", soll der US-Präsident über den saudischen Kronprinzen gesagt haben. (Quelle: Archivbild/ imago images)

Star-Journalist Bob Woodward setzt Donald Trump mit seinem neuen Buch unter massiven Druck. Auch im Fall eines ermordeten Journalisten kommen nun fragwürdige Äußerungen des US-Präsidenten ans Licht.

US-Präsident Donald Trump hat laut dem Enthüllungsbuch des Reporters Bob Woodward damit angegeben, den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman vor US-Untersuchungen im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi bewahrt zu haben. "Ich habe seinen Arsch gerettet", wird Trump in am Donnerstag von dem Portal "Business Insider" veröffentlichten Vorabauszügen zitiert.

Der Präsident bezog sich damit dem Buch zufolge auf die Haltung des US-Kongresses zu dem Mordfall. Er habe erreicht, dass der Kongress den Kronprinzen "in Ruhe gelassen" habe, wird Trump zitiert. "Ich war in der Lage, sie dazu zu bringen, aufzuhören." Trump wies demnach auch darauf hin, dass bin Salman selber eine Verwicklung in den Khashoggi-Mord bestritten hatte: "Er wird immer sagen, dass er das nicht getan hat."

Brutaler Mord im Konsulat in Istanbul

Der US-Geheimdienst CIA war allerdings laut Medienberichten zu dem Schluss gelangt, dass der Kronprinz wahrscheinlich hinter dem Verbrechen gesteckt habe. Der 59-jährige Journalist war im Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul von einem entsandten 15-köpfigen Kommando ermordet worden, seine Leiche wurde zerstückelt. Der Fall löste international einen Sturm der Entrüstung aus und fügte dem Ansehen Saudi-Arabiens schweren Schaden zu.


Im saudiarabischen Prozess zu dem Fall wurden der stellvertretende Geheimdienstchef Ahmed al-Assiri und der ehemalige Berater des Kronprinzen, Saud al-Kahtani, entlastet. Fünf im Dezember verhängte Todesurteile in dem Fall wurden zu Beginn dieser Woche in langjährige Haftstrafen umgewandelt. Anfang Juli hatte in Istanbul der türkische Prozess zu dem Fall. Allen 20 Angeklagten, unter ihnen al-Assiri und al-Kahtani, wird in Abwesenheit der Prozess gemacht.

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Trump spielte Corona-Pandemie absichtlich herunter

Die Enthüllungen Woodwards bringen Trump acht Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl unter massiven Druck. So geht aus bereits am Mittwoch veröffentlichten Auszügen hervor, dass Trump seine Landsleute bewusst über die Gefahr der Corona-Pandemie im Unklaren gelassen und diese heruntergespielt hatte. Er begründete dies damit, dass er "Panik" im Land vermeiden wolle. In den Umfragen liegt Trump derzeit hinter seinem Herausforderer Joe Biden von den oppositionellen Demokraten.

Woodwards Buch "Rage" ("Zorn") soll am 15. September erscheinen. Es beruht auf 18 Interviews, die Trump dem legendären Journalisten zwischen Dezember 2019 und Juli 2020 gab und die mit seinem Einverständnis mitgeschnitten wurden.

Woodward war in den 1970er Jahren zusammen mit seinem "Washington Post"-Kollegen Carl Bernstein durch seine Recherchen zur Watergate-Abhöraffäre um Präsident Richard Nixon weltberühmt geworden. Seitdem hat er immer wieder Enthüllungsbücher über US-Präsidenten veröffentlicht, so auch 2018 eines über Trump mit dem Titel "Fear" ("Furcht").

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur afp

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