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"Proud Boys" feiern Trump-Zitat bei TV-Debatte: Wer steckt hinter der Gruppe?

"Haltet euch bereit"  

"Proud Boys" feiern Trump-Zitat: Wer steckt hinter der Gruppe?

30.09.2020, 12:46 Uhr
US-Wahlkampf: Trump und Biden treffen in TV-Debatte aufeinander

Am Dienstag trafen die beiden US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden erstmals in einer TV-Debatte direkt aufeinander. Moderator Chris Wallace hatte stellenweise Mühe, die hitzige Debatte zu kontrollieren. (Quelle: t-online/Reuters)

"Hältst du mal die Klappe, Mann?": Hier sehen Sie die wichtigsten Ausschnitte aus dem hitzigen TV-Duell. (Quelle: t-online/Reuters)


Im TV-Duell zur US-Präsidentschaftswahl hat Donald Trump mit seinen Aussagen mal wieder für Aufsehen gesorgt. Besonders eine hat die rechtsextreme Organisation "Proud Boys" aufhorchen lassen.

US-Präsident Donald Trump hat erneut die politischen Fronten zwischen linken und rechten Gruppen verschärft. Im 90-minütigen TV-Duell zur Präsidentschaftswahl mit seinem Konkurrenten Joe Biden widersprach der amtierende Präsident dem Moderator Chris Wallace. Wallace wollte wissen, ob Trump bereit sei, Rassisten und Milizen zu verurteilen und sie zur Zurückhaltung aufzurufen.

Statt direkt auf die Frage zu antworten, nutzte der Präsident den Anlass, um sich mit ermutigenden Worten an eine rechtsextreme Gruppe zu wenden: die "Proud Boys". "Proud Boys, tretet zurück und haltet euch bereit! Ich sage euch etwas: Irgendjemand muss etwas gegen die Antifa und die Linken unternehmen", sagte Trump – und sagte damit in etwa das Gegenteil von dem, worauf Wallace mit seiner Frage gezielt haben dürfte.

Die "Proud Boys" feiern Trumps Zitat

Innerhalb weniger Minuten teilten Mitglieder der neofaschistischen Gruppe auf Twitter und in privaten sozialen Medienkanälen ihre Freude über Trumps Aussage. Sie nannten die Äußerungen des Präsidenten "historisch". In dem Telegram-Kanal "Proud Boys on Telegram" bezeichneten die Gruppenmitglieder den Kommentar des Präsidenten außerdem als stillschweigende Billigung ihrer gewalttätigen Taktiken, schreibt die "New York Times".

Auch Joe Biggs, einer der Organisatoren der Gruppe, interpretierte Trumps Aussage: "Im Grunde hat Trump gesagt 'Los, macht sie fertig'. Das freut mich sehr!" Die Organisation nutzt Trumps Aussage sogar schon als Aufdruck auf T-Shirts und als Gruppenlogo.

Wer sind die "Proud Boys"?

Die "Proud Boys"-Miliz beschreibt sich selbst als "eine pro-westliche brüderliche Organisation für Männer". Die Gruppe hat Gewalt offen befürwortet und wurde kürzlich mit mehreren gewalttätigen Zwischenfällen bei Protesten, unter anderem in Portland und Oregon, in Verbindung gebracht. Dort schlugen sich die Mitglieder mit linken Demonstranten, die gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße gingen. 

Portland, Oregon, USA: Bei den Black Lives Matter-Protesten sorgten die rechten "Proud Boys" für Gegendemonstrationen und gewalttätige Auseinandersetzungen. (Quelle: imago images/ZUMA Wire)Portland, Oregon, USA: Bei den Black Lives Matter-Protesten sorgten die rechten "Proud Boys" für Gegendemonstrationen und gewalttätige Auseinandersetzungen. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Diese Zusammenstöße zwischen rechten und linken Gruppen befeuerte Trump durch seine Anschuldigungen, die linke Antifa zerstöre demokratische Städte.

Die "Proud Boys" wurden 2016 von Gavin McInnes, einem der Gründer von Vice Media, gegründet. 2018 verbannten Twitter und Facebook die Gruppe mit Berufung auf ihre Richtlinien gegen Hass und Hetze von den Plattformen. Facebook gilt als eines der Hauptforen, um neue Mitglieder zu werben.

Verwendete Quellen:

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