• Home
  • Politik
  • Kolumne - Gerhard Spörl
  • Corona-Lockdown: "Wir werden Angela Merkel schon ziemlich bald vermissen"


Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung ĂŒbernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Wir werden Merkel schon ziemlich bald vermissen

Von Gerhard Spörl

Aktualisiert am 13.12.2020Lesedauer: 4 Min.
FernsehĂŒbertragung der Pressekonferenz: FĂŒr das Seltsame Hin und Her in den Corona-Maßnahmen ist nicht Merkel verantwortlich, meint t-online-Kolumnist Gerhard Spörl.
FernsehĂŒbertragung der Pressekonferenz: FĂŒr das Seltsame Hin und Her in den Corona-Maßnahmen ist nicht Merkel verantwortlich, meint t-online-Kolumnist Gerhard Spörl. (Quelle: MiS/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextInflationsrate sinktSymbolbild fĂŒr einen TextDrosten zeigt "Querdenker" anSymbolbild fĂŒr einen TextSchĂŒsse bei Geldtransporter-ÜberfallSymbolbild fĂŒr ein VideoKritik an Scholz: Sprecherin reagiertSymbolbild fĂŒr ein VideoHochwasser und Erdrutsche in ÖsterreichSymbolbild fĂŒr einen TextSchĂŒlerin fehlt Punkt zum perfekten AbiSymbolbild fĂŒr einen TextNeue ARD-Partnerin fĂŒr SchweinsteigerSymbolbild fĂŒr einen TextFrau wochenlang an See misshandeltSymbolbild fĂŒr einen TextWie lange dĂŒrfen Benziner noch fahren?Symbolbild fĂŒr einen TextSensationstransfer vor AbschlussSymbolbild fĂŒr einen TextDirndl bei G7-Gipfel? Söder sauerSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserPocher fordert krasses SchmerzensgeldSymbolbild fĂŒr einen TextSchlechtes Hören erhöht das Demenzrisiko

Ausgerechnet vor Weihnachten soll das Land wieder in Starre verfallen. Die Kanzlerin hat Recht behalten. LÀsst sich die Pandemie bis zum 10. Januar eindÀmmen?

Ich gehöre nicht zu den umsichtigen Menschen, die schon alle Geschenke beisammen haben. Ich werde MĂŒhe haben, fĂŒr jeden etwas bis Dienstag zu bekommen, bevor das Land in Starre verfĂ€llt. An Weihnachten sitzen wir sonst immer in großer Runde zusammen. Diesmal bleiben wir zu dritt, Eltern und Tochter, und wir werden uns komisch fĂŒhlen. Dann Silvester: ohne Böller ist der Jahreswechsel langweilig, na klar.

Was wÀre die Alternative?

Ist aber eben so. Es muss so sein, wenn sich Menschen massenweise Tag fĂŒr Tag neu infizieren, wenn Tag fĂŒr Tag 400 bis 600 Menschen sterben. Demokratien mĂŒssen dann HumanitĂ€t beweisen und versuchen, diese ĂŒble Pandemie mit Ă€ußersten Mitteln einzudĂ€mmen. Wenn es mit einem leichten Lockdown nicht geht, dann liegt die VerschĂ€rfung nahe, die seit heute morgen beschlossene Sache ist.

NatĂŒrlich sind die Folgen fĂŒr unser Wirtschaftsleben und die Kultur fatal. NatĂŒrlich fĂŒhren Stillstand und Ausschluss zu Spannungen in kleinen Wohnungen mit vielen Menschen einerseits und zur Vereinsamung von Alleinlebenden andererseits. Aber was wĂ€re die Alternative? Mehr GleichgĂŒltigkeit oder Zynismus?

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
BBC-Moderatorin Deborah James ist tot
Deborah James: Die krebskranke Moderatorin verabschiedete sich in einem emotionalen Post von ihren Fans.


Wir werden Merkel schon bald vermissen

Die LĂ€nder um uns herum sind da ohnehin weiter. Österreich oder Frankreich fingen frĂŒher mit durchgreifenden Maßnahmen an, ohne dass die zweite Welle gebrochen wĂ€re. Die Schweiz dagegen bleibt stur, obwohl die Zahlen dort auch steigen. Der im Weißen Haus verbarrikadierte PrĂ€sident schert sich nicht um die monströse Zahl an Infizierten und Toten, weil er sich immer und ewig nur um sich selber schert und preist sich jetzt dafĂŒr, dass der Impfstoff da ist. Absurder Sonderfall.

In Deutschland ist es fĂŒr einen Nachruf zu frĂŒh, schon wahr, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir unsere Bundeskanzlerin ziemlich bald vermissen werden, sobald sie uns mit den 16 Zwergen aus den Bergen alleine lĂ€sst. In den letzten Wochen und Monaten hat sie mehr Klarsicht und grĂ¶ĂŸere Urteilskraft als jeder von ihnen bewiesen. WĂ€re es nach ihr gegangen, wĂ€re der Lockdown Ende Oktober weniger leicht ausgefallen und mĂŒsste jetzt nicht ausgerechnet zur Weihnachtszeit verschĂ€rft werden.

Dieses seltsame Hin und Her

Ging es aber nicht. Die MinisterprĂ€sidenten wussten es besser, wollten das eine nicht und das andere gleich gar nicht. Sie wollten sich voneinander unterscheiden und die Pandemie nach eigenem Gusto handhaben. So kam dieses seltsame Hin und Her der letzten Wochen zustande, das die BĂŒrger eher ratlos macht und so das Vertrauen in die Regierung schmĂ€lert.

Bei den RĂŒckblicken auf dieses Virus-Jahr dĂŒrfte die Debatte im Bundestag der vorigen Woche nicht fehlen, als die Kanzlerin gegen ihre Gewohnheit zeigte, wie ihr zumute ist. SĂ€tze wie diese graben sich ins GedĂ€chtnis ein: "Wenn wir jetzt vor Weihnachten zu viele Kontakte haben und anschließend es das letzte Weihnachten mit den Großeltern war, dann werden wir etwas versĂ€umt haben!"

"Ich glaube an die Kraft der AufklÀrung"

Als sie sagte, dass die Pandemie in die entscheidende Phase eingetreten sei, rief Beatrix von Storch dazwischen, das sei ja alles nicht bewiesen. Da reagierte die Kanzlerin angenehm grundsĂ€tzlich. "Wissen Sie, das ist der Unterschied. Ich glaube an die Kraft der AufklĂ€rung." Sie fuhr fort, "dass man die Schwerkraft nicht außer Kraft setzen kann, die Lichtgeschwindigkeit und auch andere Fakten nicht."

Gut gebrĂŒllt. HĂ€tte sie öfter machen sollen, das Visier mal herunter zu klappen.

Auch unter meinen Bekannten gibt es Merkel-VerĂ€chter, die sie fĂŒr einen Irrtum von Anfang an halten: alles falsch gemacht, 16 Jahre lang, eine einzige Katastrophe. Sie schreiben es auch in ihren Kommentaren zur Lage der Nation und zwischendurch habe ich gedacht: Dahinter steckt ein GeschĂ€ftsmodell und nicht unbedingt Überzeugung. Inzwischen weiß ich, dass sie es so meinen.

Ignoranz ist keine Alternative

Sei es wie es sei. Mir bleibt in Erinnerung, was Alice Weidel von der AfD dazu anmerkte: Sie faselte von der "Trickkiste der autoritĂ€ren Herrschaft", die BĂŒrger einsperre und obendrein "Klimaschutzhysterie" betreibe. Zur Abrundung sagte sie im Orgelton der Niedertracht: "Kommen Sie raus aus Ihrem geistigen Wandlitz!" Diese fortgeschrittene Ignoranz ist jedenfalls keine Alternative zur Regierungspolitik. Deutsche Trumps.

Markus Söder hat mal gesagt, jeder Politiker mĂŒsse sich am Umgang mit Covid-19 messen lassen. Klingt gut, könnte auch richtig sein. Gilt auch fĂŒr ihn. Bayern hat nicht die grĂ¶ĂŸten Fallzahlen, aber die meisten Toten zu verzeichnen: 4.848 bis letzten Freitag. Der bayerische MinisterprĂ€sident hat gerade zugegeben, dass der leichte Lockdown seit Ende Oktober ein Irrtum war. Immerhin.

Die MerksÀtze kamen von Söder

Über ihn lĂ€sst sich leicht sagen, dass er das Markige liebt und den großen Auftritt sucht. Stimmt schon, ist aber nicht alles. Ihm nimmt das Publikum eben auch das rastlose BemĂŒhen ab, der Herausforderung gerecht zu werden. Die MerksĂ€tze bei der Pressekonferenz heute kamen von ihm: Bergamo sei nĂ€her, als manche glaubten. Ganz oder gar nicht, das seien die Alternativen.

Medizinisches Personal, Polizei und MilitĂ€rs im italienischen Ponte San Pietro Bergamo, im MĂ€rz: Die Stadt in Norditalien wurde zum Sinnbild einer außer Kontrolle geratenen Pandemie.
Medizinisches Personal, Polizei und MilitĂ€rs im italienischen Ponte San Pietro Bergamo, im MĂ€rz: Die Stadt in Norditalien wurde zum Sinnbild einer außer Kontrolle geratenen Pandemie. (Quelle: Carlo Cozzoli/Fotogramma/imago-images-bilder)

Nordrhein-Westfalen hat die meisten Infizierten, kein Wunder, ist ja auch das grĂ¶ĂŸte Bundesland: 314.937. Womit wir bei Armin Laschet wĂ€ren. Was seine Partei von seinem Krisenmanagement hĂ€lt, wird sie ihm im Januar mitteilen. Dann wĂ€hlt sie den neuen Vorsitzenden, der zumindest ein Zugriffsrecht auf die Kanzlerschaft besitzt. Die Kenner des CDU-Innenlebens sehen momentan Friedrich Merz vorn.

Soll das etwa eine gute Nachricht sein? Und fĂŒr wen? Wie gut, dass wir noch eine Weile diese Kanzlerin haben. Die Pandemie macht mit uns, was sie will. Wie lange noch? Weiß keiner. Am 10. Januar ziehen wir erneut Bilanz.

Von jetzt an gilt noch mehr als zuvor das Prinzip Hoffnung. Von jetzt an werden wir in zwei Welten leben. In der einen Welt erschrecken wir ĂŒber die Rekorde an Toten und Infizierten und hoffen darauf, dass der Lockdown die zweite Welle brechen kann. In der anderen Welt stellen wir uns bald schon in den Impfzentren an, um uns gegen das Virus impfen zu lassen.

Viel GlĂŒck! Und: bleiben Sie vom Virus verschont!

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
CoronavirusDeutschlandFrankreichLockdownMilitĂ€rPolizeiSchweizSilvesterWeihnachtenÖsterreich
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website