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"Markus Lanz" – ZDF-Talk über die USA: "Es wird schwer für Donald Trump"

US-Talk bei "Lanz"  

"Seit heute ist Trump ein Rentner, der grummelt"

Eine TV-Kritik von Charlotte Zink

21.01.2021, 13:12 Uhr
Hier verlässt Trump das Weiße Haus – und fliegt ab

Am Mittwoch verließ Donald Trump zum letzten Mal während seiner Präsidentschaft das Weiße Haus. Er beendete seine 4-jähirgen Amtszeit, die durch zwei Amtsenthebungsverfahren, politische Spaltung und seinem Umgang mit der Corona-Krise geprägt war. (Quelle: t-online)

Abschied als US-Präsident: Donald Trump fliegt zum letzten Mal von der Wiese vor dem Weißen Haus ab. (Quelle: t-online)


Die Ära Trump ist vorbei und in den USA weht ein neuer Wind. Wie sah der historische Auftakt aus und was bedeutet er für die Zukunft? Dieser Frage hat sich Markus Lanz in seiner Talkrunde gewidmet.

Viele haben es mit Vorfreude erwartet: Donald Trump ist als Staatsoberhaupt Geschichte. Mit dem Demokraten Joe Biden haben die USA offiziell einen neuen Präsidenten. Um diesen historischen Machtwechsel, der bereits in den ersten Stunden einige Veränderungen mit sich gebracht hat, ging es am Mittwochabend auch bei "Markus Lanz".

Via Live-Schalte blickte der Moderator aus dem Studio nach Washington zu ZDF-Amerikakorrespondent Elmar Theveßen. Die Erleichterung sei dort bei Bidens Amtseinführungszeremonie regelrecht spürbar gewesen, berichtet der USA-Experte. Schließlich sei der Sturm auf das Kapitol noch nicht lange her. "Natürlich haben das alle im Kopf gehabt", so Theveßen. Bei der Zeremonie am Mittwoch habe sich jedoch das Gefühl eingestellt, dass das Parlament als "Allerheiligstes" zurückerobert worden sei.

Auch Bidens Antrittsrede sei ersten Berichten zufolge "sehr positiv aufgenommen worden", sagt Theveßen. Der neue Präsident "geht auf Augenhöhe mit den Amerikanern", so sein Urteil. "Heute journal"-Moderator Claus Kleber, der als USA-Experte geladen war, verlieh der Rede das Prädikat "typisch Biden".

"Unbedrohlich", "von Herzen" und "sympathisch" sei Biden in seiner Ansprache rübergekommen, so Kleber. Er wies jedoch auch darauf hin, dass die Antrittsrede einen so "großen Ausspruch" wie Trumps "Make America Great Again" vermissen ließ. Mit seinem Auftreten als "alter, weiser, niemand bedrohenden Mann" habe Biden in seinen Augen jedoch demonstriert, dass er die Chance habe, die derzeitige Situation in Ordnung zu bringen.

Tatsächlich hob sich Bidens Rhetorik von der Donald Trumps ab. Während der Republikaner durch brachiale Wortwahl aufgefallen war, schlug Biden sanftere Töne an und rief vor allem zu Zusammenhalt auf. Außerdem machte er klar, dass er nach den beispiellos turbulenten Trump-Jahren einen fundamental neuen Weg einschlagen will.

Doch was wird nun aus Trump?

Über die Antwort auf diese Frage wurde am Mittwochabend bei Lanz ebenfalls von den geladenen Experten spekuliert. Kleber wies dabei vor allem darauf hin, dass Trump nun als "Rentner" mediale Aufmerksamkeit nicht mehr verdient habe.

Nach fünf Jahren müssten die Medien nicht mehr auf seine Äußerungen in sozialen Netzwerken reagieren, so der USA-Experte. Sein Urteil: "Seit heute ist Trump ein Rentner, der grummelt." Damit gebe es nun auch wieder Raum, den Fokus von Trump zurück auf Amerika zu lenken.

Dass Trump politisch noch über Macht verfügt, streitet Kleber jedoch nicht ab. "Er hat seine Leute im Kongress immer noch in der Hand", so der USA-Experte. Den Republikanern müsste man nun die "Angst vor Trump nehmen".

"Es wird schwer für Donald Trump", prophezeit derweil Korrespondent Theveßen. Auch mit Blick darauf, dass der ehemalige Präsident in finanziellen Schwierigkeiten stecke und Kredite in hundertfacher Millionenhöhe zurückzahlen müsse. Der USA-Kenner teilte bei Lanz auch einen Funfact über Trumps finanzielle Situation: Sein Luxus-Hotel in Washington müsse Trump über 60 Jahre hinweg abbezahlen – bei der Regierung, sprich: jetzt bei Joe Biden.

Den Trumpismus weiter pflegen

Auch um Trumpismus ging es bei Lanz im Zusammenhang mit Trumps Zukunft. "Trump sieht sich als Kopf einer Bewegung an und will Trumpismus weiter pflegen", erklärt Theveßen dazu. Der Ausspruch "Make America Great Again" eigne sich wunderbar zum Verkaufen. Auch die Gründung einer neuen Partei hält der Experte durchaus für möglich. Über diese Option soll Trump Berichten zufolge jüngst mit Vertrauten gesprochen haben.

"Wir werden sehen, wie viel von den Visionen bleibt, wenn das ganze Spielzeug weg ist", sagt Kleber. Mit "Spielzeug" meint er beispielsweise Twitter, die Air Force One und den berüchtigten Atomkoffer des Präsidenten, den Trump bis zuletzt in seiner Nähe behielt.

Fakt ist: Bidens neue Regierung hat bereits erste Schritte eingeleitet, die zumindest den USA zu einer rosigen Zukunft verhelfen könnten. So wurde beispielsweise das von Trump verfügte Einreiseverbot für Menschen aus mehreren überwiegend muslimisch geprägten Ländern aufgehoben. Biden leitete außerdem bereits die Rückkehr zum Klimaabkommen von Paris ein und stoppte den US-Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation.

Verwendete Quellen:
  • "Markus Lanz" vom 20. Januar 2021

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