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Bundesstaat Ohio: US-Polizist erschießt schwarzes Mädchen (✝16)

Sie war 16 Jahre alt  

US-Polizist erschießt schwarzes Mädchen

21.04.2021, 14:59 Uhr | rtr, dpa

Bundesstaat Ohio: US-Polizist erschießt schwarzes Mädchen (✝16). Proteste in Columbus: Dort ist die 16-jährige Ma'Khia Bryant erschossen worden. (Quelle: Reuters/Gaelen Morse)

Proteste in Columbus: Dort ist die 16-jährige Ma'Khia Bryant erschossen worden. (Quelle: Gaelen Morse/Reuters)

Kurz vor der dem historischen Urteil zum Mord an dem Afroamerikaner George Floyd, hat ein Polizist im US-Bundesstaat Ohio ein schwarzes Mädchen getötet. Die 16-Jährige hatte offenbar ein Messer in der Hand.

In den USA ist ein 16 Jahre altes schwarzes Mädchen durch Polizeischüsse getötet worden. Die Schüsse fielen nur wenige Augenblicke vor der Verkündung des Schuldspruches gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin im Fall des getöteten Afroamerikaners George Floyd. Mehr zu dem Urteilsspruch lesen Sie hier.

Bei dem jüngsten Zwischenfall war bei der Polizei in Columbus im US-Bundesstaat Ohio ein Notruf wegen einer Bedrohung mit einem Messer eingegangen. Als die Ermittler am Ort eintrafen, standen mehrere Menschen zwischen zwei Autos in einer Einfahrt, wie auf Aufnahmen einer Körperkamera zu sehen war, die die Polizei am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz veröffentlichte.

Es handele sich dabei um die Körperkamera des ersten Polizisten, der am Ort eintraf und letztlich die Schüsse abfeuerte, sagte der Interims-Polizeichef der Stadt Columbus, Michael Woods. Das Video zeige ein junges Mädchen mit einem Messer, das versuche, zwei andere Menschen anzugreifen, bevor es von der Polizei erschossen werde. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang.

"Dieses junge Mädchen wird nie wieder nach Hause kommen"

"Wir wissen, basierend auf diesen Aufnahmen, dass der Polizist Maßnahmen ergriffen hat, um ein anderes junges Mädchen in unserer Gemeinde zu schützen", sagte der Bürgermeister der Stadt, Andrew Ginther. "Aber eine Familie trauert heute Abend, und dieses junge 16-jährige Mädchen wird nie wieder nach Hause kommen."

Zuvor hatte Ginther die Anwohner der Stadt per Twitter aufgefordert, Ruhe zu bewahren. Die Ermittlungsbehörden würden Informationen zu dem Fall vorlegen, sobald sie verfügbar seien. Eine Untersuchung sei bereits eingeleitet worden sei.

Es sei ungewöhnlich, dass die Polizei so kurz nach dem Vorfall die Aufnahmen der Körperkamera veröffentliche, schrieb die Zeitung "Columbus Dispatch". Bürgermeister Ginther hatte bei der Pressekonferenz gesagt, es sei wichtig, das Material "unvollständig, wie es zu diesem Zeitpunkt ist", öffentlich zu zeigen.

Messer fallen gelassen, bevor tödlicher Schuss fiel

Eine Frau, die angab, eine Tante des Opfers zu sein, berichtete dem "Columbus Dispatch", ihre Nichte habe in einer Pflegeeinrichtung gelebt und sei dort in eine Auseinandersetzung mit jemandem geraten. Sie habe ein Messer gehabt, dieses aber fallengelassen, bevor sie von mehreren Schüssen der Polizei getroffen worden sei, berichtete Hazel Bryant weiter.

Die Zeitung berichtete über kleinere Proteste in der Stadt mit Schildern, auf denen unter anderem "Black Lives Matter" zu lesen war. Der Anwalt von Floyds Familie, Ben Crump, reagierte auf Twitter mit den Worten: "Während wir heute gemeinsam aufatmen, spürt eine Gemeinde in Columbus den Stachel weiterer Polizeischüsse der @ColumbusPolice, die ein unbewaffnetes, 15 Jahre altes schwarzes Mädchen töteten." In einigen Medienberichten hieß es, das Opfer sei 15 Jahre alt gewesen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und Reuters

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