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WM-Talk bei Lanz: Ex-Sportlerin Schenk verteidigt Katar


"Menschenrechts-Volunteer" Schenk verteidigt Katar

Von Christian Bartels

Aktualisiert am 09.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Die Sylvia Schenk ist für die Organisation Transparency International in Katar.
Die Sylvia Schenk ist für die Organisation Transparency International in Katar. (Quelle: Arne Dedert/dpa/Archiv./dpa)
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Bei "Markus Lanz" ging es um die richtige Haltung zum Emirat, das die nächste Fußball-WM veranstaltet, und um eine asiatische Supermacht.

Am späten Dienstagabend richtete ZDF-Talker Markus Lanz seinen Blick auf einen Kontinent, der im deutschen Fernsehen eher selten im Fokus steht: auf Asien. Es ging um China, wohin Bundeskanzler Scholz gerade eine umstrittene Reise unternahm, vor allem aber um Katar, wo in Kürze die noch umstrittenere Fußball-Weltmeisterschaft beginnt. Sportreporter Jochen Breyer, dessen vielbeachtete und wegen homophober Äußerungen eines katarischen Repräsentanten sogar tagesaktuell aufsehenerregende Doku "Geheimsache Katar" das ZDF im Hauptabendprogramm gezeigt hatte, berichtete von den Dreharbeiten im umstrittenen Golfstaat.

Die Gäste:

  • Jochen Breyer, ZDF-Sportreporter
  • Sylvia Schenk, Transparency International
  • Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP-Verteidigungspolitikerin
  • Mark Schieritz, Journalist ("Die Zeit")

Es habe immer jemand das Drehteam begleitet, der uns "in Wahrheit kontrolliert" hat, sagte Breyer. Zwar seien die Kataris entgegen geläufigen Klischees fußballbegeistert, doch sei das Land "eine Fassadengesellschaft". In jenem "Moment der Wahrhaftigkeit", in dem der katarische WM-Botschafter Khalid Salman, der dem ZDF-Team offiziell als Gastgeber vermittelt worden war, vor laufender Kamera Schwulsein als "haram", also "Sünde" bezeichnete, sei "die Fassade gebröckelt". Und es sei Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, das die Übertragungsrechte an der WM teuer gekauft hatte, auch solche Themen auszuleuchten.

Eine Gegenpositionen vertrat Sylvia Schenk. Die in den 1970er-Jahren erfolgreiche Leichtathletin, die nach ihrer Sportkarriere als Richterin arbeitete und nun als Sportexpertin der Nichtregierungsorganisation Transparency International fungiert, wird zur WM nach Katar reisen – als "Menschenrechts-Volunteer", die sich um die angereisten Fans kümmert. Es könne ja niemanden überraschen, "dass das eine erzkonservative Gesellschaft ist", es gebe aber auch Reformkräfte in Katar.

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Schenk: Zahl der Toten auf Baustellen übertrieben

Die immer wieder genannte Zahl von 6.500 auf den WM-Baustellen ums Leben gekommenen Bauarbeitern sei übertrieben. Das Land sei weiter als Nachbarstaaten wie Saudi-Arabien, und das sei auch der Vergabe der Fußball-WM zu verdanken. Mit Geduld ließe sich im 300.000-Einwohner-Staat Katar etwas bewegen, anders als in China, wo die Olympischen Sommerspiele 2008 (und die Winterspiele 2022) bekanntlich ohne jegliche positiven Folgen für die Menschenrechtslage stattgefunden haben.

Solchen Argumenten widersprach Breyer. Zwar habe Katar vor der Entscheidung über den Austragungsort der Weltmeisterschaft eine Frauen-Fußballnationalmannschaft gegründet, da die FIFA das fordert, sie bald nach der Vergabe aber wieder aufgelöst. Wenn man solch scharfe Maßstäbe anlegt, "dann bleiben relativ wenige Länder übrig", um noch globale Sportveranstaltungen zu organisieren, konterte Schenk.

Strack-Zimmermann gerät ins Schwimmen

Zunehmend sicherte sich Lanz-Stammgast Marie-Agnes Strack-Zimmermann Redeanteile, auch indem sie spontane Gedanken ("1001 Nacht, da habe ich ja direkt Kopfkino") in die Runde warf. Ins Schwimmen geriet die verbal durchsetzungsstarke FDP-Verteidigungspolitikerin, als sie über Innenministerin Nancy Faesers Katar-Reise spekulierte, ohne viele Hintergründe zu kennen.

Warum war die Frage nach Sicherheitsgarantien für Schwule und Lesben, die Faeser öffentlichkeitswirksam in Katar stellte, denn nicht schon Vizekanzler Habeck eingefallen, als er im Frühjahr ebendort um Flüssiggas bat und seinen "Knicks" machte, fragte Lanz. Der Moderator brachte zunehmend provokant deutsche "Doppelmoral" ins Spiel, allerdings ohne sehr scharfen Fokus.

Breyer hatte dennoch einiges zu sagen. Statt nur auf die Kataris zu zeigen, müsse man die in den Blick nehmen, die von der WM-Vergabe profitiert haben – etwa, als das Emirat als Sponsor bei Bayern München einstieg, den Pariser Top-Verein PSG und überteuerte Fernsehrechte an der deutschen Bundesliga kaufte.

Journalist Schieritz sieht Trend zur Resilienz gegenüber China

In den letzten 20 Minuten verlagerte sich der Talk auf China. Erst da trat der vierte Gast, der leicht gelangweilt zurückgelehnte Mark Schieritz, stärker in Erscheinung. Der "Zeit"-Journalist hatte Olaf Scholz' Chinareise im Regierungsflieger begleitet und verbreitete leichten Optimismus: Die deutsche Wirtschaft arbeite bereits daran, dass "wir resilienter, weniger anfällig", also weniger abhängig vom chinesischen Markt werden. Und vielleicht könne die – womöglich von Scholz erwirkte – chinesische Forderung, dass Russland auf den Einsatz von Atomwaffen verzichten soll, sogar dazu beitragen, dass der russische Krieg gegen die Ukraine demnächst ein Ende findet, schürten Lanz und Schieritz noch größere Hoffnung. Das kam am Ende der Talkshow allerdings etwas überraschend-unvermittelt.

Zumindest solange es um Katar ging, konnte man am Dienstagabend im ZDF jedoch eine differenzierte Diskussion verfolgen – zu einem Thema, das in den kommenden Fußballfernseh-Wochen zweifellos noch häufiger besprochen werden wird.

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Verwendete Quellen
  • zdf.de: "Markus Lanz" vom 8. November 2022
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