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Kritik an Friedrich Merz – Privatflieger als Klimakiller? "Klimaschädliches Protzgehabe"


Kritik an Merz: "Klimaschädliches Protzgehabe"


Aktualisiert am 11.07.2022Lesedauer: 2 Min.
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CDU-Chef Friedrich Merz und seine Frau Charlotte Merz sind mit ihrem Privatflieger zur Hochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner gekommen: Er saß selbst im Cockpit. (Quelle: Axel Heimken/dpa-bilder)

CDU-Chef Friedrich Merz hat mit seinem Privatflug nach Sylt eine Diskussion entfacht. Die CO2-Bilanz seines Privatflugzeugs ist für das Klima eine Katastrophe.

Nachdem CDU-Chef Friedrich Merz am Freitag mit einem Privatflieger zur Hochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) nach Sylt geflogen ist, braut sich in den sozialen Medien eine Diskussion um den privaten Flug zusammen. Der WDR-Journalist Jürgen Döschner etwa bezeichnete den Flug als "klima- und gemeinschädliches Protzgehabe". Nicole Gohlke, Bundestagsabgeordneten der Linken, kritisierte: "Läuft. Für Konzerne und die, die Geld haben." Für den Rest gebe es "Energiespar-Tipps, gedrosselte Temperatur und Nullrunden".

Andere wiederum recherchierten und rechnen, was das Zeug hält. Die Frage dreht sich vor allem um eins: Privatflieger – Klimakiller, oder nicht? Und: Wäre Merz, sein CO2-Fußabdruck und somit auch das Klima möglicherweise besser dran gewesen, hätte er das Auto genommen? Sicher lässt sich diese Frage derzeit nicht beantworten.

Der Privatflieger an der Spitze der Klimakiller

Fakt aber ist: Die Luftfahrtbranche ist Klimakiller Nummer eins im Personenverkehr. Eine Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) aus dem Jahr 2018 – also noch bevor die Corona-Pandemie die Luftfahrtbranche traf – zeigt: Durch den kommerziellen Luftverkehr wurden weltweit 918 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen. Das entspreche etwa 2,5 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen in dem Jahr.

Das Brisante dabei: Auf Nutzer von Privatfliegern geht die höchste CO2-Bilanz zurück, das zeigt eine Studie der Organisation "Transport and Environment". Privatfliegers sind demnach pro Passagier 5- bis 14-mal umweltschädlicher als normale Verkehrsflugzeuge und 50-mal umweltschädlicher als Züge. Die Spanne vergrößert sich, je nachdem, welchen Flieger der Passagier auswählt.

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Ein Jumbo-Jet-Flug von London nach New York etwa fügt der Atmosphäre circa 200 Tonnen Kohlendioxid hinzu, schreibt "real world visuals". Aufgeteilt auf 349 Passagiere seien das jeweils 572 Kilogramm CO2.
Eine Person, die den Atlantik mit einem Privatflugzeug überquert, verursache hingegen alleine 25 Tonnen Kohlendioxid – und damit den höchsten Ausstoß an Treibhausgasen in der Luftfahrt.

Experte zur Luftfahrtbranche

"Wenn Sie den Klimawandel lösen wollen und wir die [Luftfahrt] neu gestalten müssen, dann sollten wir ganz oben anfangen, wo einige 'Super-Emittenten' massiv zur globalen Erwärmung beitragen", sagte Stefan Gössling, Leiter der Studie des ICCT von der Universität Linnaeus dem britischen "Guardian".

Mit "Super-Emittenten" meint er vor allem die Bevölkerungsgruppe der Bestverdiener. "Die Reichen hatten viel zu viel Freiheit, den Planeten nach ihren Wünschen zu gestalten", so Gössling. Er forderte, die Corona-Pandemie als Chance dafür zu sehen, die Luftfahrtbranche klimafreundlicher und -gerechter zu gestalten.

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