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Kommt der Terror der Mullahs zurĂŒck nach Deutschland?

  • Jonas Mueller-Töwe
Von Jonas Mueller-Töwe

Aktualisiert am 22.08.2018Lesedauer: 4 Min.
Der inhaftierte iranische Diplomat Assadollah A.: Aus den Botschaften des Iran werden dem US-Außenministerium zufolge TerroranschlĂ€ge vorbereitet.
Der inhaftierte iranische Diplomat Assadollah A.: Aus den Botschaften des Iran werden dem US-Außenministerium zufolge TerroranschlĂ€ge vorbereitet. (Quelle: /T-Online-bilder)
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Exil-Iraner und US-Außenministerium warnen vor AnschlĂ€gen des iranischen Geheimdienstes in Europa. Geplant werde der Terror in den Botschaften. Ein Diplomat ist bereits inhaftiert.

Als am 17. September 1992 ein saphir-blauer BMW vor dem griechischen Restaurant "Mykonos" in Berlin-Wilmersdorf vorfĂ€hrt, drei vermummte MĂ€nner aussteigen und in eine schwĂ€rz-grĂŒne Sporttasche greifen, hat der iranische Staat den Befehl zum Mord auf deutschem Boden gegeben.

Aus der Sporttasche holen die Angreifer eine Uzi-Maschinenpistole israelischer Produktion mit SchalldĂ€mpfer und eine ebenfalls schallgedĂ€mpfte halbautomatische Pistole des Fabrikats Llama. Sie betreten das Restaurant – und beginnen zu schießen. Zuerst mit der Uzi, dann mit der Pistole aus nĂ€chster NĂ€he in den Kopf der verletzten Zielpersonen. Es ist kurz vor 23 Uhr, als die vier Morde im Auftrag des Mullah-Regimes ausgefĂŒhrt sind.

Das Hinterzimmer des Restaurants "Mykonos" in Berlin: Hier ermordete der iranische Geheimdienst 1992 vier Exil-Politiker.
Das Hinterzimmer des Restaurants "Mykonos" in Berlin: Hier ermordete der iranische Geheimdienst vier Exil-Politiker. (Quelle: /ullstein-bild)

Drahtzieher Kazem Darabi wird spĂ€ter zu lebenslanger Haft verurteilt. Der "Mykonos"-Prozess beendet eine jahrelange Serie iranischen Terrors im europĂ€ischen Ausland, indem er die Strukturen der Mullah-Geheimdienste offenlegt – und ihre Verstrickungen mit Diplomaten aufzeigt. Fast 26 Jahre nach dem Attentat auf das Restaurant in Berlin scheint der Terror aus Teheran nun jedoch wieder zurĂŒck in Deutschland.

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AnschlÀge aus der Botschaft heraus geplant?

Denn derzeit sitzt ein iranischer Diplomat in deutscher Untersuchungshaft. Assadollah A. soll einen vereitelten Bombenanschlag auf ein großes Treffen der Exil-Opposition nahe Paris orchestriert haben, wie t-online.de berichtete. Persönlich habe der an der Botschaft in Wien akkreditierte Offizielle den dafĂŒr vorgesehenen Sprengsatz an ein in BrĂŒssel inhaftiertes Ehepaar ĂŒbergeben, lautet der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. Eigentlich sei der 3. Botschaftsrat ein Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstministeriums MOIS.

EinsatzkrĂ€fte in BrĂŒssel: Hinter dem geplanten Anschlag durch das belgische Ehepaar soll ein iranischer Diplomat stehen.
EinsatzkrĂ€fte in BrĂŒssel: Hinter dem geplanten Anschlag durch das belgische Ehepaar soll ein iranischer Diplomat stehen. (Quelle: Screenshot/Reuters-bilder)

Die Exil-Opposition ist ĂŒberzeugt: Der vereitelte Anschlag droht nur der Auftakt zu sein fĂŒr eine neue Terrorwelle des iranischen Auslandsgeheimdienstes. Denn das MOIS sitze nicht nur in der Wiener Botschaft. Assadollah A., der als Sprengstoffexperte gilt, koordiniere auch TĂ€tigkeiten des Geheimdienstes an der Botschaft in Berlin. Von dort aus verfolgt der MOIS nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes die Exil-Community.

"Völlig neue Phase des Staatsterrors"

"Der Staatsterror des Mullah-Regimes erreicht derzeit eine völlig neue Phase", sagt Javad Dabiran vom Nationalen Widerstandsrat Iran. Bis vor wenigen Jahren galt die Frontorganisation der "Iranischen Volksmudschahedin" (MEK) sowohl in den USA als auch in der EU als Terrororganisation. Heute sucht die ursprĂŒnglich islamisch-marxistische Guerilla durch ein Bekenntnis zur Demokratie den Schulterschluss mit dem Westen.

Das Regime sei derzeit schwach – und brauche dringend Erfolge im Kampf gegen die Opposition, sagt Dabiran. "Die Menschen im Iran fordern ein Ende der Diktatur." Die Demonstrationen der vergangenen Wochen sieht er als Beleg dafĂŒr. Das Regime mache die Volksmudschahedin regelmĂ€ĂŸig fĂŒr die Unruhen verantwortlich. "Sie wollen der Opposition deswegen jetzt einen schweren Schlag versetzen."

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt auf der Konferenz in Paris: Auch er entging dem offenbar geplanten Anschlag.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt auf der Konferenz in Paris: Auch er entging dem offenbar geplanten Anschlag. (Quelle: Screenshot: NWRI/T-Online-bilder)

Als ein so "schwerer Schlag" könnte der offenbar geplante Anschlag auf die Zusammenkunft der Opposition in Paris gedacht gewesen sein. Auch deutsche Politiker der Union nahmen an der Konferenz mit Tausenden Besuchern teil, wie t-online.de berichtete. Sie wollen heute in Berlin gemeinsam mit Dabiran ĂŒber die HintergrĂŒnde des Anschlagsversuchs informieren. Denn sie befĂŒrchten nicht nur, dass das Regime in Teheran den Prozess gegen den VerdĂ€chtigen verhindern will. Sie befĂŒrchten auch, dass weiterer Terror in den Botschaften geplant wird.

Warnung aus dem US-Außenministerium

Nahrung erhĂ€lt diese Sorge aus dem US-Außenministerium. Dort warnte ein hoher Beamter vor Kurzem wĂ€hrend eines HintergrundgesprĂ€chs eindringlich vor der möglichen Bedrohungslage: "Wenn Iran BombenanschlĂ€ge in Paris planen kann, können sie AnschlĂ€ge ĂŒberall auf der Welt planen." Alle Staaten seien aufgerufen, Diplomaten in iranischen Botschaften zu ĂŒberprĂŒfen, um die Landessicherheit zu gewĂ€hrleisten. Der Fall Assadollah A. sei nur der letzte in einer langen Reihe von FĂ€llen, in denen der Iran Botschaften nutze, um Terrorattacken zu planen. Der Iran hat jede Beteiligung an dem geplanten Anschlag nahe Paris bestritten.

Unstrittig jedoch ist, dass iranische Diplomaten immer wieder mit AnschlĂ€gen im Ausland in Verbindung gebracht wurden. Beispielsweise verdĂ€chtigte die argentinische Justiz stets den KulturattachĂ© der Islamischen Republik, fĂŒr den Bombenanschlag auf die israelische Botschaft 1992 verantwortlich zu sein. Auch im Prozess um das "Mykonos"-Attentat kamen Verbindungen zu Diplomaten zur Sprache. Und im Juni dieses Jahres wiesen die Niederlande zwei iranische Diplomaten aus, nachdem ein Aktivist in der Hauptstadt erschossen worden war.

Verfassungsschutz: Botschaft ist Operationsbasis

Der Verfassungsschutz in Deutschland geht deswegen schon lange davon aus, dass die iranische Botschaft in Berlin als Operationsbasis fĂŒr den Geheimdienst fungiert. Der dortigen Legalresidentur des MOIS komme eine "wichtige Funktion bei der nachrichtendienstlichen AusspĂ€hung zu", halten die Ermittler in ihrem aktuellen Bericht fest. Die Operationen richteten sich hauptsĂ€chlich gegen Ziele in Deutschland, vereinzelt aber auch gegen Personen oder Einrichtungen im europĂ€ischen Ausland.

Zentrale Aufgabe sei die AusspĂ€hung und BekĂ€mpfung oppositioneller Bewegungen. Eine militĂ€risch organisierte Spezialeinheit der Revolutionsgarden – die "Quads-Brigade" – spĂ€he zudem jĂŒdische und pro-israelische Ziele aus. Erst 2017 war deswegen ein iranischer Agent zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt worden. Ermittler stĂŒrmten Anfang des Jahres in diesem Zusammenhang auch Wohnungen von VerdĂ€chtigen – denn die Einheit soll dem Geheimdienst Killerkommandos zur VerfĂŒgung stellen. Um Dissidenten zu liquidieren.

Wie beim "Mykonos"-Attentat in Berlin im September 1992.

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