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Eklat bei Staatsbesuch von Erdogan: Fotograf Adil Yigit wird abgeführt

Eklat bei Staatsbesuch  

Fotograf wird aus Erdogan-Pressekonferenz abgeführt

28.09.2018, 15:44 Uhr | AFP, dpa

Fotograf wird bei Merkel-Erdogan-Pressekonferenz abgeführt (Quelle: Screenshot Reuters)
Zwischenfall bei Erdogan-Besuch

Der türkische Präsident Erdogan hat von Deutschland die Auslieferung von Anhängern der Gülen-Bewegung gefordert. Den im Exil in Berlin lebenden Journalisten Can Dündar nannte er einen Spion, der eigentlich in der Türkei in Haft sitzen müsse. (Quelle: Reuters)

Fotograf abgeführt: Zwischenfall bei Erdogan-Besuch. (Quelle: Reuters)


Erdogan gibt mit Merkel eine Pressekonferenz in Berlin. Dann fordert ein Fotograf per T-Shirt: "Pressefreiheit für Journalisten in der Türkei". Sicherheitskräfte führen ihn ab.

Zwischenfall beim Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Berlin: Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist ein Fotograf von Sicherheitsbeamten abgeführt worden. Zuvor hatte sich der Mann in der ersten Reihe der anwesenden Journalisten ein T-Shirt mit der Forderung nach Freilassung von in der Türkei inhaftierten Journalisten übergestreift.

Während er abgeführt wurde, rief der Fotograf mehrfach: "Ich habe nichts gemacht." Er trug eine Akkreditierung für die Pressekonferenz. Augenzeugen sagten, er habe vor dem Einsatz ruhig fotografiert. Auf seinem T-Shirt hatte er in türkischer Sprache die Aufschrift "Freiheit für Journalisten" gedruckt und auf Deutsch: "Pressefreiheit für die Journalisten in der Türkei".

Regierungssprecher verteidigt Vorgehen

Bei dem Mann handelt es sich um den türkischen Journalisten und Erdogan-Kritiker Adil Yigit, der seit Jahren in Hamburg lebt. Präsident Erdogan verfolgte die Szene lächelnd. Der Zwischenfall dauerte nur wenige Sekunden, die Pressekonferenz ging im Anschluss ungestört weiter. 



Regierungssprecher Steffen Seibert verteidigte das Vorgehen der Ordner anschließend. "Wir halten es bei Pressekonferenzen im Kanzleramt wie der Deutsche Bundestag: keine Demonstrationen oder Kundgebungen politischer Anliegen", schrieb Seibert auf Twitter. "Das gilt völlig unabhängig davon, ob es sich um ein berechtigtes Anliegen handelt oder nicht."

Familie in Hamburg

Yigit ist Autor der Tageszeitung "taz" und Herausgeber der regierungskritischen Onlinezeitung Avrupa Postasi. Laut "taz" war der linke Aktivist Yigit 1978 in der Türkei bei einem Überfall der rechtsextremen Grauen Wölfe verletzt worden und daraufhin nach Frankreich geflohen, wo er Asyl erhielt.

Später kam er nach Hamburg, wo er eine "taz"-Redakteurin heiratete und mit ihr zwei Kinder bekam. In Hamburg engagierte er sich weiter in der Politik, weshalb er unter Beobachtung des türkischen Geheimdienstes stehen soll.

Verwendete Quellen:
  • AFP, dpa

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