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Bundestag: Olaf Scholz würde Wirtschaftskrise mit Milliarden bekämpfen

"Wir werden es tun"  

Scholz will mögliche Krise mit Milliarden bekämpfen

10.09.2019, 12:44 Uhr | dpa

Haushaltsdebatte: Scholz sieht Deutschland gut gerüstet

Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht Deutschland gut gerüstet für potenzielle Krisen in den kommenden Jahren. Das sei der soliden Finanzpolitik zu verdanken. Im Zweifel könne mit Milliarden Euro entgegengesteuert werden. (Quelle: t-online.de)

Olaf Scholz: Der Bundesfinanzminister sieht Deutschland gut gerüstet für potenzielle Krisen und will auch mit dem neuen Haushalt solide Finanzpolitik betreiben. (Quelle: t-online.de)


Finanzminister Olaf Scholz bringt seinen Haushaltsentwurf in den Bundestag ein. Er lobt hohe Investitionen – die wohl größte Zukunftsaufgabe erwähnt er aber erst spät.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht die Bundesregierung gut gewappnet für eine mögliche Wirtschaftskrise. Der Haushalt für das kommende Jahr komme ohne neue Schulden aus, sagte der Vizekanzler zum Auftakt der Haushaltsdebatte im Bundestag. Das gebe nicht nur Kraft für "massive Investitionen", die Bundesregierung könne auch "mit vielen, vielen Milliarden" gegenhalten, falls sich die Konjunktur schlechter entwickele als erwartet – "und wir werden es tun", versprach Scholz.

In einer wirtschaftlich schwierigen Situation werde es auf Deutschland als größte Volkswirtschaft in Europa ankommen, sagte Scholz. Er betonte aber zugleich, derzeit gebe es noch keine Krise. Die Konjunktur in Deutschland hat sich in diesem Jahr abgekühlt, als einer der Hauptgründe gilt eine schwächere Weltwirtschaft.

Ausgaben steigen leicht

Für das kommende Jahr rechnet der Finanzminister mit leicht steigenden Ausgaben von 359,9 Milliarden Euro und Investitionen von fast 40 Milliarden Euro. Auch das sei ein Beitrag zur Konjunktur, sagte Scholz. Die Bundesregierung nutze ihre Spielräume und die niedrigen Zinsen für eine aktive Investitionspolitik und mache trotzdem keine neuen Schulden. Das Geld fließe in Sozialwohnungen, Kitas, Schulen und Infrastruktur. Es sei allerdings problematisch, dass das bereitgestellte Geld wegen mangelnder Kapazitäten oft nicht ausgegeben werden könne.

Investitionen für den Klimaschutz erwähnte Scholz in seiner Rede erst spät. Sie sind im Etatentwurf auch noch nicht enthalten und sollen erst nach der Sitzung des Klimakabinetts am 20. September aufgenommen werden. Ob die schwarze Null dann noch zu halten ist, ist umstritten.

Entwurf des Bundeshaushalts 2020: So verteilen sich die Ausgaben der Bundesrepublik. (Quelle: t-online)Entwurf des Bundeshaushalts 2020: So verteilen sich die Ausgaben der Bundesrepublik. (Quelle: t-online)

Scholz betonte, für das Erreichen der Klimaziele reichten kleine Maßnahmen und die immer gleichen Förderprogramme nicht aus. Nötig sei ein echter Neustart, dafür seien auch privatwirtschaftliche Investitionen nötig. Maßnahmen wie die Bepreisung von CO2 müssten aber sorgfältig diskutiert werden, da sie Millionen Bürger bei Autofahren und Heizen direkt betreffen. "Wir müssen also sehr gut sein", betonte Scholz. Deutschland müsse aber aktiv werden – "weil wir es können".

Scholz betont Zusammenhalt

Scholz betonte auch die Bedeutung des Zusammenhalts der Gesellschaft. Der Haushalt entlaste daher etwa untere und mittlere Einkommen sowie Familien. "Es geht um ein bezahlbares und gestaltbares Leben für Familien in diesem Land, auch das hat mit Zusammenhalt zu tun."

Der Finanzminister profitiert bei seinem Etat stark von den enorm niedrigen Zinsen. Um die schwarze Null zu halten, greift er zudem auf fast zehn Milliarden Euro aus der Asyl-Rücklage zurück.
 

 
Dazu kommen globale Minderausgaben von rund 3,6 Milliarden Euro – Einsparverpflichtungen, die aber noch nicht mit konkreten Projekten unterlegt sind.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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