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SPD-Politiker fordert Spahns Entlassung

Von dpa, afp, rtr, cck

15.03.2021Lesedauer: 2 Min.
Gesundheitsminister Jens Spahn: Ein SPD-Politiker fordert nun seine Entlassung.
Gesundheitsminister Jens Spahn: Ein SPD-Politiker fordert nun seine Entlassung. (Quelle: Florian Gaertner/photothek.de/imago-images-bilder)
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Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Corona-Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin vorerst gestoppt. Nun hagelt es Kritik – an der Entscheidung, aber auch am Verhalten des Ministers.

Nachdem die Impfungen mit dem Astrazeneca-Stoff ausgesetzt worden sind, regt sich massiv Kritik an der Entscheidung und an Jens Spahn. Der Bundesgesundheitsminister hatte am Montag mitgeteilt, dass die Impfungen mit dem Mittel als "reine Vorsichtsmaßnahme" vorerst gestoppt werden. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut hatte zuvor eine entsprechende Empfehlung ausgegeben. Hier lesen Sie mehr dazu.

Der nordrhein-westfälische SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Kutschaty fordert die Entlassung von Spahn. "Spahn ist mit seinem Job überfordert", sagte er dem "Spiegel". Erst habe der Minister bei der Beschaffung der Impfstoffe versagt, dann bei der Teststrategie. "Ein solcher Gesundheitsminister ist in dieser historischen Krise nicht mehr tragbar. Angela Merkel muss jetzt schnell handeln", verlangt der SPD-Politiker.

FDP: "Herr Spahn muss seine erratische Kehrtwende erklären"

Auch andere SPD-Politiker übten Kritik, wenn auch eher an der Entscheidung an sich. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält den Schritt für falsch. "Auf der Grundlage der vorliegenden Daten halte ich das für einen Fehler", twitterte Lauterbach. "Die Prüfung ohne Aussetzung der Impfung wäre wegen der Seltenheit der Komplikation besser gewesen. In der jetzt Fahrt aufnehmenden 3. Welle wären die Erstimpfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff Lebensretter."

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Europa-Politikerin Katarina Barley twitterte: "Die neueste Generation der Antibabypille hat als Nebenwirkung Thrombosen bei acht bis zwölf von 10.000 Frauen. Hat das bisher irgendwen gestört?"

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"Herr Spahn muss seine erratische Kehrtwende erklären", verlangte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer. Dazu gehöre auch die Frage, warum die Entscheidung unmittelbar nach den Landtagswahlen vom Sonntag bekannt gegeben werde und ob dafür neue Daten vorlägen, erklärte Theurer weiter. Der FDP-Politiker wies darauf hin, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA die bislang bekannt gewordenen Fälle von Thrombosen als "statistisch völlig unauffällig" einstufe, und empfehle, den Impfstoff von Astrazeneca weiter zu nutzen.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt nannte die Aussetzung dagegen "richtig und wichtig". Schnelle Klärung und völlige Transparenz seien wichtig. "Ansonsten geht Vertrauen verloren."

EU-Arzneimittelbehörde will am Dienstag beraten

In einigen Ländern waren Fälle von Thrombosen nach einer Impfung aufgetreten. Bei einigen Personen war nach Angaben der EMA gleichzeitig eine ungewöhnlich geringe Zahl von Blutplättchen festgestellt worden. "Viele tausende Menschen in der EU entwickeln aus unterschiedlichen Gründen jedes Jahr Blutgerinnsel", teilte die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) mit. Die Zahl der Fälle bei den geimpften Personen erscheine nicht höher als die bei der allgemeinen Bevölkerung.

Die EMA werde aber weiterhin alle Daten eingehend prüfen, gemeinsam mit dem Hersteller des Impfstoffes, Experten für Bluterkrankungen sowie Gesundheitsbehörden. Die Sicherheitsexperten der EMA sollten am Dienstag beraten. Für Donnerstag sei eine Sondersitzung des Sicherheitsausschusses anberaumt worden.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters und AFP
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