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Bundesregierung ruft zum Verzicht auf Urlaubsreisen auf

Von dpa
Aktualisiert am 16.03.2021Lesedauer: 3 Min.
Passagier mit Mund-Nasen-Schutz im Flugzeug: Die Bundesregierung fordert jetzt auf, auf Reisen zu Ostern zu verzichten.
Passagier mit Mund-Nasen-Schutz im Flugzeug: Die Bundesregierung fordert jetzt auf, auf Reisen zu Ostern zu verzichten. (Quelle: Frank Sorge/imago-images-bilder)
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Das Reisen in mehrere beliebte UrlaubslÀnder ist wieder ohne QuarantÀne möglich, die Zahl der Buchungen steigt vor Ostern. Der Bund ruft jetzt aber dazu auf, nicht notwendige Reisen zu unterlassen.

Nach dem sprunghaften Anstieg der Urlaubsbuchungen fĂŒr die Ferieninsel Mallorca hat die Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie zum generellen Verzicht auf touristische Reisen aufgerufen. "Der Appell ist, auf jede nicht unbedingt notwendige Reise zu verzichten", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Ähnlich Ă€ußerte sich die Sprecherin des AuswĂ€rtigen Amts, Maria Adebahr: "Das Fehlen einer Reisewarnung ist keine Einladung zum Reisen." Die Entscheidung mĂŒsse aber jeder fĂŒr sich treffen.

Die Bundesregierung hatte am Freitag entschieden, Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal und DĂ€nemark von der Liste der Corona-Risikogebiete zu streichen und damit auch die Reisewarnung des AuswĂ€rtigen Amts aufzuheben. Damit ist seit Sonntag Urlaub auf der Lieblingsinsel der Deutschen wieder ohne QuarantĂ€ne und Testpflicht bei der RĂŒckkehr möglich. Lediglich bei der Einreise nach Spanien muss ein negativer Test vorgewiesen werden.

Kritik aus Mallorca: "Bunker fĂŒr Spanier, Oase fĂŒr Touristen"

Nach der Entscheidung der Bundesregierung stiegen die Flugbuchungen fĂŒr Mallorca sprunghaft. Der grĂ¶ĂŸte Anbieter Eurowings legte deswegen fĂŒr die Osterzeit 300 zusĂ€tzliche FlĂŒge auf die Baleareninsel auf. TUI will die ersten Hotels auf Mallorca nun bereits am nĂ€chsten Wochenende öffnen. In zwei Wochen beginnen in den meisten BundeslĂ€ndern die Osterferien.

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In Spanien sorgte die Öffnung Mallorcas fĂŒr Touristen auch fĂŒr viel Unmut. "Spanien wird zu Ostern ein Bunker fĂŒr die Spanier und eine Oase fĂŒr die Touristen aus dem Ausland sein", titelte am Wochenende ebenso groß wie kritisch die Zeitung "ABC". Das Blatt "Última Hora" sprach von "WillkĂŒr", und sogar die "Mallorca Zeitung" stellte fest: "Osterferien auf Mallorca: fĂŒr Deutsche Ja, fĂŒr Spanier Nein".

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Die Bundesregierung stuft die LĂ€nder und Regionen im Ausland als Risikogebiete ein, in denen es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in 7 Tagen gibt. Das gilt noch fĂŒr den grĂ¶ĂŸten Teil Europas. Auf den Balearen betrug der Wert am Freitag aber nur noch 21,3. Das bedeutete automatisch die Streichung von der Risikoliste und die Aufhebung der Reisewarnung, die eine kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglicht. Am Montag sank der Wert nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid weiter auf nur noch 19,40.

In den Reisehinweisen im Internet rĂ€t das AuswĂ€rtige Amt dennoch weiter von "nicht notwendigen, touristischen Reisen" ab. Das ist aber nicht mehr als eine Empfehlung, rechtliche Folgen hat das nicht. Bund und LĂ€nder hatten bereits in ihrem Beschluss vom 3. MĂ€rz an alle BĂŒrger "eindringlich" appelliert, "auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland" zu verzichten.

Niedersachsen erwĂ€gt, Testpflicht selbst einzufĂŒhren

Auch der Mainzer Virologe Bodo Plachter hĂ€lt ZurĂŒckhaltung beim Reisen fĂŒr wichtig. "Wenn die ReiseaktivitĂ€t steigt, dann werden auch die Inzidenzraten steigen. Das ist relativ klar", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Im Urlaub möchte man sich erholen, möchte man dann auch Corona vergessen. Und das fĂŒhrt dazu, dass die Vorsicht sinkt und die Infektionsraten steigen." Das sei auch schon im vergangenen Sommer so gewesen.

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Niedersachsen denkt nun darĂŒber nach, die Testpflicht fĂŒr Mallorca-RĂŒckkehrer auf eigene Faust wieder einzufĂŒhren. Die Menschen, die nun dorthin reisen wollten, mĂŒssten wissen, dass sie sich einem gewissen Risiko aussetzen, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Vor Ort trĂ€fen sich Menschen aus ganz Deutschland und Europa, und es bestehe die Gefahr einer Verbreitung von Infektionen. Selbst wenn am Flughafen ein PCR-Test negativ ausfalle, bedeute dies nicht, dass ein ReiserĂŒckkehrer das Virus nicht bereits in sich trage. "Man holt sich da sehenden Auges ein richtiges Problem ins Land."

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