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Spahn k├╝ndigt mehr Impfstoff f├╝r Juli und August an

Von dpa
Aktualisiert am 26.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Das Wort ÔÇ×ImpfungÔÇť ist an einem Aufsteller zu lesen im Impfzentrum Bielefeld.
Das Wort ÔÇ×ImpfungÔÇť ist an einem Aufsteller zu lesen im Impfzentrum Bielefeld. (Quelle: Friso Gentsch/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Die Bundesregierung rechnet durch die Lieferung zus├Ątzlicher Impfstoffmengen mit einer deutlichen Beschleunigung der Corona-Impfkampagne.

"Bis Ende Juli wird jeder Erwachsene in Deutschland, der geimpft werden will, auch eine erste Impfung erhalten haben k├Ânnen; wenn die Lieferungen so weitergehen, vielleicht noch ein St├╝ck fr├╝her", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in einer Diskussionsrunde in Berlin.

Der erwartete zus├Ątzliche Schub f├╝r die Impfkampagne kommt daher, dass der US-Hersteller Moderna laut Bundesgesundheitsministerium im dritten Quartal deutlich mehr Dosen liefern will als urspr├╝nglich angek├╝ndigt. Im Juli sollen pro Woche statt 733.000 nun jeweils 1,33 Millionen Dosen kommen. Im August werden dann 2,57 Millionen Dosen pro Woche erwartet, im September 2,95 Millionen pro Woche.

Insgesamt will der US-Hersteller demnach im Juli 5,32 Millionen Impfdosen liefern, im August 10,28 Millionen und im September 14,5 Millionen Dosen. In der kommenden Woche sollen zudem zus├Ątzlich zu bereits eingeplanten Lieferungen f├╝nf Millionen Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca und eine Million Dosen von Johnson & Johnson an die Impfzentren der L├Ąnder sowie an Arztpraxen und Betriebs├Ąrzte gehen. Allein in der ersten Juli-Woche w├╝rden fast f├╝nf Millionen Dosen an die Impfzentren geliefert, k├╝ndigte Spahn an. "Die Gr├Â├čenordnung gab es noch nie."

Der Pr├Ąsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, forderte, beim Impfen nicht nachzulassen. Dieses sei das "m├Ąchtigste Werkzeug" gegen die Pandemie. "Wir reden von mehr als 80 Prozent der Menschen, die in unserem Land leben", sagte Wieler auf die Frage, wie viele Menschen geimpft werden m├╝ssten.

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Ein halbes Jahr nach Beginn der Impfkampagne in Deutschland ist mehr als die H├Ąlfte der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. ├ťber ein Drittel hat auch schon die zweite Spitze erhalten. Wie aus Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht, haben knapp 44,4 Millionen Menschen (53,3 Prozent) mindestens eine Impfdosis bekommen. 28,9 Millionen (34,8 Prozent) sind vollst├Ąndig geimpft. Allein am Freitag wurden 852.814 Impfdosen verabreicht.

Bei den Erstgeimpften liege Deutschland bei der absoluten Zahl erstmals vor Gro├čbritannien, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter. In Gro├čbritannien ist die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante des Virus vorherrschend, ihr Anteil steigt auch in Deutschland. Experten wie der Virologe Christian Drosten weisen schon l├Ąnger darauf hin, dass gerade die erste Impfung gegen Delta noch nicht so viel hilft.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland offiziell am 27. Dezember begonnen. In einem Seniorenzentrum in Halberstadt in Sachsen-Anhalt wurden aber schon am 26. Dezember erste Impfungen verabreicht. Zun├Ąchst waren Menschen ├╝ber 80 Jahren, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erh├Âhtem Risiko f├╝r einen schweren und t├Âdlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mittlerweile k├Ânnen sich Menschen unabh├Ąngig von der bisher g├╝ltigen Priorit├Ątenliste um einen Termin bem├╝hen.

Mehr digitale Impfnachweise

Voran geht es in Deutschland auch mit der Ausstellung digitaler Corona-Impfnachweise. Inzwischen sind mehr als 32 Millionen erstellt worden, wie das Gesundheitsministerium auf dpa-Anfrage mitteilte. In Impfzentren und Arztpraxen waren es 5,9 Millionen und in Apotheken 11,9 Millionen digitale Impfnachweise. Nachtr├Ąglich per Post versandt wurden demnach mittlerweile 14,5 Millionen Zertifikate.

Das Erstellen der digitalen Nachweise war Mitte Juni angelaufen. Dass deren Zahl h├Âher als die der vollst├Ąndig Geimpften ist, erkl├Ąrte das Ministerium damit, dass nunmehr pro Impfung ein Zertifikat ausgestellt wird - bei Erstimpfungen wie bei Zweitimpfungen. Schon voll Geimpfte erhalten beim nachtr├Ąglichen Hinterlegen in der App also zwei Zertifikate. Beim Mittel von Johnson & Johnson ist nur eine Spritze f├╝r den vollen Impfschutz n├Âtig.

Sieben-Tages-Inzidenz sinkt weiter

Unterdessen ist die Sieben-Tages-Inzidenz bundesweit auf unter sechs gesunken. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit 5,9 an. Am Vortag lag sie bei 6,2, vor einer Woche bei 9,3. Die Gesundheits├Ąmter meldeten dem RKI 592 Neuinfektionen, vor einer Woche waren es 1108. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 68 neue Todesf├Ąlle im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung verzeichnet. Vor einer Woche waren es 99 Tote.

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