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Tiergarten-Mord: Bundesanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Von afp
Aktualisiert am 07.12.2021Lesedauer: 2 Min.
Tiergarten in Berlin: 2019 wurde dort ein Georgier erschossen.
Tiergarten in Berlin: 2019 wurde dort ein Georgier erschossen. (Quelle: Christoph Soeder/dpa-bilder)
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Es soll ein "von langer Hand geplantes Attentat" gewesen sein: Der Angeklagte im Prozess um den Mord im Tiergarten soll lebenslang ins Gefängnis, wie die Bundesanwaltschaft forderte.

Im Prozess um den mutmaßlichen russischen Auftragsmord im Kleinen Tiergarten in Berlin hat die Bundesanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Der Anklagevertreter sah es in seinem Plädoyer am Dienstag vor dem Berliner Kammergericht als erwiesen an, dass der Russe Vadim K. sein Opfer im August 2019 in dem Park erschossen hatte. Die Bundesanwaltschaft geht von einem von staatlichen Stellen in Russland organisierten Auftragsmord aus.

Das Opfer, der tschetschenischstämmige Georgier Tornike K., habe als Anführer einer tschetschenischen Miliz während des zweiten Tschetschenienkriegs 2000 und 2004 gegen Russland gekämpft, sagte der Prozessvertreter in dem Strafschutzverfahren. Er sei als ein Staatsfeind betrachtet und daher aus Vergeltung liquidiert worden.

Drei Schüsse auf Georgier

Der Angeklagte ist nach der Darstellung der Anklage ein früherer Oberst einer Spezialeinheit des russischen Geheimdiensts FSB und reiste wenige Tage vor der Tat unter einer Aliasidentität mit einem Schengenvisum von Moskau über Paris und Warschau nach Berlin.

Dort erschoss er am 23. August 2019 sein Opfer im sogenannten Kleinen Tiergarten mit einer Pistole mit Schalldämpfer, wobei er sich von hinten auf einem Fahrrad näherte. Insgesamt feuerte er laut Bundesanwaltschaft in dem Park drei Schüsse auf den Georgier ab, wobei es sich bei dem letzten um einen Kopfschuss handelte.

"Von langer Hand geplantes Attentat"

Insgesamt ergebe sich das "Bild eines offensichtlich von langer Hand geplanten Attentats", sagte der Vertreter der Anklagebehörde. Neben einer lebenslangen Haft beantragte er auch die Feststellung der besonderen Schuldschwere, was eine vorzeitige Haftentlassung im Fall einer entsprechenden Verurteilung praktisch ausschließen würde.

K. wurde kurz nach dem Geschehen festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Fall und die Ermittlungen dazu belasten das Verhältnis zwischen Russland und Deutschland schwer. Nach der Tat wies die Bundesregierung als Reaktion zwei russische Diplomaten aus. Die russische Seite wies die Vorwürfe als haltlos zurück.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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