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Lauterbach stimmt auf schwere Zeit ein

Von dpa
Aktualisiert am 16.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Covid-19-Intensivstation in einer Klinik in Gera.
Covid-19-Intensivstation in einer Klinik in Gera. (Quelle: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - In der aktuellen Corona-Welle mit der hoch ansteckenden Omikron-Variante warnt Gesundheitsminister Karl Lauterbach vor einer hohen Zahl an Toten und massiven Einschr├Ąnkungen bei Krankenhausbehandlungen.

"Uns drohen in Deutschland sehr schwere Wochen", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". "Wir d├╝rfen uns mit Blick auf die aktuell sinkenden Krankenhauszahlen insbesondere auf den Intensivstationen nicht in Sicherheit wiegen." Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ├╝berschritt unterdessen erstmals die 500er-Schwelle.

Das Robert Koch-Institut meldete am Sonntagmorgen erneut einen H├Âchstwert: Demnach lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 515,7. Zum Vergleich: Am Vortag hatte er bei 497,1 gelegen. Die Gesundheits├Ąmter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 52.504 Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 36.552 neue Ansteckungen.

Vor allem die J├╝ngeren erkranken derzeit

Die Situation in den Kliniken werde sich wieder versch├Ąrfen, so Lauterbach. Momentan erkrankten vor allem die J├╝ngeren, die viele Kontakte h├Ątten. Wenn sich die ├älteren infizierten, werde die Zahl der Klinikeinweisungen wieder steigen. "Da kann es, je nach Entwicklung, nicht nur bei den Intensivstationen knapp werden, sondern auch auf den normalen Stationen. Es droht die Schlie├čung ganzer Abteilungen", sagte er. "Eine Durchseuchung bedeutet, dass Hunderttausende schwer krank werden und wir wieder viele Tausend Corona-Tote beklagen m├╝ssen."

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Der Virologe Christian Drosten sieht in der milder verlaufenden Omikron-Variante des Coronavirus eine "Chance", in den endemischen Zustand zu kommen. Auf die entsprechende Frage sagte der Virologe dem "Tagesspiegel am Sonntag": "Es w├Ąre eine Chance jetzt, breite Immunit├Ąt vorausgesetzt." Drosten sagte, alle Menschen m├╝ssten sich fr├╝her oder sp├Ąter mit Sars-Cov-2 infizieren. "Ja, wir m├╝ssen in dieses Fahrwasser rein, es gibt keine Alternative", sagte er. "Wir k├Ânnen nicht auf Dauer alle paar Monate ├╝ber eine Booster-Impfung den Immunschutz der ganzen Bev├Âlkerung erhalten." Das m├╝sse das Virus machen. "Das Virus muss sich verbreiten, aber eben auf Basis eines in der breiten Bev├Âlkerung verankerten Impfschutzes" - sonst w├╝rden "zu viele Menschen sterben".

Die Krankenh├Ąuser berichten bereits von mehr Patientenaufnahmen mit Covid-Erkrankungen. "Wir sehen diesen Anstieg auf den Normalstationen bereits in manchen Regionen, so zum Beispiel in Bremen, Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein", sagte der Pr├Ąsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Ga├č, der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). "Im Unterschied zu vorangegangenen Wellen werden Patienten in den kommenden Wochen aber wohl vermehrt in den Normalstationen ankommen, da die Wahrscheinlichkeit, einen schweren Verlauf zu haben, bei Omikron geringer ist."

Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte Ga├č: "Wir werden elektive Leistungen verschieben m├╝ssen." Dies betreffe orthop├Ądische Operationen genauso wie Therapien f├╝r chronische Erkrankungen und Krebspatienten. "Wir k├Ânnen auch nicht ausschlie├čen, dass das in vielen F├Ąllen auch zu echten Sch├Ąden f├╝hrt."

Lauterbach: Impflicht sollte drei Spritzen umfassen

Zur Debatte ├╝ber eine allgemeine Impflicht sagte Lauterbach der "Bild am Sonntag", diese sollte drei Spritzen umfassen. "Eine vollst├Ąndige Impfung besteht aus drei Dosen. Vollst├Ąndig Geimpfte sind gegen alle Corona-Varianten - zumindest vor schwerer Krankheit und Tod - gesch├╝tzt. Daran muss sich die Impfpflicht orientieren."

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland vermisst derzeit einer Umfrage zufolge F├╝hrungsst├Ąrke beim Bundeskanzler und einen klaren Kurs in der Corona-Politik. 71 Prozent glauben, dass die Bundesregierung keine klare Richtung in der Corona-Politik vorgibt, wie eine Umfrage des Instituts Insa f├╝r die "Bild am Sonntag" ergab. 23 Prozent empfinden das Gegenteil, 6 Prozent machten keine Angaben. 61 Prozent der Befragten sagen au├čerdem, dass Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu wenig F├╝hrungsst├Ąrke zeigt. 26 Prozent sehen das anders, 13 Prozent der Befragten machten keine Angaben. Eine allgemeine Impfpflicht bef├╝rworten 60 Prozent der Befragten, 33 Prozent sind dagegen. Keine Angabe dazu machten 7 Prozent.

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