• Home
  • Politik
  • Deutschland
  • Antisemitismus: Holocaust-├ťberlebende mahnt beim Gedenken im Bundestag


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextVor EM-Start: DFB bangt um Top-SpielerinSymbolbild f├╝r einen TextItalien ruft D├╝rre-Notstand ausSymbolbild f├╝r ein VideoTschetschenen ver├Âffentlichen BotschaftSymbolbild f├╝r einen TextMelnyk bald nicht mehr Botschafter?Symbolbild f├╝r einen TextBarcelona mit Transfer-DoppelschlagSymbolbild f├╝r ein VideoUrlaubsflieger von Kampfjets abgefangenSymbolbild f├╝r einen TextAnja Reschke bekommt ARD-ShowSymbolbild f├╝r einen Text25 Grad warmer Fluss: Fische in GefahrSymbolbild f├╝r einen TextF├╝rstin Charl├Ęne zeigt sich im KrankenhausSymbolbild f├╝r einen TextTV-Star Anna Heiser wollte sich trennenSymbolbild f├╝r einen TextFrau gefilmt und begrabscht: Opfer gesuchtSymbolbild f├╝r einen Watson Teaser├ťberraschende G├Ąste auf Lindner-HochzeitSymbolbild f├╝r einen TextSo beugen Sie Geheimratsecken vor

Holocaust-├ťberlebende mahnt beim Gedenken im Bundestag

Von dpa
Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Israels Parlamentspr├Ąsident Mickey Levy umarmt im Deutschen Bundestag die Holocaust-├ťberlebende Inge Auerbacher.
Israels Parlamentspr├Ąsident Mickey Levy umarmt im Deutschen Bundestag die Holocaust-├ťberlebende Inge Auerbacher. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Berlin (dpa) - Ruhig und gefasst erz├Ąhlte Inge Auerbacher noch einmal ihre Geschichte. "Ich bin ein j├╝disches M├Ądel aus dem badischen Dorf Kippenheim", sagte die 87-j├Ąhrige Holocaust-├ťberlebende am Donnerstag unter der Kuppel des Reichstagsgeb├Ąudes.

Auch nach Jahrzehnten in ihrer neuen Heimat New York hat Auerbacher einen freundlichen badischen Akzent, sie spricht von Vers├Âhnung und gegen den Hass. Aber ihr Blick zur├╝ck nach Kippenheim ist ersch├╝tternd. "Ich war das letzte j├╝dische Kind, das dort geboren wurde."

Der Bundestag erinnerte zum Holocaust-Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, die Spitzen des Staates waren versammelt. 77 Jahre nach der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 wird inzwischen viel debattiert ├╝ber die richtige Erinnerungskultur - der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnte gerade erst vor einer Erstarrung in "Formeln und Ritualen". Auerbachers Rede aber hatte nichts Formelhaftes. Sie sprach von einem Grauen, das nicht vergeht.

Ihre Freundin sah sie nie wieder

Nur 25 Minuten reichten der alten Dame, ihren unfassbaren Lebensweg zu schildern. Der unfreiwillige Umzug aus Kippenheim zu ihren Gro├čeltern, die Zwangsarbeit der Eltern, der elend lange Weg zur einzigen j├╝dischen Schule in Stuttgart, die Verh├Âhnung durch den gelben Judenstern. 1942 wurde die Familie ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo sie zusammengepfercht mit Tausenden anderen, mit Ratten und Ungeziefer, mit Krankheiten und Hunger lebte. "Die wichtigsten W├Ârter waren f├╝r uns Brot, Kartoffeln und Suppe. Das ganze Leben drehte sich um Essen."

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Neue Corona-Variante beunruhigt Fachleute
Labormitarbeiterin mit einer Corona-Probe: "Noch bevor wir mit der BA.5-Welle durch sind, m├╝ssen wir uns vielleicht schon auf die n├Ąchste vorbereiten".


Als eines Tages ihre Spielgef├Ąhrtin Ruth mit ihren Eltern weiter gebracht wurde nach Auschwitz, schworen sich die beiden M├Ądchen, sich sp├Ąter einmal gegenseitig zu besuchen. "Liebe Ruth, ich bin hier in Berlin, um dich zu besuchen", rief Inge Auerbacher im Bundestag, den Tr├Ąnen nah. Doch Ruth wurde ermordet in einer der Gaskammern in Auschwitz. "Sie erlebte noch nicht einmal ihren zehnten Geburtstag."

Die Familie Auerbacher hingegen wurde 1945 in Theresienstadt von der Roten Armee befreit. 1946 wanderte sie aus nach New York, wo Inge Auerbacher jahrelang mit Krankheiten als Folge des Lagers k├Ąmpfte. Auch die lie├č sie schlie├člich hinter sich. Sie ging doch noch zur Schule, studierte und arbeitete jahrzehntelang als Chemikerin.

"Leider ist dieser Krebs wieder erwacht"

Nur eine politische Botschaft verband die Holocaust-├ťberlebende mit ihrer Geschichte: den Einsatz gegen Hass und Antisemitismus. "Leider ist dieser Krebs wieder erwacht, und Judenhass ist in vielen L├Ąndern der Welt, auch in Deutschland, wieder allt├Ąglich", sagte Auerbacher. "Diese Krankheit muss so schnell wie m├Âglich geheilt werden."

Viele ihrer Zuh├Ârer im Bundestag wissen, dass dies ein wunder Punkt ist in dieser Zeit. Gelbe Sterne bei Corona-Demonstrationen, Verschw├Ârungserz├Ąhlungen in der Pandemie, allt├Ągliche Anfeindungen gegen j├╝dische Deutsche. "Der Antisemitismus ist mitten unter uns", warnte auch Bundestagspr├Ąsidentin B├Ąrbel Bas in der Gedenkstunde. "Erinnern und Gedenken machen nicht immun gegen Antisemitismus." Vielmehr seien Freiheit und Demokratie auf engagierte B├╝rger angewiesen.

Den Gedanken griff der israelische Parlamentspr├Ąsident Mickey Levy auf, der auf den historischen Ort im Reichstagsgeb├Ąude einging. Hier k├Ânne man eine Ahnung davon bekommen, wie Menschen Demokratie ausnutzen k├Ânnten, um sie zu ├╝berwinden, sagte Levy.

Dem Sprecher der Knesset versagt die Stimme

"Dies ist der Ort, wo die Menschheit die Grenzen des B├Âsen gedehnt hat, ein Ort, wo Werteverlust einen demokratischen Rahmen in eine rassistische und diskriminierende Tyrannei verwandelt hat", sagte Levy. "Und nun erfahren wir hier, in den Mauern dieses Hauses - stummer Zeuge aus Stahl und Stein - wieder die Zerbrechlichkeit der Demokratie, und wir werden wieder an die Pflicht erinnert, sie zu sch├╝tzen."

Levy sprach von den Wunden der Vergangenheit, vom historischen Trauma und von den Br├╝cken, die Israel und Deutschland geschlagen haben, um es zu ├╝berwinden - und von der schweren Aufgabe des Erinnerns an die Nazi-Verbrechen, die jede Generation aufs Neue schultern m├╝sse. Als Levy am Ende seiner Rede das j├╝dische Totengebet rezitierte, kamen ihm die Tr├Ąnen und er konnte nicht weitersprechen. Die Abgeordneten spendeten minutenlang Applaus.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Jonas Mueller-T├Âwe
Von Jonas Mueller-T├Âwe
BundesregierungBundestagDeutschlandIsraelNew York
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website