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"Cum-Ex"-Affäre: Keine Ermittlungen gegen Kanzler Olaf Scholz


Staatsanwaltschaft Köln
"Cum-Ex": Keine Ermittlungen gegen Scholz und Tschentscher

Von dpa
Aktualisiert am 19.12.2022Lesedauer: 2 Min.
Bundeskanzler Olaf Scholz: Im sogenannten Cum-Ex-Skandal nutzten Banken und andere Finanzakteure eine Gesetzeslücke, um den Staat zu betrügen.Vergrößern des BildesBundeskanzler Olaf Scholz: Im sogenannten Cum-Ex-Skandal nutzten Banken und andere Finanzakteure eine Gesetzeslücke, um den Staat zu betrügen. (Quelle: Political-Moments/imago images)
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Die Staatsanwaltschaft in Köln sieht im Zusammenhang mit ihren Cum-Ex-Ermittlungen keinen Anfangsverdacht gegen Kanzler Scholz. Auch gegen den Hamburger Bürgermeister Tschentscher wird nicht ermittelt.

Im Zusammenhang mit einer Anzeige wegen der in den "Cum-Ex"-Skandal verstrickten Warburg Bank wird es in Köln keine Ermittlungen gegen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und den Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) geben. Das teilte die Behörde am Montag mit.

"Nach der Strafprozessordnung darf die Staatsanwaltschaft nur dann Ermittlungen aufnehmen, wenn ein Anfangsverdacht wegen einer Straftat besteht", hieß es. "Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt." Die Entscheidung sei von der für die Bearbeitung der Strafanzeige zuständigen Dezernentin getroffen worden.

Schaden von mindestens zehn Milliarden Euro

Im sogenannten Cum-Ex-Skandal nutzten Banken und andere Finanzakteure eine Gesetzeslücke, um den Staat zu betrügen. Rund um den Dividendenstichtag wurden Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Am Ende erstatteten Finanzämter Kapitalertragsteuern, die nicht gezahlt worden waren. Dem deutschen Staat entstand Schätzungen zufolge ein Schaden von mindestens zehn Milliarden Euro. Mehrere Gerichte und Staatsanwaltschaften arbeiten den Skandal seit Jahren auf. Juristisch belangt worden sind bisher nur wenige Beteiligte.

Scholz und Tschentscher weisen Vorwürfe zurück

Viel diskutiert ist dabei die Rolle der Hamburger Finanzverwaltung in den Jahren 2016 und 2017. Damals war der heutige Bundeskanzler Scholz Hamburger Bürgermeister. Ein Untersuchungsausschuss der Hansestadt soll klären, ob führende SPD-Politiker in Scholz' Zeit als Bürgermeister Einfluss auf die steuerliche Behandlung der Warburg Bank genommen haben.

Die Finanzverwaltung verzichtete Ende 2016 entgegen ursprünglicher Planung auf eine Rückforderung von 47 Millionen Euro gegen die Bank. Wie t-online am Montag berichtete, wirft nun ein Vermerk der Kölner Staatsanwaltschaft, der t-online exklusiv vorliegt, erneut Fragen auf. Mehr dazu lesen Sie hier.

Scholz hat bei Vernehmungen als Zeuge jede Einflussnahme als Hamburger Bürgermeister bestritten. Auch sein Nachfolger, der damalige Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD), weist jede Einflussnahme zurück.

Staatsanwaltschaft: Keine Rückschlüsse auf Gesprächsinhalte

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen Scholz und Tschentscher nach einer Anzeige bereits abgelehnt. Ähnlich verhält es sich nun in Köln.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, "insbesondere die Auswertung der in einem anderen Verfahren sichergestellten Postfächer von Mitarbeitern des Finanzamtes und der Finanzbehörde Hamburg sowie von Herrn Dr. Tschentscher und Herrn Scholz" habe keine Unterlagen zutage gefördert, "die Rückschlüsse auf etwaige Gesprächsinhalte Beteiligter" ermöglichten.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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