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Machtkampf in der CSU: Stoiber rät Seehofer zum Rücktritt vom Vorsitz

Machtkampf in der CSU  

Stoiber legt CSU-Chef Seehofer den Rücktritt nahe

11.11.2018, 11:08 Uhr | job, t-online

Machtkampf in der CSU: Stoiber rät Seehofer zum Rücktritt vom Vorsitz. Horst Seehofer: Um den CSU-Chef und Bundesinnenminister wird es politisch einsam.   (Quelle: dpa/Michael Kappeler)

Horst Seehofer: Um den CSU-Chef und Bundesinnenminister wird es politisch einsam. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Geht er? Und wenn ja: Wie? Um Seehofer wird es einsamer. Der CSU-Ehrenvorsitzende Stoiber rät ihm, als Parteichef aufzuhören. Doch würde er dann auch als Innenminister hinschmeißen?

Der frühere CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber legt Horst Seehofer nahe, den Parteivorsitz abzugeben. Stoiber rät seiner Partei in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" dazu, künftig das Amt des Parteivorsitzenden und des bayerischen Ministerpräsidenten wieder in eine Hand zu legen. Das hieße: Seehofer müsste weg, und Markus Söder würde Parteichef.

"Als Franz Josef Strauß zugleich bayerischer Ministerpräsident und Vorsitzender der CSU war, wurden alle wesentlichen Entscheidungen in der Bundespolitik von ihm mit geprägt", sagte Stoiber der Zeitung. "Er nahm Einfluss über die Runde der Parteivorsitzenden. Wenn man das Amt des Ministerpräsidenten von dem des Parteivorsitzenden trennt, ist das schwächer."

Treffen mit Bezirksvorsitzenden

Seehofer trifft sich heute mit den Bezirksvorsitzenden der CSU in der Parteizentrale in München. Nach Informationen des "Spiegel" soll dabei auch ein "Fahrplan zur Zukunft des Parteivorsitzes" herauskommen. Viele in der Partei erhoffen sich demnach ein erstes Signal Seehofers, sich vom Parteivorsitz zurückzuziehen. 

Im Zweifel könnten aber auch drei Bezirksverbände gegen seinen Willen einen Sonderparteitag einberufen. Dort könnte dann ein neuer CSU-Vorsitzender gewählt werden. Mit einem solchen Sonderparteitag rechnet auch Stoiber.

Wie die "FAS" berichtet, ist Stoiber nicht der einzige, der immer deutlicher von Seehofer abrückt. Der Vorsitzende des Bezirksverbands Nürnberg-Fürth-Schwabach, Michael Frieser, spricht sich in der Zeitung genau wie Stoiber für eine Verbindung der Ämter des Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten aus. Die Bezirksverbände Oberbayern und Schwaben hätten ebenfalls schon Sonderparteitage verlangt.

Edmund Stoiber: Der frühere CSU-Vorsitzende spricht sich indirekt für Markus Söder als Parteichef aus. (Quelle: imago images/Stefan Zeitz)Edmund Stoiber: Der frühere CSU-Vorsitzende spricht sich indirekt für Markus Söder als Parteichef aus. (Quelle: Stefan Zeitz/imago images)

Auch in der Mittelstands-Union, der bayrischen Senioren-Union sowie der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft in Bayern wird laut "FAS" ähnlich argumentiert.

Bleibt Seehofer Innenminister?

Die "Bild am Sonntag" will derweil von engen Vertrauten Seehofers erfahren habe, dass dieser ohne den Parteivorsitz auch nicht länger Bundesinnenminister bleiben wolle. Man könne vielleicht noch einige Monate weiterarbeiten, aber ein Durchwursteln auf diesem Posten in der großen Koalition werde es mit ihm nicht geben, zitiert die Boulevardzeitung die Vertrauten.

Es hatte zuletzt aber auch Berichte gegeben, die das Gegenteil behaupteten. So hatte die "Zeit" ebenfalls unter Berufung auf Vertraute geschrieben, Seehofer wolle sich zwar als Vorsitzender zurückziehen, aber Innenminister bleiben. 


Was davon stimmt, dürfte auch davon abhängen, wie die Gespräche heute ablaufen und wie viel Rückhalt Seehofer in der Partei noch spürt. Eine offizielle Erklärung Seehofers wird ohnehin erst für den Anfang der Woche erwartet. Der "Spiegel" schreibt, Seehofer werde sich wohl frühestens am Dienstag erklären, auch um die Regierungsbildung in Bayern nicht zu belasten. Denn am Montag beruft Söder seine Minister in die bayerische Regierung.

Verwendete Quellen:

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