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Arbeitsagentur: Valerie Holsboer muss Vorstandsposten räumen

"Zerrüttetes Verhältnis"  

Bundesagentur für Arbeit wirft einzige Vorständin raus

12.07.2019, 13:21 Uhr | dpa

Arbeitsagentur: Valerie Holsboer muss Vorstandsposten räumen. Valerie Holsboer: Sie war die einzige Frau im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit. (Quelle: dpa/Daniel Karmann)

Valerie Holsboer: Sie war die einzige Frau im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit. (Quelle: Daniel Karmann/dpa)

Die Bundesagentur für Arbeit trennt sich von der einzigen Frau in ihrem Führungsgremium. Das Verhältnis zwischen Valerie Holsboer und den Arbeitgebervertretern galt als zerrüttet. 

Die umstrittene Spitzenmanagerin der Bundesagentur für Arbeit (BA), Valerie Holsboer, muss vorzeitig ihre Vorstandsposition räumen. Eine Mehrheit des BA-Verwaltungsrats beschloss am Freitag ihre Abberufung. Sie war die erste und bisher einzige Frau in dem Führungsgremium. Dem bereits seit einigen Wochen erwarteten Votum muss allerdings formal noch die Bundesregierung zustimmen. Die Verwaltungsratsvorsitzende Annelie Buntenbach begründete die Entscheidung mit dem zerrütten Verhältnis zwischen den Arbeitgebervertretern und Holsboer.

"Schlusspunkt eines leider notwendig gewordenen Konfliktes"

"Wenn die Arbeitgebergruppe im Verwaltungsrat der BA das Vertrauen zu dem von ihr selbst vorgeschlagenen Mitglied im BA-Vorstand für unwiderruflich zerrüttet erklärt, ist keine tragfähige Grundlage für die weitere Arbeit des Vorstandes mehr gegeben", betonte Buntenbach, die als Gewerkschafterin die Arbeitnehmerinteressen bei der Bundesagentur vertritt. Diese sei aber angesichts der anspruchsvollen Herausforderungen, vor denen die BA gerade in Zeiten des Strukturwandels stehe, unverzichtbar.

Der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Peter Clever und Sprecher der Arbeitgeberseite sprach von einem "Schlusspunkt eines leider notwendig gewordenen Konfliktes". Er bedauere, "dass von der Arbeitgebergruppe angebotene Gespräche um eine einvernehmliche Lösung mit der Beteiligten von ihr abgelehnt wurden". Nun gelte es, sich wieder auf die Aufgaben der BA zu konzentrieren und nach vorn zu blicken. Längst überfällig sei unter anderem die Qualifizierung der Mitarbeiter für neue anspruchsvolle Beratungsaufgaben.


Holsboer selbst bedauerte das Aufsichtsratsvotum – "auch dass es so unnötig und schädlich laut zustande gekommen ist", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur nach der Sitzung. Zugleich wies sie den in Verwaltungsratskreisen geäußerten Vorwurf zurück, sie habe den personellen Umbau nicht ausreichend schnell vorangetrieben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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