Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Innenpolitik >

Wegen Corona-Pandemie: Zahl der Abschiebungen aus Deutschland auf Tiefststand

Wegen Corona-Pandemie  

Zahl der Abschiebungen aus Deutschland auf dem Tiefststand

06.08.2020, 11:38 Uhr | AFP

Wegen Corona-Pandemie: Zahl der Abschiebungen aus Deutschland auf Tiefststand. Geflüchtete steigen in einen Flieger: Im ersten Halbjahr 2020 war die Zahl der Abschiebungen auf einem Tiefststand. (Archivfoto) (Quelle: imago images/momentphoto/Robert Michael)

Geflüchtete steigen in einen Flieger: Im ersten Halbjahr 2020 war die Zahl der Abschiebungen auf einem Tiefststand. (Archivfoto) (Quelle: momentphoto/Robert Michael/imago images)

Wegen der Corona-Pandemie fanden 2020 bisher nur wenige Abschiebungen aus Deutschland statt. Gleichzeitig wurden an den Grenzen mehr Menschen als sonst abgewiesen. 

Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland ist laut einem Zeitungsbericht im Zuge der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr auf einen Tiefstand gesunken. 4.616 Menschen wurden in den ersten sechs Monaten abgeschoben, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" ("NOZ") in ihrer Donnerstagsausgabe unter Berufung auf Angaben des Bundesinnenministeriums berichtet. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 11.496 Menschen und damit weit mehr als doppelt so viele gewesen.

In 362 Fällen zwischen Januar und Juni benutzten die Einsatzkräfte demnach Gewaltmittel, um Ausländer abzuschieben. 448 versuchte Abschiebungen seien gescheitert, heißt es der Zeitung zufolge in einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion. In 74 Fällen hätten Piloten oder Fluggesellschaften die Beförderung verweigert.

Jelpke: Abschiebungen während Pandemie "unverantwortlich"

Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke forderte wegen der Corona-Pandemie einen kompletten Abschiebestopp. Es sei "unverantwortlich", dass die Behörden trotz der fortdauernden Pandemie "die Abschiebemaschinerie wieder zum Laufen zu bringen" versuchten, sagte sie der "NOZ". Um die Gesundheit der betroffenen Menschen nicht zu gefährden, müssten Bund und Länder bis auf Weiteres alle Abschiebungen stoppen.

Die Corona-Pandemie ließ der Zeitung zufolge im ersten Halbjahr nicht nur die Zahl der Abschiebungen stark sinken, sondern auch die Zahl der Zurückweisungen an den Grenzen hochschnellen. 12.188 Menschen seien laut Innenministerium an der Einreise gehindert worden. Das waren demnach fast so viele wie im gesamten vergangenen Jahr, als 13.689 Menschen an den Grenzen abgewiesen wurden.

Zu den wichtigsten Gründen der Zurückweisungen zählte den Angaben zufolge "eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit". Im Vorjahr war noch das Fehlen gültiger Reisedokumenten der Hauptgrund gewesen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team von t-online

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal