Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Innenpolitik >

Merkel warnt vor Katastrophe durch Artensterben

Konferenz zur Biodiversität  

Merkel warnt vor Katastrophe durch Artensterben

17.06.2021, 15:08 Uhr | AFP, dpa, mk

Merkel warnt vor Katastrophe durch Artensterben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): Investitionen sollen die biologische Vielfalt nicht nur nicht schädigen, sondern ihr möglichst zugute kommen. (Quelle: Reuters/Kenzo Tribouillard)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): Investitionen sollen die biologische Vielfalt nicht nur nicht schädigen, sondern ihr möglichst zugute kommen. (Quelle: Kenzo Tribouillard/Reuters)

Nicht nur beim Klimaschutz gibt es weltweiten Handlungsbedarf. Auch beim Arten- und Naturschutz sind die Aufgaben groß. Im Herbst wollen sich Fachleute aus aller Welt erstmals seit Corona wieder beraten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine "Trendwende hin zu einem nachhaltigen Schutz der Natur" und für mehr Artenschutz gefordert. "Der rasante Verlust an biologischer Vielfalt hat katastrophale Auswirkungen für uns alle weltweit", sagte Merkel zum Auftakt der Nationalen Vorbereitungskonferenz für die 15. Weltbiodiversitätskonferenz (CBD) im Herbst im chinesischen Kunming.

Merkel bekräftigte das deutsche und internationale Ziel, bis 2030 den weltweiten Biodiversitäts-Verlust zu stoppen. Dazu sollten bis dahin "mindestens 30 Prozent der Erdoberfläche und 30 Prozent der Meere" unter Schutz gestellt werden. Die Kanzlerin wies darauf hin, dass sich auch die G7-Staaten bei ihrem Gipfeltreffen einmütig zu diesen Zielen bekannt haben. Wichtig sei, dabei "Klima- und Naturschutz gleichermaßen in den Blick zu nehmen". 

Deutschland stockt Klimahilfen auf

Merkel verwies auch auf notwendige finanzielle Anstrengungen, sowohl mit öffentlichen wie auch mit privaten Mitteln. Bei allen Investitionen müssten Vorkehrungen dafür getroffen werden, dass diese "die biologische Vielfalt nicht nur nicht schädigen, sondern im Gegenteil ihr möglichst zugute kommen".

Koalas in einem australischen Wildpark: Sie gelten seit 2016 als bedrohte Art.  (Quelle: imago images/ Cover-Images/41492572)Koalas in einem australischen Wildpark: Sie gelten seit 2016 als bedrohte Art. (Quelle: Cover-Images/41492572/imago images)

Die Kanzlerin erinnerte daran, dass Deutschland seit 2013 jährlich international 500 Millionen Euro zum Schutz von Wäldern und anderen Ökosystemen beisteuere. Aktuell seien zudem 14 Millionen Euro im Rahmen der UN-Dekade zum Schutz der biologischen Vielfalt für einen Treuhandfonds bereitgestellt worden. Dazu kämen die Mittel zur weltweiten Finanzierung von Klimaschutz und Klimaanpassung. Hier hat Deutschland eine Aufstockung von vier auf sechs Milliarden Euro jährlich zugesagt.

Eine Million Tier- und Pflanzenarten könnten verschwinden

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth sieht noch viel Handlungsbedarf bei dem Ziel, das weltweite Artensterben zu stoppen. Die Weltgemeinschaft sei "daran gescheitert, den Verlust an biologischer Vielfalt tatsächlich aufzuhalten", erklärte Flasbarth bei der Videokonferenz. Er räumte ein, dass selbst die 30-Prozent-Marke nicht reichen würde.

Insgesamt müsse die Staatengemeinschaft noch ambitionierter werden. Vor allem die Landnutzung müsse nachhaltiger werden, um das Artensterben zu stoppen, erklärte Flasbarth. Nach Erkenntnissen des Weltbiodiversitätsrats könnten bis Ende des Jahrhunderts weltweit eine Million Tier- und Pflanzenarten verschwinden.

Die Weltbiodiversitätskonferenz in Kunming soll nach bisherigem Stand im Oktober stattfinden, wann genau und in welcher Form ist wegen der Corona-Pandemie aber ungewiss.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: