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"Brauchen mindestens 10.000 Soldaten mehr"

Von dpa
Aktualisiert am 05.12.2015Lesedauer: 3 Min.
Die Fregatte Augsburg auf dem Weg ins Mittelmeer. Sie soll die Franzosen im Kampf gegen den IS sch├╝tzen.
Die Fregatte Augsburg auf dem Weg ins Mittelmeer. Sie soll die Franzosen im Kampf gegen den IS sch├╝tzen. (Quelle: imago/Marc Sch├╝ler)
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Bis zu 1200 Soldaten der Bundeswehr sollen in Syrien eingesetzt werden. Weitere werden in Afghanistan, im Irak und in Mali gebraucht. Der Bundeswehrverband schl├Ągt jetzt Alarm und fordert dringend mehr Personal.

"Aktuell brauchen wir mindestens 5000 bis 10.000 Soldaten mehr", sagte Verbandschef Andr├ę W├╝stner der "Passauer Neuen Presse".


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Neue gesetzliche Arbeitszeit ab Januar

Dies sei auch n├Âtig, "weil ab Januar eine gesetzliche Arbeitszeit greift und den Rund-um-die-Uhr-Dienst im Grundbetrieb auf Kosten der Gesundheit zu Recht nicht mehr zul├Ąsst".

Die Reduzierung der Truppe ist nach Einsch├Ątzung des Verbands zu weit gegangen. "Bei der Reform 2011 hatte niemand die Krise in der Ukraine vor Augen oder den Kampf gegen den 'Islamischen Staat' im Blick."

Tausende Soldaten im Einsatz

Die Politik sei damals nicht davon ausgegangen, dass im Jahr 2016 ├╝ber 20.000 Soldaten im Einsatz oder in einsatzgleichen Verpflichtungen samt Fl├╝chtlingshilfe stehen w├╝rden. "Jetzt wird auch noch der Afghanistan-Einsatz verl├Ąngert, und wir sind bald verst├Ąrkt im Nordirak und in Mali", argumentierte W├╝stner.

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KSK nach Syrien?

Der Bundestag hatte am Freitag der Syrien-Mission mit gro├čer Mehrheit zugestimmt. Damit schickt Deutschland bis zu 1200 Soldaten in den Einsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf Parlamentskreise, die Regierung wolle im Notfall auch das Kommando Spezialkr├Ąfte (KSK) der Bundeswehr nach Syrien schicken.

Dies sei beim Auftritt von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Generalinspekteur Volker Wieker am Mittwoch vor dem Verteidigungsausschusses deutlich geworden. In Notsituationen sei das KSK zur Stelle, hie├č es dort. Zu den m├Âglichen Aufgaben k├Ânnten auch Aktionen zur Befreiung von abgest├╝rzten Tornado-Piloten geh├Âren.

Vergr├Â├čerung der Truppe nicht geplant

Eine Vergr├Â├čerung der Bundeswehr ist laut Au├čenminister Frank-Walter Steinmeier trotz der geplanten Ausweitung der Auslandseins├Ątze noch kein Thema f├╝r die Bundesregierung. "Bisher haben wir keine Debatten ├╝ber Aufstockung der deutschen Bundeswehr im Kabinett oder unter den Ministern gef├╝hrt", sagte der SPD-Politiker in Belgrad.

Von der Leyen kann sich mehr Soldaten vorstellen

Die Entscheidung zur Teilnahme am Syrien-Einsatz sei von der Bundeswehrf├╝hrung und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf Basis der aktuellen Truppenst├Ąrke von 179.000 Soldaten getroffen worden. Von der Leyen brachte auf einer Pressekonferenz eine Truppenaufstockung ins Gespr├Ąch. "Mir ist schon klar, dass, wenn die Welt weiter so hohe Anforderungen an uns stellt, wir auch im Personalk├Ârper sicherlich die Offenheit haben m├╝ssen, auch da nachzusteuern", sagte sie.

Zu den Soldaten f├╝r den Syrien-Einsatz sollen zus├Ątzlich bis zu 820 weitere Soldaten nach Afghanistan, in den Irak und nach Mali geschickt werden. Gleichzeitig l├Ąuft der Raketenabwehr-Einsatz mit 300 Soldaten in der T├╝rkei aus.

3000 Soldaten im Ausland

In diesem Jahr war die Zahl der im Ausland eingesetzten Soldaten wegen des Abzugs aus Afghanistan auf den niedrigsten Stand seit den 1990er Jahren gesunken. Derzeit sind nur noch rund 3000 Deutsche im Ausland stationiert. Zu Spitzenzeiten waren es mehr als 10.000.

Bundeswehrfregatte "Augsburg" startet Einsatz unter Syrien-Mandat

Wenige Stunden nach der Verabschiedung des Mandats f├╝r den Syrien-Einsatz der Bundeswehr ist unterdessen die Fregatte "Augsburg" an der Seite des franz├Âsischen Flugzeugtr├Ągers "Charles de Gaulle" im Mittelmeer unterwegs. Das Schiff sei nach dem Auslaufen aus dem Hafen der sizilianischen Stadt Augusta "dem multinationalen Tr├Ągerverband unterstellt worden", sagte ein Sprecher des Einsatzf├╝hrungskommandos. In Augusta seien zuvor zwei Hubschrauber an Bord genommen worden.

Die "Augsburg" war am Freitag mit 220 Mann Besatzung aus dem EU-Fl├╝chtlingseinsatz "Sophia" im Mittelmeer herausgel├Âst worden. In der Mission ist seit Donnerstag neben dem Einsatzgruppenversorger "Berlin" das Minenjagdboot "Weilheim" eingesetzt.

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