Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Parteien >

AfD streitet über Höcke-Ausschluss nach Hetz-Rede

"Denkmal der Schande"  

AfD streitet über Höcke-Ausschluss nach Hetz-Rede

23.01.2017, 07:06 Uhr | AFP

AfD streitet über Höcke-Ausschluss nach Hetz-Rede. Thüringens AfD-Chef Björn Höcke. (Quelle: dpa)

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke. (Quelle: dpa)

Nach seinen heftig kritisierten Äußerungen zum Berliner Holocaust-Mahnmal und zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit erwägt ein Teil der AfD einem Medienbericht zufolge, sich von Björn Höcke zu trennen. Besonders eine Parteikollegin treibt seinen Rauswurf offenbar voran: Frauke Petry. Die Personalie könnte sich zum Machtkampf entwickeln.

Wie die "Thüringer Allgemeine" unter Berufung auf AfD-Parteikreise berichtete, will der Bundesvorstand der rechtspopulistischen Partei noch heute in einer Telefonkonferenz über ein Parteiausschlussverfahren gegen den umstrittenen thüringischen Landeschef beraten.

Hauptanlass des Zwists ist offenbar Höckes Rede in Dresden am vergangenen Dienstag, bei der er das Berliner Holocaust-Mahnmal als "Denkmal der Schande" bezeichnet hatte. Laut einem im Internet kursierenden Video sprach er zudem von einer "dämlichen Bewältigungspolitik" und forderte eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad".

Nur drei Fürsprecher im Vorstand

Bereits am Freitag befasste sich der Bundesvorstand in Berlin mit Höckes Rede. Dabei hätten sich laut Parteikreisen acht von elf anwesenden Mitgliedern für ein Ausschlussverfahren ausgesprochen, berichtete die Zeitung. Ein entsprechender Antrag sollte vom Vorstandsmitglied Alice Weidel aus Baden-Württemberg eingebracht worden sein. Da es bei der Sitzung aber "etwas chaotisch" zugegangen sei, werde das Thema nun erneut besprochen, hieß es demnach weiter.

AfD-Parteichefin Frauke Petry solle in der Vorstandssitzung "leidenschaftlich" für Höckes Rauswurf argumentiert haben, berichtet die Zeitung unter Berufung auf die Kreise. Ihr Ko-Chef Jörg Meuthen und die Landeschefs von Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Alexander Gauland und André Poggenburg, hätten sich demnach gegen einen Ausschluss Höckes ausgesprochen. Die drei gelten als erklärte Gegner von Petry. Eine Stellungnahme der Parteispitze lag der Zeitung am Sonntag nicht vor.

Der CDU-Europapolitiker Elmar Brok forderte eine Überwachung der AfD durch den Verfassungsschutz. "Das sind Rechtsradikale. Niemand von der AfD hat sich inhaltlich von der volksverhetzenden und antisemitischen Rede Höckes in Dresden distanziert", kritisierte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments in der "Passauer Neuen Presse". "Die AfD will das demokratische System aushebeln und in den alten Nationalismus der dreißiger Jahre zurück", sagte der CDU-Politiker.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal