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AfD erlaubt Mitgliedern jetzt Auftritte bei Pegida

dpa, lula

Aktualisiert am 05.03.2018Lesedauer: 2 Min.
Björn Höcke bei einer Kundgebung in Erfurt: Sein Parteiflügel kann zukünftig auch offiziell mit Pegida kooperieren.
Björn Höcke bei einer Kundgebung in Erfurt: Sein Parteiflügel kann zukünftig auch offiziell mit Pegida kooperieren. (Quelle: arifoto UG/dpa-bilder)
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Über die Zusammenarbeit von Pegida und AfD ärgerten sich gemäßigtere Mitglieder der Partei immer wieder. Ein Beschluss auf dem Parteikonvent festigt diese Zusammenarbeit.

Der Parteikonvent der AfD hat beschlossen, dass AfD-Mitglieder in Zukunft bei Kundgebungen des Pegida-Bündnisses auftreten dürfen. Die Entscheidung fiel nach Angaben aus Parteikreisen am Samstag mit großer Mehrheit. Der sachsen-anhaltinische AfD-Vorsitzende André Poggenburg feierte das Votum als "Meilenstein". Er sagte: "Der Beschluss stellt fest, dass es rechtens ist, als Vertreter der Partei aufzutreten, dass dies also nicht mehr sanktioniert wird."

Kooperationsverbot aufgehoben

Poggenburg hatte 2015 zusammen mit dem Thüringer Landeschef Björn Höcke den rechtsnationalen "Flügel" der AfD gegründet. Er gehört zu den Unterzeichnern des Antrags an den Konvent, das 2016 vom Bundesvorstand der Partei verabschiedete Kooperationsverbot mit dem fremdenfeindlichen Bündnis aufzuheben. Der Antrag wurde seinen Angaben zufolge im Wortlaut leicht verändert.

Wörtlich lautet der am Samstag getroffene Beschluss: "Der Konvent stellt entsprechend der geltenden Gesetzes- und Rechtslage fest, dass es AfD-Vertretern möglich ist, bei Veranstaltungen von Pegida (Dresden) eigene Positionen öffentlich zu vertreten." Damit bezog sich der Konvent auf ein Urteil des Bundesschiedsgerichts der AfD, durch das das Kooperationsverbot bereits teilweise aufgehoben worden war.

In der Partei stößt die Entscheidung auf Kritik

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Peter Boehringer erklärte, der Konvent habe lediglich die geltende Rechtslage "klargestellt". Redeverbote seien ohnehin kaum durchsetzbar. Sein Fraktionskollege Uwe Witt aus Nordrhein-Westfalen sprach dagegen von einem "recht faulen Kompromiss". Er könne zwar verstehen, dass Demonstrationen als Mittel der Politik für die Menschen in den neuen Bundesländern eine große Bedeutung hätten. Dennoch sei er strikt dagegen "wenn rote Linien verwischt werden". Witt gehört zu den führenden Vertretern der Alternativen Mitte, die sich als Zusammenschluss der Gemäßigten in der AfD versteht.

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Siegfried Daebritz, Mitinitiator von Pegida, Anfang Februar 2018 beim sächsischen AfD-Landesparteitag in Hoyerswerda: Pegida und AfD kooperieren nun auch offiziell.
Siegfried Daebritz, Mitinitiator von Pegida, Anfang Februar 2018 beim sächsischen AfD-Landesparteitag in Hoyerswerda: Pegida und AfD kooperieren nun auch offiziell. (Quelle: Matthias Rietschel/dpa-bilder)

Die Parteivorsitzenden Alexander Gauland und Jörg Meuthen hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen, das Verbot aufzuheben, falls sich der vorbestrafte Pegida-Chef Lutz Bachmann aus der Führung des fremdenfeindlichen Bündnisses zurückziehen sollte. Dafür gibt es jedoch bislang keine Anzeichen. Poggenburg, Höcke, der Bundestagsabgeordnete Enrico Komning und andere AfD-Politiker aus den neuen Bundesländern waren in den vergangen Wochen bei Veranstaltung ihrer Partei zusammen mit Bachmann aufgetreten. AfD-Politiker aus Sachsen hatten auch mit Blick auf die Landtagswahl 2019 für eine Kooperation mit Pegida geworben.

Die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" organisieren seit 2014 jeden Montag Demonstrationen in Dresden. 2014 und 2015 kamen dorthin mehrmals über 10.000 Demonstranten. Mittlerweile nehmen an den Demonstrationen nur noch einige hundert Menschen teil.

Auch von außen kommt Kritik

Der Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz kommentierte die Aufhebung des Kooperationsverbots auf Twitter: "Die Extremisierung der #AfD schreitet weiter schnell voran."

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Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) forderte am Wochenende eine harte politische Auseinandersetzung mit der AfD. "Nicht jeder, der die AfD wählt, ist ein Nazi. Aber leider ist es so, dass es in dieser Partei viele Nazis gibt. Oder wie wollen wir Herrn Höcke oder Jens Maier oder manch andere dort bezeichnen?", sagte Fischer der "Welt am Sonntag". Er warnte vor neuem Nationalismus.

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