• Home
  • Politik
  • Deutschland
  • Parteien
  • AKK-R├╝ckzug ÔÇô die CDU nach dem Partei-Beben: "Ideenlos, kopflos, f├╝hrungslos"


Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung ├╝bernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Kopflos, f├╝hrungslos, schamlos

  • Florian Harms
Ein Kommentar von Florian Harms

Aktualisiert am 10.02.2020Lesedauer: 4 Min.
Annegret Kramp-Karrenbauer: Die bisherige CDU-Chefin gibt den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur ab.
Annegret Kramp-Karrenbauer: Die bisherige CDU-Chefin gibt den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur ab. (Quelle: /imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextG├╝nther bleibt Ministerpr├ĄsidentSymbolbild f├╝r ein VideoScholz erntet Shitstorm nach PKSymbolbild f├╝r einen TextRangnick ├Ąu├čert sich zu Martin HintereggerSymbolbild f├╝r ein VideoBis zu 50 Liter Regen pro QuadratmeterSymbolbild f├╝r einen TextPolizei fahndet mit Bild nach Sex-T├ĄterSymbolbild f├╝r einen TextBVB entfernt Metzelder-AndenkenSymbolbild f├╝r einen TextBusunfall: Fahrer stirbtSymbolbild f├╝r einen TextBahn tritt Airline-B├╝ndnis beiSymbolbild f├╝r einen TextDas ist Deutschlands bester ClubSymbolbild f├╝r einen TextErster Trailer von Kultspiel-FortsetzungSymbolbild f├╝r einen TextUrlauber ertrinkt in KiesseeSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserSchweini: Neue ARD-Frau an seiner SeiteSymbolbild f├╝r einen TextSchlechtes H├Âren erh├Âht das Demenzrisiko

Annegret Kramp-Karrenbauer hat angek├╝ndigt, den CDU-Vorsitz und den Anspruch auf die Kanzlerkandidatur aufzugeben. Das war h├Âchste Zeit. Aber die CDU kommt nur dann wieder auf die Beine, wenn auch andere zu ihrer Verantwortung stehen.

Drau├čen st├╝rmt "Sabine", drinnen wankt die CDU im politischen Sturm: Die Christdemokratische Union Deutschlands ist in ihre tiefste Krise seit der Parteispendenaff├Ąre 1999 gest├╝rzt. Vor gerade einmal einem guten Jahr sollte der Hamburger Parteitag den gro├čen Aufbruch markieren, die Weichen stellen f├╝r die Zeit nach der Merkel-├ära.

Nur knapp holte Annegret Kramp-Karrenbauer damals den Sieg ├╝ber ihren Rivalen Friedrich Merz. Seither boten sich ihr zahlreiche Gelegenheiten, unter Beweis zu stellen, dass sie die Richtige f├╝r den Posten ist. Sie hat sie nicht genutzt. Nicht nur Unionsanh├Ąngern bereitete es schier k├Ârperliche Schmerzen, mitanzusehen, wie AKK von einem Fettn├Ąpfchen ins n├Ąchste tappte. Die unsouver├Ąne Reaktion auf das Rezo-Video, durch die sie in den Verdacht geriet, die Meinungsfreiheit beschneiden zu wollen. Der unabgestimmte Vorsto├č f├╝r eine Schutzzone in Syrien. Die ungeschickte Kommunikation, von lauen Karnevalswitzchen bis zu missverst├Ąndlichen S├Ątzen ├╝ber Migration, Bundeswehr-Eins├Ątze, den Koalitionspartner SPD. Zuletzt der Verlust ihrer parteiinternen Autorit├Ąt, den die ganze Republik w├Ąhrend des Th├╝ringer Eklats vor Augen gef├╝hrt bekam.


Bis auf die letzte w├Ąre jede einzelne ihrer Schw├Ąchen verzeihlich gewesen. In dieser H├Ąufung waren sie es nicht. Unterm Strich hat Kramp-Karrenbauer den Eindruck vermittelt, dass sie der Aufgabe nicht gewachsen ist. Der programmatisch ausged├╝nnten, kommunikativ schlingernden CDU eine klare Linie und neue Schlagkraft zu geben, zugleich der t├Ąglichen Aufregung im Berliner Betrieb standzuhalten, das war eine zu gro├če Aufgabe f├╝r sie.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
BBC-Moderatorin Deborah James ist tot
Deborah James: Die krebskranke Moderatorin verabschiedete sich in einem emotionalen Post von ihren Fans.


Loading...
Symbolbild f├╝r eingebettete Inhalte

Embed

Die CDU braucht eine klare Vision und eine Respekt gebietende Autorit├Ąt an ihrer Spitze, nur so kann sie vermeiden, dasselbe Schicksal wie die SPD zu erleiden: dass die verschiedenen Parteifl├╝gel auseinanderdriften, wom├Âglich bis zur Abspaltung. In der Werteunion, in der Jungen Union, in den ostdeutschen Landesverb├Ąnden, aber auch im Mittelstand und in Unternehmen: ├ťberall gibt es Verselbstst├Ąndigungstendenzen. Die CDU droht ihren Status als Volkspartei zu verlieren, weil ihr der Kompass fehlt. Sp├Ąt, zu sp├Ąt versuchte AKK, am rechten Rand eine klare Grenze zur AfD zu ziehen ÔÇô aber sie besitzt nicht mehr die Autorit├Ąt, diese Linie durchzusetzen. Deshalb ist es folgerichtig, dass sie den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur anderen ├╝berl├Ąsst.

Die CDU w├Ąre nun aber schlecht beraten, sch├Âbe sie ihre Probleme allein Annegret Kramp-Karrenbauer in die Schuhe. Nicht nur die Vorsitzende hat Fehler gemacht, auch ihre Stellvertreter im Pr├Ąsidium und weitere Spitzenpolitiker der Partei sind ihren Aufgaben nicht gerecht geworden. Sie lie├čen AKK in entscheidenden Momenten allein im Regen stehen, sie stichelten in Interviews, sie zogen in Hinterzimmerzirkeln an den ber├╝hmten Strippen und machten ihrer Chefin so das Leben schwer. An manchen Tagen ├Ąhnelte das Erscheinungsbild der CDU dem der SPD: kopflos, f├╝hrungslos, schamlos.

Die Truppe zu einen, die auseinanderstrebenden Parteifraktionen auf eine gemeinsame Linie einzuschw├Âren, die nur in der demokratischen Mitte der Gesellschaft liegen kann, jene Kr├Ąfte auszusperren, die offen oder insgeheim mit der AfD paktieren wollen ÔÇô und dann mit einer klaren Botschaft in den n├Ąchsten Bundestagswahlkampf zu gehen: Das werden nun die Aufgaben f├╝r einen neuen Hoffnungstr├Ąger in der CDU sein. Er oder sie muss dabei nicht nur Kramp-Karrenbauers Scherben aufkehren, er oder sie profitiert auch von ihrer Arbeit; sie hat das Konrad-Adenauer-Haus in den vergangenen Monaten neu organisiert und schlagkr├Ąftiger aufgestellt.

Er oder sie?

Nach Stand der Dinge wohl eher ein Er. Friedrich Merz l├Ąuft sich seit einigen Wochen zum zweiten Mal warm, gut m├Âglich, dass er nun nach der Macht in der Partei greift. Das wird nicht einfach f├╝r ihn. Zwar genie├čt er bei vielen Unionsanh├Ąngern gro├čes Ansehen und zudem in der Bev├Âlkerung breite Bekanntheit. Aber er hat nicht den ber├╝hmten "Stallgeruch", den man in einer Volkspartei eben auch braucht, nicht wenige Landesverb├Ąnde fremdeln mit dem "Manager" und empfinden sein Auftreten als zu forsch.

Als Vorsitzender des st├Ąrksten Landesverbands Nordrhein-Westfalen wird keine Entscheidung ohne Armin Laschet getroffen. Auch er k├Ânnte seinen Hut nun in den Ring werfen, doch gilt er nicht nur als Zauderer, sondern vielen auch als Vertreter des Merkelschen Weiter-so.

Jens Spahn ist der J├╝ngste im Bunde, er gilt als dynamisch, ist in der Partei gut vernetzt. Viele rechnen ihm seinen Mut hoch an, dass er vor einem Jahr schon einmal f├╝r den Vorsitz kandidierte und nach seiner Niederlage konstruktiv weiterarbeitete. Sein Profil in der Bev├Âlkerung ist allerdings noch blass.

Und dann ist da noch Daniel G├╝nther, Ministerpr├Ąsident von Schleswig-Holstein. Sein Name wird nur selten genannt, wenn es um den Topjob in der CDU geht ÔÇô dabei verf├╝gt er nicht nur ├╝ber Regierungserfahrung, sondern hat auch gezeigt, wie die CDU trotz schwieriger Mehrheitsverh├Ąltnisse regierungsf├Ąhig bleiben kann. Seine schwarz-gelb-gr├╝ne Koalition f├╝hrt er nach einem pragmatischen Teile-und-herrsche-Prinzip: Statt bei jedem Thema den kleinsten gemeinsamen Konsens zu suchen, setzt jede Partei ihre Herzensanliegen um. Dieser Pragmatismus k├Ânnte der neuen CDU-F├╝hrung in der jetzigen Krise helfen ÔÇô solang er sich auf das demokratische Lager bezieht. Eine AfD, die Rechtsextremisten in ihren Reihen duldet, geh├Ârt nicht dazu.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Johannes Bebermeier
Von Johannes Bebermeier
AfDAnnegret Kramp-KarrenbauerCDUDeutschlandFriedrich MerzSPDSyrien
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website