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München: Flughafen stellt Betrieb am Dienstag zeitweilig ein – Eisregen


Winterchaos legt Verkehr in Bayern lahm

Von dpa
Aktualisiert am 05.12.2023Lesedauer: 5 Min.
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Winterwetter hat Deutschland: Schnee und Glätte sorgen für Freude, aber auch Frust. (Quelle: Reuters)
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Schnee und Eis verursachen in Süddeutschland Verkehrsprobleme. Im Süden Bayerns fahren nach den massiven Schneefällen vielerorts keine Züge. Auch Flüge fallen aus.

Das Wetterchaos in Bayern vom Wochenende wirkt nach. Züge und Flüge fielen am Montag ebenfalls aus, Schulen blieben geschlossen. Am Dienstag wird an fast allen Schulen wieder unterrichtet. Zumindest beim Verkehr wird der Ausnahmezustand aber teilweise noch andauern. "Die Auswirkungen auf den Bahnverkehr werden auch die nächsten Tage weiter spürbar sein", teilte die Deutschen Bahn (DB) mit. Reisende wurden aufgerufen, nicht notwendige Fahrten auf die Zeit ab dem 6. Dezember zu verschieben.

Am Flughafen München fiel am Montag mehr als die Hälfte der Flüge aus. Rund 540 der 880 geplanten Flüge seien annulliert worden, sagte ein Sprecher. Hunderte Passagiere strandeten in München.

Flugausfälle auch am Dienstag

Der Flughafen hat, wie bereits am Montagabend angekündigt, seinen Flugbetrieb am Dienstagmorgen ausgesetzt. Das bestätigte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Alle Flächen seien wegen Eisregens vereist. Von Betriebsbeginn um 6 bis 12 Uhr soll es daher keine Starts und Landungen geben. Laut Ankunfts- und Abflugplan des Airports waren sämtliche gelisteten Flüge annulliert oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden.

"In der ersten Tageshälfte werden die Betriebsflächen enteist. Geplant ist, den Flugverkehr ab Mittag wieder anlaufen zulassen", schrieb der Flughafen auf seiner Homepage. "Allerdings ist davon auszugehen, dass auch im weiteren Verlauf des Tages ein Großteil der Flüge aus Sicherheitsgründen entfallen muss." Rund 1.500 Passagiere waren am Wochenende bereits in München gestrandet. Sie verbrachten zum Teil erneut eine Nacht auf Feldbetten im Flughafen.

Die Lufthansa rechnet sogar noch weit über den Dienstag hinaus mit Einschränkungen im Flugbetrieb in München. Man gehe davon aus, dass es in der restlichen Woche ebenfalls deutliche Einschränkungen geben werde, sagte ein Unternehmenssprecher am späten Montagabend. Kunden mit gebuchten Tickets von oder nach München hätten die Möglichkeit, ihr Ticket kostenfrei zu stornieren. Das gelte für Tickets mit Reisetag bis zum 9. Dezember.

Riesige Schneemengen und Minusgrade lösen Chaos aus

Die Kombination aus riesigen Schneemengen und frostigen Minusgraden sei eine besondere Herausforderung, hieß es von mehreren Seiten. Bei der Tram in München fror Eis in den Schienen fest und ließ Räumfahrzeuge entgleisen.

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Der starke Schneefall hatte am ersten Adventswochenende in großen Teilen Süddeutschlands vor allem den Bahnverkehr lahmgelegt. Bäume blockierten Gleise, vereiste Oberleitungen und eingeschneite Züge verhinderten Fahrten. "Vielerorts waren Oberleitungen stromlos oder Stromabnehmer haben sich unter der Schneelast gesenkt. Die länger andauernde unterbrochene Energieversorgung bei kaltem Wetter führte dazu, dass Fahrzeuge teilweise nicht mehr aktiviert werden können und abgeschleppt werden müssen", teilte die DB mit.

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Quelle: t-online

Wie die DB Ende November mitgeteilt hatte, besitzt sie in Bayern nur 13 "bahneigene Räumfahrzeuge" – bei 9.800 Streckenkilometern in der Region Süd. "Dazu kommen sieben Fahrzeuge der leichten Schneeräumtechnik – vier multifunktionale Instandhaltungsfahrzeuge für die Schieneninfrastruktur und drei Gleisarbeitsfahrzeuge."

Pendler müssen sich auf weitere Ausfälle einstellen

Auch am Dienstag müssen sich Reisende und Pendler auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Die S-Bahn München fuhr zwar auf der Stammstrecke in der Stadt sowie auf einzelnen Außenstrecken wieder. Wann aber auf allen Außenästen, auf die Tausende Berufspendler angewiesen sind, wieder regulär Züge fahren, konnte die DB zunächst nicht sagen. Die Münchner Trambahnen standen am Montagmorgen noch still, ab Dienstagmorgen sollten zwei von elf Linien wieder fahren, hieß es bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). U-Bahnen und Busse seien im Einsatz.

Der Münchner Hauptbahnhof war auch am Montag nur stark eingeschränkt in Betrieb. Die Länderbahn meldete, der Verkehr auf ihren Strecken in Niederbayern habe "mit Behinderungen" wieder aufgenommen werden können. Bei der Bayerischen Regiobahn (BRB) blieb der Verkehr teils eingestellt. Auf einigen Stecken sei ein Pendelverkehr eingerichtet, sagte eine Sprecherin. Bäume im Gleis, heruntergerissene Oberleitungen und eingefrorene Weichen seien nur einige der Gründe, warum die BRB nicht fahrplangemäß fahren könne.

Die DB erwartete eine hohe Auslastung der Züge und riet dazu, Reisen von und nach München zu verschieben. Die Bundespolizei teilte am Montag mit, dass sie am Vortag bei der Räumung zweier ICE am Münchner Hauptbahnhof habe helfen müssen, weil die Züge wegen Überfüllung nicht hätten losfahren können.

EVG: Schieneninfrastruktur "in weiten Teilen marode"

Das Chaos bei der Bahn und die mangelnde Wintertauglichkeit nahmen die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG und der Fahrgastverband Pro Bahn zum Anlass, Konsequenzen für die Bahn zu fordern. Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert sagte der "Augsburger Allgemeinen", die deutsche Schienen-Infrastruktur sei "in weiten Teilen marode". Es müsse große Investitionen nach dem Vorbild von Ländern wie Österreich geben.

Der Bundesvorsitzende vom Fahrgastverband Pro Bahn, Detlev Neuß, sagte der Zeitung, die Bahn habe aus Kostengründen immer mehr Abstellgleise zurückgebaut. Nun müssten ganze Züge direkt in den Bahnhöfen abgestellt werden, wenn sie ihr Ziel nicht mehr ansteuern könnten. "Durch die verstopften Bahnhöfe wird der Bahnverkehr noch schneller blockiert und kommt großflächig zum Erliegen."

Auf den Straßen lief der Verkehr hingegen seit Sonntagnachmittag wieder. Vor allem auf Nebenstraßen lag aber viel Schnee, die Schneemassen an den Straßenrändern machten ein Ausweichen oft schwierig. Vereinzelt gebe es noch Unfälle, meist bleibe es aber bei Blechschäden, berichtete ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. "Der Autofahrer in Oberbayern kennt solche Verhältnisse und kommt damit klar."

Warnung vor Glatteis

Doch auch wenn es etwas milder wird, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in den kommenden Tagen vielerorts weiter vor möglichem Glatteis. "Was die Glätte angeht, sind viele Teile Deutschlands – bis auf den Westen – immer noch in der Gefahrenzone", sagte ein DWD-Meteorologe. Während angekündigter Niederschlag aus einem Tief vor allem im Norden und Osten aufgrund der noch niedrigen Temperaturen als Schnee falle, könne es in Bayern und Teilen Mitteldeutschlands gefrierenden Regen geben.

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Die Schneefälle beschäftigten auch die Feuerwehr. Allein in München rückte sie am Wochenende 785 Mal aus, wie es in einer ersten Bilanz vom Montag hieß. Dafür seien die Fahrzeuge sogar mit Schneeketten ausgerüstet worden.

Entwurzelte Bäume, beschädigte Oberleitungen und von der Straße abgekommene Fahrzeuge hielten die Einsatzkräfte in Atem. Menschen wurden bisherigen Angaben zufolge nicht verletzt.

Nur noch vereinzelte Stromausfälle in Ober- und Ostbayern

In der Stadt München und anderen Orten ließen die Behörden vorsorglich bestimmte Dächer von der Schneelast befreien. In München prüft ein technisches Sachverständigenbüro in der Wintersaison regelmäßig die Schneelasten. Anfang 2006 war in Bad Reichenhall die Eishalle aufgrund der Last der Schneemassen eingestürzt, fünfzehn Menschen starben.

Die Bayerische Schlösserverwaltung warnte vor "Schneebruchgefahr" im Englischen Garten und davor, bewaldete Gebiete dort zu betreten, wo Bäume unter der Schneelast umstürzen oder Äste abbrechen könnten. Einige Parks sollten bis Dienstag gesperrt bleiben, darunter der Schlosspark Nymphenburg. Dies galt auch für die Tier-Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald in Neuschönau und Ludwigsthal.

Die städtischen Friedhöfe in München blieben "bis auf Weiteres" ebenfalls geschlossen. Am Waldfriedhof konnten am Montag nicht einmal Bestattungen stattfinden, wie das Gesundheitsreferat mitteilte.

In den Landkreisen Starnberg und Mühldorf am Inn blieben am Montag viele Schulen geschlossen. Teils sollte Distanzunterricht angeboten werden. Auch in Augsburg sollten 20 Schulen laut der Stadtverwaltung vorläufig ganz oder teilweise werden. Grund seien die Schneemassen, die auf den Dächern der Gebäude lasteten. Am Dienstag wird fast überall wieder unterrichtet. Nur im Landkreis Mühldorf am Inn und im Landkreis Starnberg bleibt je eine Schule zu.

Die Stromversorgung im Freistaat war nach Angaben eines Sprechers des Bayernwerks am Montag nach zahlreichen Stromausfällen in Ober- und Ostbayern am Wochenende wieder stabil. Es gebe nur noch "vereinzelte Ausfälle", sagte er. Es könnten jedoch immer wieder welche dazukommen, wenn Bäume auf die Leitungen fallen würden.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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