Sie sind hier: Home > Panorama >

Wetter: Sturmtief "Sabine" legt Straßen, Bahn und Flughäfen lahm

Fernverkehr der Bahn eingestellt  

Orkantief "Sabine" trifft Deutschland mit Wucht

10.02.2020, 09:08 Uhr | dpa, pdi

Orkantief "Sabine": Sturmfluten erreichen Küsten, Fernverkehr läuft wieder an

Am Sonntagabend erreichte Orkantief "Sabine" Deutschland. Sturmfluten haben die Küsten erreicht. Bereits in der Nacht waren vielerorts Bäume entwurzelt worden, der Fernverkehr der Deutschen Bahn läuft seit dem Vormittag wieder an. (Quelle: t-online.de)

Sturmfluten an den Küsten, Kran auf dem Frankfurter Dom: So wütete Orkantief "Sabine" in Deutschland. (Quelle: t-online.de)


Stürmischer Wochenstart: Wo "Sabine" über das Land fegt, fährt kaum noch ein Zug. Auch zahlreiche Straßen sind von dem Unwetter betroffen. Pendler müssen vielerorts improvisieren.

Orkantief "Sabine" fegt über Deutschland und bremst die meisten Verkehrsverbindungen aus. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn steht bis mindestens 10 Uhr komplett still – das Unternehmen erwartet Störungen den ganzen Tag über. An den Flughäfen fallen Hunderte Starts und Landungen aus. Etliche Autobahnen sind gesperrt. Menschen wurden von umstürzenden Bäumen oder herumfliegenden Gegenständen verletzt. Eindrücke der Verwüstung sehen Sie auch oben in unserem Video.

 


Für den Fernverkehr auf den Schienen machte die Deutsche Bahn auch am Montagmorgen kaum Hoffnung: "Es ist leider schon jetzt absehbar, dass die Störungen am Montag den ganzen Tag über andauern werden." Auch im Regionalverkehr der Deutschen Bahn und der meisten Privatbahnen kommt es den ganzen Tag über zu Stillstand oder erheblichen Einschränkungen, vielerorts geht erst mal gar nichts.

Pendler in ganz Deutschland müssen sich am Montagmorgen auf Einschränkungen durch Sturmtief "Sabine" einstellen. Bis mindestens 10 Uhr wird der Fernverkehr der Bahn im ganzen Land eingestellt bleiben. Wenn der entstandene Schaden begutachtet sei, könnten die Strecken Stück für Stück wieder freigegeben werden, hieß es am späten Sonntagabend von der Bahn.

"Kaltfront ist in Baden-Württemberg und Bayern angekommen"

Der Orkan soll noch stundenlang weiter stürmen: Die Kaltfront von "Sabine" ist jetzt in Baden-Württemberg und Bayern angekommen. Hier kann es bis 12 Uhr am Alpenrand noch zu Böen von 90 bis 110 Stundenkilometern kommen, vereinzelt zu Gewittern mit Orkanböen bis 120 Kilometer pro Stunde.

Hinter der Front sind in Deutschland Schauer und Gewitter mit Sturmböen möglich – aber nicht mehr so häufig. Das heißt, es wird noch mal windig, jedoch etwas weniger heftig und bis ins Flachland wird Schnee erwartet.

Nicht nur den Tagesablauf Hunderttausender Pendler, sondern auch den vieler Familien mit Schulkindern wirbelt "Sabine" durcheinander: In vielen deutschen Schulen fällt der Unterricht aus, etwa in etlichen Großstädten Nordrhein-Westfalens sowie in Teilen von Bayern, Hessen, Niedersachsen und Bremen. Auch der baden-württembergische Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat allen Schülern empfohlen, daheim zu bleiben.

 

 
In ganz Süddeutschland sind in tiefen Lagen einzelne Orkanböen (um 120 Stundenkilometer) möglich, auf den Bergen teils die volle Orkanstärke (über 140 Stundenkilometer). Im Süden müssen die Menschen gebietsweise mit Starkregen rechnen, zudem kann es in der Mitte und im Süden der Republik am Morgen kräftig gewittern. Zu befürchten sind laut Wetterdienst entwurzelte Bäume, herabstürzende Dachziegel oder andere Gegenstände sowie "verbreitet schwere Schäden an Gebäuden".

Umstürzende Bäume

In Nordrhein-Westfalen richtete "Sabine" allem Anschein nach weniger Schäden an als vorab befürchtet. Zwar gab es Verletzte, über Todesopfer wurde zunächst aber nichts bekannt. In den meisten Fällen hatten es die Einsatzkräfte mit umgestürzten Bäumen zu tun.

In Mülheim an der Ruhr hatten zwei Insassen eines Autos riesiges Glück: Ein 25 Meter hoher Baum erwischte ihren fahrenden Wagen im hinteren Bereich. Das Auto geriet ins Schleudern und landete im Straßengraben. Die beiden konnten sich selbst befreien. Nur leicht verletzt kamen sie in ein Krankenhaus. "Wäre das Fahrzeug nur eine Sekunde eher an der Stelle gewesen, hätte es wesentlich schlimmer ausgehen können", berichtete die Feuerwehr Mülheim am frühen Montagmorgen.

In Paderborn wurde ein 16-Jähriger durch einen herabstürzenden Ast schwer verletzt. Er kam mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus.

Sturmflutgefahr an der Nordsee

Zwei Menschen in Saarbrücken wurden am späten Sonntagabend durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt, einer schwebt in Lebensgefahr. Die Fußgänger waren am späten Sonntagabend auf einem Parkplatz des Klinikums Saarbrücken unterwegs.

Sturmschaden am Dom in Frankfurt am Main: Orkan "Sabine" knickte den Ausleger eines Baukrans um und drückte ihn zum Teil durch das Dach der Kirche. Wie hoch der Schaden ist, konnte in der Nacht noch nicht gesagt werden, verletzt wurde niemand.

Sturmflutgefahr herrscht ab dem Nachmittag an der deutschen Nordseeküste, in Bremen und Hamburg; auch der Hamburger Fischmarkt könnte überflutet werden.

"Sabine" ist laut DWD ein Winterorkan, wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. So stark wie "Kyrill" (2007) oder "Lothar" (1999) soll "Sabine" aber nicht werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal