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Corona-Ausbruch nach Party: GÀste mit falschen ImpfpÀssen?

Von dpa
Aktualisiert am 11.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Mehrere Hotels und GaststÀtten auf Sylt haben angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen vorlÀufig geschlossen.
Mehrere Hotels und GaststÀtten auf Sylt haben angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen vorlÀufig geschlossen. (Quelle: Christian Charisius/dpa./dpa)
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Westerland (dpa) - "Wir machen Betriebsferien", "Jetzt hat die Pandemie uns leider auch erwischt. Wir schließen auf Grund von Covid-19 bis auf Weiteres unser Restaurant".

Diese und Ă€hnliche Schilder hĂ€ngen aktuell in diversen Betrieben auf Sylt. Die Nordseeinsel verzeichnet seit einigen Wochen rasant ansteigende Infektionszahlen. ZurĂŒckzufĂŒhren ist dies wahrscheinlich - wie in anderen Orten auch - auf Partys an Weihnachten.

Der Corona-Ausbruch nach einer Party unter 2G-Plus-Bedingungen (Genesen oder geimpft plus aktuellem Coronatest) an Heiligabend in einer Nobeldisco in Kampen beschÀftigt nun sogar die Polizei. "Ich kann Ihnen bestÀtigen, dass aufgrund der Berichterstattung in den Medien zu möglichen gefÀlschten Impfausweisen Ermittlungen von der Kriminalpolizei Sylt eingeleitet wurden", sagt ein Sprecher der Polizei Flensburg. Die Ermittlungen liefen. Ein Ergebnis dazu gab es den Angaben zufolge zunÀchst noch nicht.

Rasant gestiegene Corona-Zahlen

Am 26. Dezember gab es 27 registrierte aktive Corona-FĂ€lle unter den rund 18.000 Einwohnern der Insel Sylt. Am 9. Januar - also zwei Wochen spĂ€ter - meldete der Kreis Nordfriesland 476 aktive Corona-FĂ€lle fĂŒr die Insel. Am Montag waren es 477.

Die hochgerechnete, offiziell nicht ausgewiesene Sieben-Tage-Inzidenz auf Sylt liegt nach Berechnungen einiger örtlicher Medien derzeit bei ĂŒber 1700. Die offizielle Zahl fĂŒr den gesamten Kreis Nordfriesland lag am Montag bei 697,6. FĂŒr einzelne Kommunen rechnet der Kreis keine Inzidenzen aus. Dies werde nicht fĂŒr sinnvoll gehalten, sagte ein Kreissprecher.

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Die VerlĂ€ufe der aktuell Infizierten auf der Insel seien mild, sagt der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Sylt Marketing, Moritz Luft. So habe das Klinikum auf der Insel in der Omikron-Welle bislang noch keine Infizierte aufnehmen mĂŒssen. Daher seien die Menschen auf der Insel vorsichtig, Hysterie herrsche nicht.

Einige Betriebe schließen vorsorglich

Mehrere Restaurants, CafĂ©s und Hotels auf der Insel haben angesichts der steigenden Corona-Zahlen auf der beliebten Urlaubsinsel dennoch die Reißleine gezogen und ihren Betrieb fĂŒr einige Wochen geschlossen - als Vorsichtsmaßnahme oder weil sie das Virus auch erwischt hat. "Aufgrund der zahlreichen Corona-AusbrĂŒche haben bereits mehr als 20 Sylter Gastronomie- und Hotelbetriebe ihren Betrieb vorlĂ€ufig eingestellt oder ziehen ihre Betriebsferien prĂ€ventiv vor, um ihre Mitarbeiter und GĂ€ste zu schĂŒtzen", sagte Luft.

FĂŒr den Tourismus auf Sylt bedeuten die spontanen und vorgezogenen Schließungen eine Verkleinerung des touristischen Angebots. Eine Art selbstauferlegter Lockdown sei dies allerdings nicht, sagt Luft. Und tatsĂ€chlich gibt es immer noch eine gute Auswahl an CafĂ©s und Restaurants, in denen sich die Urlauber, die um diese Jahreszeit auf der Insel sind, nach einem Strandspaziergang aufwĂ€rmen können. Wegen eines Ausbruchs offiziell geschlossen wurde zudem vom Kreis Nordfriesland keiner der Betriebe, wie ein Sprecher des Kreises sagte.

Doch warum schließt ein Betrieb freiwillig? "Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil wir gemerkt haben, dass die Omikron-Welle immer nĂ€her rĂŒckt, dass gefĂŒhlt tĂ€glich zwei Restaurants oder gastronomische Betriebe geschlossen haben", sagt Jens Lund, Inhaber des gleichnamigen CafĂ©-Restaurants in Hörnum im SĂŒden der Insel. Er habe die geplanten Betriebsferien nach Absprachen auch mit seinen Mitarbeitern daher um einige Tage vorgezogen und verlĂ€ngert. "Das war fĂŒr uns die sichere Variante, bevor sich jemand infiziert." Auch wenn man davon ausgehe, dass Omikron nicht zu schweren VerlĂ€ufen fĂŒhre, stehe die Sicherheit an erster Stelle. "Wir wollen es auch nicht in unsere Familien tragen."

Am Ende der Friedrichstraße in Westerland liegt das traditionsreiche Luxushotel Miramar, das seit Generationen in Familienbesitz ist. Vor der Rezeption erfasst eine Kamera automatisch die Temperatur der eintretenden GĂ€ste. Eigentlich. Denn auch das FĂŒnfsterne-Haus der Familie Kreis hat seit dem 9. Januar geschlossen. Aus Sorge vor der Omikron-Welle.

Eigentlich wollte das Miramar seine Betriebsferien wie immer im November machen und hat diese jetzt vorgezogen - "aus Vorsicht und zum Schutz unserer Mitarbeiter", sagt Mariella Kreis. Die Situation sei seit den Feiertagen ja etwas heikel. "Wir hatten keinen Fall und wollen dem auch vorbeugen." Bei den GĂ€sten sei die Entscheidung auch gut angekommen, weil diese ja auch vorsichtig seien.

Die GĂ€ste, die jetzt angereist wĂ€ren, hĂ€tten einfach zum nĂ€chstmöglichen Zeitpunkt gebucht. "Wir haben die Feiertage gut ĂŒberstanden, so dass man mit ruhigen Gewissen jetzt sagen kann, wir machen mal eine kleine Pause."

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