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Hurrikan "Dorian" verwüstet die Bahamas – mehrere Tote und kaputte Häuser

Tote und Verletzte  

So gewaltig ist Hurrikan "Dorian" vom Weltraum aus

03.09.2019, 14:55 Uhr | dpa, nhr, ds, AFP, mja, aj

 (Quelle: Reuters)
Bahamas: mindestens fünf Tote durch Hurrikan "Dorian"

Durch den Wirbelsturm "Dorian" sind auf den Bahamas mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Bis zu 13.000 Häuser wurden nach Angaben von Hilfsorganisationen vermutlich zerstört oder schwer beschädigt. (Quelle: Reuters)

Mindestens fünf Tote und schwere Schäden: Der Hurrikan "Dorian" fegte mit bis zu 240 Kilometern pro Stunde über die Bahamas. (Quelle: Reuters)


Er ist einer der heftigsten Wirbelstürme in der Geschichte, erreichte am Sonntag die Bahamas. Nun zeigen Aufnahmen Bilder der Verwüstung, die sogar mehrere Menschenleben kostete.

Auf den Bahamas ist die Zahl der Toten durch den verheerenden Hurrikan "Dorian" auf mindestens sieben gestiegen. Zwei Verletzte seien nach ihrer Einlieferung in eine Krankenhaus gestorben, sagte Regierungschef Hubert Minnis am Dienstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz. Zuvor hatten die Behörden von fünf Tote gesprochen. Minnis rechnet nach eigenen Angaben mit einem weiteren Anstieg der Opferzahl. 21 Verletzte seien von den bereits am Sonntag getroffenen Abaco-Inseln in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Nassau geflogen worden, bei fünf von ihnen sei der Zustand ernst. Minnis wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, wie hoch die Zahl der Todesopfer noch steigen könne, sagte aber: "Wir erleben eine historische Tragödie."

Das Zentrum des Wirbelsturms befand sich am Montagnachmittag (Ortszeit) über der Insel Grand Bahama im Norden des Landes und bewegte sich nur sehr langsam. Die Insel werde noch bis Dienstag von zerstörerischen Winden und Sturmfluten betroffen sein, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA in Miami mit. Viele Menschen auf Grand Bahama seien in großer Not, sagte Minnis. Ihnen werde geholfen, sobald die Wetterbehörde die Bedingungen für sicher erkläre. Auf den Abaco-Inseln liefen die Rettungsarbeiten mittlerweile an.

"Dorian" herabgestuft – trotzdem noch gefährlich

US-Experten des Nationalen Hurrikan-Zentrums in Florida hatten den Hurrikan zuvor zu einem Sturm der Kategorie 4 von 5 herabgestuft. Wie das Zentrum am Montag mitteilte, bringe "Dorian" aber weiter extrem zerstörerische Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometer pro Stunde. Es drohten daher weiter "katastrophale Schäden".

Mit Zwangsevakuierungen bereiten sich die USA auf die Ankunft von Hurrikan "Dorian" vor. Hunderttausende Küstenbewohner sind betroffen. Nach einer Anordnung von South Carolinas Gouverneur Henry McMaster müssen rund 800.000 Einwohner ab Montagmittag (Ortszeit) ihre küstennahen Häuser und Wohnungen verlassen. Entsprechende Maßnahmen galten auch für mehrere Bezirke in Georgia und Florida

Ursprünglich wurde damit gerechnet, dass "Dorian" am Montagabend oder Dienstagmorgen in Florida auf das US-Festland treffen würde. US-Präsident Donald Trump sagte jedoch am Sonntag, nach jüngsten Erkenntnissen sehe es so aus, dass der Hurrikan vor der Küste abdrehen und in Richtung South Carolina und North Carolina ziehen werde. Der Wirbelsturm werde auch die Bundesstaaten Georgia und Alabama treffen. In Florida waren 12.000 Soldaten im Einsatz.

Hurrikan trifft Bahamas mit 300 Kilometer pro Stunde 

Fernsehbilder von den Bahamas am Montag zeigten ein Bild der Verwüstung – abgedeckte Häuser, umgeknickte Bäume und dramatische Überschwemmungen. Nach Schätzungen der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) könnten rund 13.000 Häuser auf Abaco und Grand Bahama beschädigt oder zerstört worden sein.

Den nur knapp über Meereshöhe liegenden Inseln drohten noch immer lebensgefährliche Sturmfluten von bis zu sieben Meter Höhe und heftige Regenfälle. Für die Bahamas ist es der gewaltigste Hurrikan seit dem Beginn moderner Aufzeichnungen. Die Behörden des Inselstaats mit rund 400.000 Einwohnern hatten Zehntausende Anwohner aufgefordert, sich in Schutzunterkünfte oder höherliegende Gebiete zu begeben.

Der Hurrikan sei "einer der größten, den wir je gesehen haben", erklärte Präsident Trump und zeigte sich überrascht, dass ein Sturm überhaupt so stark sein könne. Bis Mitte der Woche drohen lebensbedrohliche Sturmfluten, heftige Regenfälle und gefährliche Winde, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum erklärte.

Sturm dreht ab – Situation bleibt gefährlich

Schon "eine leichte Abweichung" könnte das Zentrum des Sturms in unmittelbare Küstennähe oder an Land bringen, wie die Meteorologen warnten. Mehrere Orte in Florida haben bereits Evakuierungen für küstennahe und tiefer liegende Gebiete angeordnet. Gleiches gilt für Küstengebiete in Georgia. Auch in den nördlich angrenzenden Bundesstaaten Georgia, South Carolina und North Carolina ist im Lauf der Woche mit heftigen Winden, starken Regenfällen und Überschwemmungen zu rechnen.

Politiker rufen Anwohner zur Vorsorge auf

Im nördlicheren US-Bundesstaat South Carolina werden Schulen und Behörden in den Gebieten geschlossen bleiben. Notfallvorräte stünden bereit, inklusive mindestens 150.000 Sandsäcken, sagte ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes. Der Hurrikan sollte dort nicht vor Mittwoch eintreffen.
 

 
"Dorian" ist ein "katastrophaler" Hurrikan der Stärke fünf von fünf, der an Land typischerweise zu großer Zerstörung führt: Erfahrungsgemäß wird ein Großteil der Häuser abgedeckt oder zusammenstürzen, Bäume und Strommasten knicken ein. Die Versorgung mit Strom und Trinkwasser kann ebenso wie das Kommunikationsnetz für Tage oder Wochen kollabieren. Die Sturmwarnung trifft die USA an einem verlängerten Wochenende – am Montag ist dort ein Feiertag. Einige Fluggesellschaften ließen Passagiere Flüge kostenlos umbuchen, wie US-Medien berichteten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, AFP

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