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Extrem gefährlicher Hurrikan "Iota" bedroht Nicaragua

Klimawandel verstärkt Stürme  

Extrem gefährlicher Hurrikan "Iota" bedroht Nicaragua

17.11.2020, 11:34 Uhr | dpa

. Honduras: Auch hier trifft der Sturm "Iota" mit voller Wucht auf das Land. (Quelle: AP/dpa)

Honduras: Auch hier trifft der Sturm "Iota" mit voller Wucht auf das Land. (Quelle: AP/dpa)

Wirbelsturm "Iota" hat mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern Nicaragua erreicht. Es drohen katastrophale Windschäden, sintflutartiger Regen, Überschwemmungen und Erdrutsche.

Am späten Montagabend (Ortszeit) traf der Hurrikan "Iota" der Kategorie vier mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern im Nordosten des mittelamerikanischen Landes Nicaragua auf Land, wie das Nationale Hurrikanzentrum der USA mitteilte.

Erster Hurrikan der Stufe fünf in Kolumbien

Den Meteorologen zufolge war mit einer lebensbedrohlichen Sturmflut sowie katastrophalen Windschäden, sintflutartigem Regen, Überschwemmungen und Erdrutschen zu rechnen. Der Sturm zog zunächst – noch als Hurrikan der Kategorie fünf – über die kolumbianische Karibikinsel Providencia hinweg. Es handelte sich nach Angaben des Staatspräsidenten Iván Duque um den ersten Hurrikan der höchsten Stufe auf kolumbianischem Gebiet.

Nicaragua: Der Hurrikan "Iota" trifft mit Stärke vier aufs Land. (Quelle: Reuters)Nicaragua: Der Hurrikan "Iota" trifft mit Stärke vier aufs Land. (Quelle: Reuters)

Auch in den übrigen Ländern Mittelamerikas und in Mexiko war nach Angaben des Hurrikanzentrums mit Auswirkungen des Unwetters zu rechnen. Es wurde demnach erwartet, dass der Sturm landeinwärts zieht und dabei rapide an Stärke verliert. Am Mittwoch werde er sich voraussichtlich über Mittelamerika auflösen.

Region leidet unter Folgen des vorherigen Sturms

Das Auge des Hurrikans Iota folgt genau dem Weg des Hurrikans Eta, der vor 10 Tagen über Nicaragua und Honduras zog und massive Zerstörungen hinterließ. "Eta" verwüstete Gebiete in mehreren Ländern und setzte ganze Landstriche unter Wasser. Tausende Familien verloren ihr Zuhause, zahlreichen Menschen fehlt es noch immer am Nötigsten. Mehr als 150 Todesfälle wurden registriert; hinzu kommen die rund 100 Bewohner eines Dorfes in Guatemala, das von einem Erdrutsch verschüttet wurde.

In Nicaragua ordnete der Zivilschutz daher eine Evakuierung der Bewohnerinnen und Bewohner an, die sich am Rande des Berges Casitas befanden. Dort forderte ein Erdrutsch 1998 mehr als 1.000 Todesopfer, verursacht durch starke Regenfälle des Hurrikans "Mitch".

Angst vor Plünderungen: Familien bleiben in Häusern

"Der starke Hurrikan trifft Tausende von Familien schwer. Viele weigerten sich aber, ihre Häuser zu verlassen, aus Angst vor Plünderungen und ihre Tiere zu verlieren", sagt Bayardo Arce, Leiter der Humanitären Hilfe bei World Vision in Nicaragua.

"Iota" war am Sonntag zum 13. Hurrikan der besonders intensiven diesjährigen Saison im Atlantik geworden – diese dauert von Juni bis November. Er ist zudem der 30. Sturm in diesem Jahr, der stark genug ist, um einen Namen zu bekommen – der bisherige Rekord lag bei 28. In der diesjährigen Saison haben sich so viele starke Stürme gebildet, dass die 21 dafür vorgesehenen Namen längst aufgebraucht wurden.

Die Meteorologen griffen deshalb erstmals seit 15 Jahren auf das griechische Alphabet zurück. Die zunehmende Intensität tropischer Wirbelstürme ist Experten zufolge eine Folge des Klimawandels.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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