• Home
  • Panorama
  • UnglĂŒcke
  • Afghanistan | Heftiges Erdbeben in Provinz Paktika: Mindestens 1.000 Tote


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextZwei Tote vor Hochhaus – GroßeinsatzSymbolbild fĂŒr einen TextFrankfurter OB kĂŒndigt RĂŒcktritt anSymbolbild fĂŒr einen TextUSA: Großvater opfert sich fĂŒr FamilieSymbolbild fĂŒr einen TextHier herrscht am Wochenende StaugefahrSymbolbild fĂŒr einen TextKatze bricht "Lockdown": Bußgeld Symbolbild fĂŒr einen TextLand will mit GoldmĂŒnzen bezahlenSymbolbild fĂŒr einen TextNeues im Fall der inhaftierten "KegelbrĂŒder"Symbolbild fĂŒr einen TextTalent beschwert sich ĂŒber FC BayernSymbolbild fĂŒr einen TextWarum Lewandowski immer rĂŒckwĂ€rts isstSymbolbild fĂŒr einen TextKate lichtet Camilla fĂŒr Magazin abSymbolbild fĂŒr einen TextStuttgart 21: Millionen fĂŒr Echsen-UmzugSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserBundesliga-Überraschung bahnt sich anSymbolbild fĂŒr einen TextSpielen Sie das Spiel der Könige

Erdbeben in Afghanistan: Bergige Region erschwert Rettungsarbeiten

Von afp, dpa, joh, lw

Aktualisiert am 23.06.2022Lesedauer: 4 Min.
Zahlreiche Todesopfer nach Erdbeben: Aufnahmen zeigen die Zerstörung in der Grenzregion. (Quelle: t-online)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Ein Erdbeben hat die ostafghanische Provinz Paktika schwer getroffen: Die EinsatzkrÀfte gehen von mindestens 1.000 Toten und noch mehr Verletzten aus.

Nach dem verheerenden Erdbeben in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion dauern die Rettungsarbeiten an. Mindestens 1.000 Tote und 1.500 Verletzte beklagten die Behörden, wie die staatliche Nachrichtenagentur Bakhtar am Mittwoch meldete. UN-SchĂ€tzungen zufolge wurden etwa 2.000 HĂ€user zerstört. Besonders betroffen sind die Provinzen Paktika und Chost. In den UnglĂŒcksgebieten gruben Helfer unterdessen MassengrĂ€ber aus. Das gewaltige Beben hatte zahlreiche Bewohner am frĂŒhen Mittwochmorgen aufgeschreckt.

Fotos in den Online-Netzwerken zeigen eingestĂŒrzte HĂ€user in den Straßen eines Dorfes. In Videos ist zudem zu sehen, wie Bewohner betroffener Gebiete Verletzte zu einem Helikopter bringen.

Ein Helikopter evakuiert Verletzte aus der Provinz Paktika: Afghanische Medien berichten, dass ein Ort völlig zerstört wurde.
Ein Helikopter evakuiert Verletzte aus der Provinz Paktika: Afghanische Medien berichten, dass ein Ort völlig zerstört wurde. (Quelle: Bakhtar News Agency/Reuters-bilder)

Bergige Region erschwert Rettungsarbeiten

Der Katastrophenschutz befĂŒrchtet unterdessen eine noch höhere Opferzahl. Die Rettungsarbeiten wurden durch den schwierigen Zugang zur abgelegenen Bergregion behindert. Die militant-islamistischen Taliban, die seit August 2021 wieder in Afghanistan herrschen, sprachen den Opfern ihr MitgefĂŒhl und Beileid aus und riefen eine Notsitzung des Kabinetts zusammen. Sie baten Hilfsorganisationen um sofortige UnterstĂŒtzung, "um eine humanitĂ€re Katastrophe zu verhindern".

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Neue Corona-Variante beunruhigt Fachleute
Labormitarbeiterin mit einer Corona-Probe: "Noch bevor wir mit der BA.5-Welle durch sind, mĂŒssen wir uns vielleicht schon auf die nĂ€chste vorbereiten".


Mehrere Hubschrauber wurden in die UnglĂŒcksregion geschickt, um den Menschen vor Ort zu helfen. Örtliche EinsatzkrĂ€fte versuchten laut der Katastrophenschutzbehörde, sich einen Zugang zu der abgelegenen Region zu verschaffen.

Mehrere Hilfsorganisationen sicherten dem Land unterdessen UnterstĂŒtzung zu. "Es wird erwartet, dass die Zahl der Opfer noch steigen wird, da die Such- und Rettungsmaßnahmen noch andauern", teilte das UN-NothilfebĂŒro (OCHA) mit. UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres sprach den Opfern sein Beileid aus.

"Das Erdbeben in Afghanistan erschĂŒttert ein Land, in dem rund 20 Millionen Menschen nicht mehr wissen, wie sich ernĂ€hren sollen", sagte der Welthungerhilfe-Landesdirektor in Kabul, Thomas ten Boer. "Die lokalen Behörden haben bereits signalisiert, dass Hilfe von außen willkommen sei. Das zeigt, dass aus eigener Kraft die Katastrophe, deren Ausmaß noch nicht genau bekannt ist, kaum zu bewĂ€ltigen ist", so ten Boer.

Nach Angaben von OCHA wurden bis zu 1.800 HĂ€user in den betroffenen Provinzen zerstört. Die Bauweise in der armen und wirtschaftlich schwachen Region ist aus KostengrĂŒnden nicht erdbebensicher. Da die durchschnittliche afghanische Familie sieben bis acht Mitglieder habe und oftmals mehrere Familien unter einem Dach lebten, seien vermutlich sehr viele Menschen obdachlos geworden.

"Das Grauen ist groß"

Ein Augenzeuge berichtete der Nachrichtenagentur dpa von der Zerstörung in den betroffenen Gebieten. "Überall herrscht ein großes Chaos. Ich habe in einer Stunde hundert Leichen gezĂ€hlt", sagte der Journalist Rahim Chan Chushal. "Das Grauen ist groß. Die Eltern können ihre Kinder nicht finden und die Kinder ihre Eltern nicht. Jeder fragt sich, wer tot ist und wer lebt. Die HĂ€user sind aus Lehm, und deshalb wurden sie alle durch die starke ErschĂŒtterung zerstört."

Ein Regierungssprecher schrieb auf Twitter: "Wir rufen die Hilfsorganisationen auf, den Opfern des Erdbebens sofortige Hilfe zu leisten, um eine humanitÀre Katastrophe zu verhindern." Bereits am Mittwoch trafen Helfer des Roten Halbmonds ein.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

ErschĂŒtterungen in weiten Teilen Pakistans zu spĂŒren

Die Angaben regionaler Erdbebenwarten zur StĂ€rke schwankten zunĂ€chst. Pakistanische Behörden gaben am spĂ€ten Dienstagabend (Ortszeit) eine StĂ€rke des Bebens von 6,1 an. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS hatte es eine StĂ€rke von 5,9 und ereignete sich gegen 1.30 Uhr Ortszeit. Das Zentrum des Bebens befand sich der Behörde zufolge rund 50 Kilometer sĂŒdwestlich der Stadt Chost nahe der Grenze zu Pakistan in rund zehn Kilometern Tiefe.

Ein zweites Beben der StĂ€rke 4,5 erfolgte laut USGS fast am selben Ort zur selben Zeit. Die ErschĂŒtterungen waren bis in die rund 200 Kilometer entfernte Hauptstadt Kabul sowie im 480 Kilometer entfernten Lahore in Pakistan zu spĂŒren. Mancherorts brach Panik aus, ĂŒber SchĂ€den oder Verletzte in Pakistan war nach ersten Angaben jedoch nichts bekannt.

Erdbeben in Afghanistan: Ein Helfer des Roten Halbmonds geht zu einem Hubschrauber.
Erdbeben in Afghanistan: Ein Helfer des Roten Halbmonds geht zu einem Hubschrauber. (Quelle: -/Bakhtar News Agency/dpa-bilder)

"Tief betrĂŒbt"

Papst Franziskus hat fĂŒr die Opfer des verheerenden Bebens in Afghanistan gebetet. "Ich drĂŒcke den Verletzten und denen, die vom Erdbeben betroffen sind, meine NĂ€he aus", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Mittwoch am Ende der Generalaudienz vor GlĂ€ubigen und Besuchern auf dem Petersplatz in Rom. Er bete besonders fĂŒr diejenigen, die ihr Leben verloren hĂ€tten, und fĂŒr deren Familienangehörige, erklĂ€rte der 85-JĂ€hrige.

Die Bundesregierung sprach "dem afghanischen Volk ihr tiefes MitgefĂŒhl aus". "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und bei den vielen Verletzten", Regierungssprecher Steffen Hebestreit im Onlinedienst Twitter. Er bekrĂ€ftigte, dass die Bundesregierung die Taliban weiter nicht anerkenne. Es gehe darum, schnell Hilfe zu leisten, dazu werde Deutschland im Rahmen der humanitĂ€ren Hilfe beitragen.

US-PrĂ€sident Joe Biden sei angesichts des Bebens "tief betroffen", erklĂ€rte der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan. Biden habe USAID und andere Partner der Regierungsbehörden angewiesen zu prĂŒfen, wie den am stĂ€rksten Betroffenen geholfen werden könne.

Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif erklĂ€rte, er sei "tief betrĂŒbt" ĂŒber die Katastrophe.

Erdbeben sind in Afghanistan keine Seltenheit

Der Sondergesandte der EuropĂ€ischen Union fĂŒr Afghanistan, Tomas Niklasson, twitterte, die EU stehe "bereit, Nothilfe zu koordinieren und zu liefern". Die UNO schickte nach eigenen Angaben mehrere Teams in die betroffenen Gebiete. Papst Franziskus sagte in Rom, er bete fĂŒr die Erdbebenopfer und sei in Gedanken bei "den Verletzten und den anderen Betroffenen".

Erdbeben sind in Afghanistan und vor allem in der Bergkette Hindukusch keine Seltenheit. Wegen der mangelhaften Bausubstanz vieler afghanischer HĂ€user sind die SchĂ€den oft verheerend. Hilfsorganisationen mahnen seit lĂ€ngerem an, dass das Land bessere Vorkehrungen fĂŒr Katastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Erdrutsche treffen mĂŒsse. 1998 erschĂŒtterte ein Beben den Norden Afghanistans, mehrere Tausend Menschen starben. In Pakistan starben 2005 bei einem gewaltigen Erdbeben mehr als 75.000 Menschen, ĂŒber 3,5 Millionen Menschen wurden obdachlos.

Hinzu kommt, dass die humanitĂ€re Lage in Afghanistan infolge des Abzugs der westlichen Truppen und der MachtĂŒbernahme der Taliban im August 2021 ohnehin katastrophal ist. Es fehlt etwa an Lebensmitteln und Medikamenten.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Lars Wienand
Von Lars Wienand
AfghanistanErdbebenKabulPakistanPapst FranziskusTalibanTwitter
Justiz & KriminalitÀt




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website