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Vergewaltiger nach Niger im Privatjet abgeschoben – für 120.450 Euro


Das ist der Grund
Vergewaltiger abgeschoben – für 120.450 Euro im Privatjet

Von t-online, dom

Aktualisiert am 31.05.2024Lesedauer: 2 Min.
AbschiebungVergrößern des BildesAbschiebung: Polizeibeamte begleiten einen Mann in ein Charterflugzeug (Archivbild). (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa)
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Mehr als 120.000 Euro kostete es im vergangenen Jahr, einen Vergewaltiger nach Niger abzuschieben. Wie sich das Innenministerium Sachsen-Anhalts rechtfertigt.

Ein in Deutschland verurteilter Vergewaltiger aus dem afrikanischen Niger ist im Februar für die erstaunliche Summe von 120.450 Euro abgeschoben worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, wie die "Osnabrücker Zeitung" berichtet.

Der Asylbewerber hatte 2019 im sachsen-anhaltinischen Dessau ein neunjähriges Mädchen vergewaltigt und war zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Innenministerium habe seitdem versucht, den Mann in sein Heimatland abzuschieben, heißt es. Aber die Regierung des westafrikanischen Landes habe erst im Jahr 2022 die nötigen Reisedokumente erstellt. Diese seien nur für einen Tag und einen Flug gültig gewesen, heißt es im Bericht Bundestages.

Schutz der Bevölkerung als wichtiger eingestuft

Um zu vermeiden, dass der Mann wegen Komplikationen wie einem Flugausfall nicht abgeschoben werden konnte, habe man sich entschieden, ihn mit einem Charterflug aus Leipzig nach Niger zu schicken. Der Preis für den Privatjet fiel entsprechend hoch aus.

Der Schutz der Bevölkerung vor weiteren Straftaten sei hier wichtiger gewesen. Das Innenministerium verwies laut "Osnabrücker Zeitung" auch darauf, dass sich die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung eines Asylbewerbers auf rund 11.000 Euro im Jahr belaufen. Auch eventuelle Kosten durch weitere mögliche Straftaten, welche die "entstandenen Flugkosten in absehbarer Zeit übersteigen würden", seien bedacht worden.

Das Prozedere, Asylbewerber mit Charterflügen außer Landes zu bringen, ist nicht ungewöhnlich. Im vergangenen Jahr erfolgten aus ganz Deutschland 15 Abschiebungen per Privatjet, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Wobei in vielen Fällen bis zu vier Personen in dem jeweiligen Flugzeug Platz gefunden hätten.

16.430 Abschiebungen im Jahr 2023

2023 wurden insgesamt 16.430 Personen aus Deutschland abgeschoben, was einem Anstieg von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dennoch liegt diese Zahl deutlich unter den Werten der Jahre nach 2015, als zwischen 2016 und 2019 jährlich mehr als 20.000 Menschen in ihre Heimatländer zurückgebracht wurden. Die meisten Abschiebungen werden per Flugzeug durchgeführt, doch die Behörden nutzen auch Rückführungen auf dem Land- oder Seeweg.

Verwendete Quellen
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