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Offenbar Feuer bei russischen Internet-Hetzern

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 09.10.2018Lesedauer: 2 Min.
Feuer auf der Überwachungskamera: Die "Förderale Nachrichten-Agentur" veröffentlichte die Bilder. Jetzt ist die Rede vom Brand in der Troll-Fabrik.
Feuer auf der Überwachungskamera: Die "Förderale Nachrichten-Agentur" veröffentlichte die Bilder. Jetzt ist die Rede vom Brand in der Troll-Fabrik. (Quelle: Screenshot FAN/YouTube)
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Echtes Feuer bei Trollen, die sonst mit Kommentaren online Öl ins Feuer gießen? Die "Moscow Times" berichtet, in der berĂŒchtigten St. Petersburger Troll-Fabrik sei es zu einem Brand gekommen.

In sozialen Netzwerken verbreitete sich am Dienstag die Nachricht vom Brand bei einem russischen Medienunternehmen rasant. Es soll dort gebrannt haben, wo in der Vergangenheit Hass- und Hetzkommentare zum Aufstacheln entstanden sind. "BerĂŒchtigte St. Petersburger Troll-Fabrik in Brand gesteckt", meldete die "Moscow Times".

Das St. Petersburger Portal fontanka.ru berichtete nĂŒchterner, dass in die RĂ€ume der "Förderalen Nachrichten-Agentur" (FAN) in der Nacht zum Sonntag ein Stein und Benzin geworfen worden seien. FAN werden enge Verbindungen zur Internet Research Agency (IRA) nachgesagt, die Agentur saß nach ihrer GrĂŒndung im gleichen GebĂ€ude. Der Brand ereignete sich aber nicht in dem GebĂ€ude in der Sawushkina Straße 25, das als Hauptquartier der Troll-Truppen galt.

Troll-Firma hat sich gewandelt

Das investigative russische Portal RBC.ru hatte 2017 berichtet, dass die (IRA), die durch ein Heer bezahlter Kommentarschreiber bekannt wurde, in einem Medienimperium Concord mit 16 Putin-freundlichen Nachrichtenseiten aufgegangen sei, aber von den alten Methoden nicht ganz lasse. FAN sei dabei der Dreh- und Angelpunkt.

Facebook hat offizielle Seiten des Medien-Konglomerats von der Nutzung ausgeschlossen. FAN selbst hat in der Vergangenheit eine Verbindung zu bezahlten Troll-Kommentatoren zurĂŒckgewiesen.

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In sozialen Netzwerken wird aber von Nutzern gewitzelt, der Brand erklĂ€re ihren plötzlichen Verlust von Followern. Andere spekulieren, es seien wohl Beweise vernichtet worden. Auf Videos einer Überwachungskamera, die FAN selbst veröffentlicht hat, ist jedoch zu sehen, dass der Schaden vergleichsweise gering ist.

In dem kleinen Raum sind neun ComputerarbeitsplĂ€tze zu sehen, einer ist besetzt. Das sei eine Redakteurin im Nachtdienst gewesen, berichtet FAN auf seiner Webseite selbst. Die Frau verlĂ€sst den Raum noch nicht, als ein Stein durch das Fenster fliegt. Sie flĂŒchtet dann, als plötzlich auch Flammen auflodern. Ein Verantwortlicher wird mit den Worten zitiert, man sei hĂ€ufig Angriffen im Netz ausgesetzt, aber solche Angriffe gebe es auch offline. Es sei der zweite Fall.

Mutmaßlicher Geldgeber in den USA angeklagt

Die USA machen den Putin-Vertrauten Jewgeni Prigoschin als Geldgeber hinter dem Concord-Konzern verantwortlich, ab 2014 Mittel in geplante Angriffe auf die US-Wahl gesteckt zu haben. Er ist wegen einer Verschwörung gegen die USA angeklagt. Russen in den USA sollen mit IRA-UnterstĂŒtzung Accounts vermeintlicher amerikanischer BĂŒrger und Seiten auf Facebook aufgebaut haben, um im US-Wahlkampf Stimmung gegen Clinton zu machen.

Facebook meldete, 80.000 BeitrĂ€ge der IRA hĂ€tten mehr als 126 Millionen Amerikaner erreicht. Twitter schrieb fast 700.000 Nutzer an, von denen das Netzwerk annehmen musste, dass sie zur Wahl mit russischen Sockenpuppen-Accounts interagiert hatten. In der Anklage wurde die russische Regierung nicht beschuldigt. Zur deutschen Bundestagswahl hatte Wladimir Putin erklĂ€rt, es gebe keine staatliche russische Einmischung. Er könne aber keine PrivataktivitĂ€ten patriotischer Russen ausschließen.

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