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Geldwäsche: Organisation von Prinz Charles offenbar betroffen

Milliarden aus Russland  

Geld soll über Organisation von Prinz Charles geflossen sein

04.03.2019, 22:11 Uhr | dpa

Geldwäsche: Organisation von Prinz Charles offenbar betroffen. Prinz Charles hält eine Rede auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung: Prince of Wales' Charities ist offenbar ebenfalls von der Geldwäsche betroffen. (Quelle: imago images/i Images)

Prinz Charles hält eine Rede auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung: Prince of Wales' Charities ist offenbar ebenfalls von der Geldwäsche betroffen. (Quelle: i Images/imago images)

Über undurchsichtige Wege sollen illegal Milliarden aus Russland ins Ausland geflossen sein – das berichtet ein Recherchenetzwerk. Auch eine Wohltätigkeitsorganisation von Prinz Charles soll beteiligt sein.

Mehrere Milliarden Euro sollen laut Berichten eines Recherchenetzwerkes über ein kompliziertes Geldwäschesystem aus Russland in den Westen gelangt sein. Rund 190 Millionen Euro davon gingen auf deutsche Konten, wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Bankunterlagen und Dokumente berichtete. Die Unterlagen seien dem Recherchenetzwerk "Organized Crime and Corruption Reporting Projekt (OCCRP)" zugespielt worden. Die Dokumente wurden von mehr als 20 Medienhäusern mit dem Titel "Troika Laundromat" ausgewertet.

Darunter waren demnach 1,3 Millionen Banküberweisungen, Verträge und Rechnungen. Betroffen seien vor allem zwei Banken aus Litauen. Eine Stellungnahme der beiden Banken lag zunächst nicht vor. Die angeführten Fälle sollen schon einige Jahre zurückliegen.

Das Recherchenetzwerk hatte 2014 den Fall "Russian Laundromat" – zu Deutsch der "russische Waschsalon" – öffentlich gemacht. Dabei sollen in den Jahren 2012 bis 2014 Milliardenbeträge aus Russland ins Ausland geschafft worden sein. Damals soll eine leitender Manager einer lettischen Bank eine zentrale Rolle gespielt haben. Die Affäre hat höchste Kreise erreicht.

Wohltätigkeitsorganisation Prince of Wales' Charities betroffen

Die Betrugsmasche lief dem Bericht zufolge im aktuellen Fall wie folgt ab: Es seien unter anderem innerhalb weniger Tage zahlreiche Verträge mit anderen Firmen geschlossen worden. Diese seien jedoch widerrufen und Entschädigungen in Millionenhöhe gezahlt worden. In anderen Fällen sei Geld an angebliche Briefkastenfirmen oder andere Bankkonten überwiesen und wieder zurückerstattet worden.

Involviert sei vor allem eine russische Investmentfirma, die vor einigen Jahren von einer Bank übernommen wurde. Der damalige Leiter dementierte dem Onlineportal "Meduza" zufolge, illegale Geschäfte getätigt zu haben. Man habe alle Regeln befolgt, die damals auf dem globalen Finanzmarkt existiert hätten, sagte er nach Angaben des Portals Ende Februar zu Journalisten in Moskau.

Dem Bericht der "Süddeutschen" zufolge ist auch eine Wohltätigkeitsorganisation des britischen Thronfolgers Prinz Charles, namens Prince of Wales' Charities betroffen. Prinz Charles soll aber in die Entscheidung über die Annahme der Spenden nicht eingebunden gewesen sein: Ein Sprecher des Palasts in London teilte auf Anfrage mit, die Organisation agiere hinsichtlich sämtlicher Fundraising-Entscheidungen unabhängig vom britischen Thronfolger.
 

 
Ein Sprecher der Wohltätigkeitsorganisation sagte, die betreffenden Stiftungen hielten sich bei ihren Prüfungsabläufen an entsprechende Richtlinien und gesetzliche Vorgaben wie Anti-Geldwäschegesetze. "Im Fall der genannten Beispiele gab es während dieser Abläufe keine Warnsignale." Vorwürfe gegen einzelne Personen seien erst lange nach der Beendigung ihres Engagements aufgekommen und hätten daher nicht berücksichtigt werden können.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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