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Vermisste Rebecca (15) aus Berlin: Eine Anklage auch ohne Leiche möglich

Vermisste Rebecca aus Berlin  

Ein Prozess wäre auch ohne Leichenfund möglich

09.03.2019, 18:39 Uhr | dpa, job, t-online.de

 (Quelle: Reuters)
Fall Rebecca: Tagelange Suche im Wald erfolglos

Die Berliner Polizei durchsuchte auch am Samstag wieder ein Waldstück nahe der Ortschaft Storkow. Weitere Details zu den Ermittlungen im Fall der vermissten 15-jährigen wurden noch nicht bekannt. (Quelle: Reuters)

Fall Rebecca: In diesem Waldstück suchte die Polizei mehrere Tage nach Spuren des vermissten Mädchens. (Quelle: Reuters)


Die Eltern und Schwestern von Rebecca glauben an die Unschuld des Schwagers. Die Polizei geht davon aus, dass er Rebecca getötet hat. Ihm könnte auch ein Prozess drohen, wenn die 15-Jährige verschwunden bleibt.

Von der 15 Jahre alten Rebecca aus Berlin fehlt weiter jede Spur. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass sie von ihrem Schwager getötet wurde. Der sitzt wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Ein Prozess könnte ihm auch dann drohen, wenn  Rebecca nicht mehr auftaucht.

"Für eine Anklage braucht es nicht zwingend eine Leiche", sagt der Strafrechtler Hans Lilie aus Halle (Saale) zur Rechtslage. Für die Ermittler steige ohne Leichenfund allerdings der Druck, belastbare Beweise zu finden.

"Es gibt einige Fälle, in denen Personen verurteilt worden sind und in denen das Opfer nie gefunden wurde", sagt Lilie. "In diesen Fällen hat die Indizienkette aber ausgereicht, dass bei dem Richter die Gewissheit bestanden hat, dass ein bestimmtes Tatgeschehen zum Tod des Opfers geführt hat." Wenn keine Leiche gefunden werde, müsse das Gericht am Ende die Beweise bewerten und seine Schlussfolgerungen ziehen.

Foto des Schwagers veröffentlicht

Wie stichhaltig die Indizien oder Beweise gegen den Schwager wirklich sind, darüber schweigen sich die Ermittler naturgemäß aus – um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Sie veröffentlichten zuletzt aber sogar ein Foto des Beschuldigten, obwohl der schon in Untersuchungshaft sitzt. Um weitere Hinweise von der Bevölkerung zu erhalten, wie sie die Entscheidung begründeten.

Für die Veröffentlichung des Fotos braucht es einen richterlichen Beschluss, wie die Berliner Polizei t-online.de bestätigte. Also müssen die Ermittler auch begründen können, warum sie die Veröffentlichung für gerechtfertigt und verantwortbar halten. 
 

 
Es gibt jedoch auch massive Kritik. Die Vereinigung Berliner Strafverteidiger kritisierte Polizei und Medien. Die Darstellungen würden die Unvoreingenommenheit und Fairness gegenüber dem Verdächtigen "in der frühesten Phase des Verfahrens" untergraben. 

Es gilt die Unschuldsvermutung

Strafverteidiger Stefan Conen kritisierte im RBB-Inforadio, dass der beschuldigte Schwager schon als Täter dargestellt werde, obwohl in jedem Ermittlungsverfahren die Unschuldsvermutung gelte. "Und nicht nur im Ermittlungsverfahren, sondern bis zum Abschluss eines Verfahrens."

 (Quelle: t-online.de) (Quelle: t-online.de)

Dass immer wieder belastende Informationen aus den Ermittlungen der Kriminalpolizei bekannt würden, sei "irreparabel, das gefährdet ein faires Strafverfahren". Conen betonte: "Wenn es nicht zu einem solchen kommt, wird dieser Beschuldigte, der als unschuldig zu gelten hat, sein Leben lang von den Behörden mit dem Kainsmal eines Verdachts bedacht – und wird dieses auch nicht mehr abstreifen können."

Eltern und Schwestern halten Schwager für unschuldig

Die Eltern und Schwestern von Rebecca halten den Schwager weiterhin für unschuldig. Rebeccas Vater sagte dem Sender RTL: "Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf." Er bat seinen Schwiegersohn: "Florian, rede einfach! Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht, und zwar in die richtige. Wir müssen Becky finden." Der Vater nimmt an, seine Tochter sei entführt worden und befinde sich jetzt in einem Keller oder leerstehenden Haus, wie er der Zeitung "B.Z." sagte.

Am Samstag durchkämmte die Polizei Berlin am dritten Tag in Folge ein großes Waldgebiet bei Kummersdorf in Brandenburg rund 50 Kilometer südöstlich von Berlin auf der Suche nach Rebecca. 
 

 
Insgesamt sind bei der Polizei inzwischen mehr als 1000 Hinweise auf den Verbleib Rebeccas eingegangen. Dabei seien aber auch viele Hinweise, die nicht brauchbar seien. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen

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